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Aktien Frankfurt: Gewinne schmelzen ab - Vorsicht vor G7-Gipfel und EZB-Sitzung
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Gewinne schmelzen ab - Vorsicht vor G7-Gipfel und EZB-Sitzung

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
07.06.2018, 11:59  |  1378   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag an den moderaten Aufwärtstrend der vergangenen Tage angeknüpft. Allerdings konnte der deutsche Leitindex nur einen Teil seiner zwischenzeitlich deutlicheren Gewinne behaupten - gegen Mittag stand noch ein Plus von 0,13 Prozent auf 12 846,82 Punkte zu Buche. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,10 Prozent auf 26 835,06 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax bei 2842,18 Zählern auf der Stelle trat. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,34 Prozent bergauf.

Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba verwies darauf, dass der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Vortag mit einem kräftigen Kurszuwachs die Marke von 25 000 Punkten zurückerobert hatte. Damit erreichte er den höchsten Stand seit Mitte März. Zudem habe der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 erneut ein Rekordhoch erreicht, ergänzte Schmidts Kollege Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Auch in Asien dominierten die positiven Vorzeichen.

Aktuell deutet sich an der Wall Street indes eine deutlich abnehmende Dynamik an. Vor dem G7-Gipfel am Wochenende dürften die Anleger eine klare Positionierung scheuen, warnte Timo Emden von Emden Research vor zu viel Euphorie. Derzeit überwögen offensichtlich noch die Hoffnungen auf einen Konsens der sieben großen westlichen Industriestaaten.

Experte Hewson erinnerte zudem an die Sitzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed, von denen die Anleger kommende Woche geldpolitische Signale erwarteten. Am Mittwoch hatten Aussagen von Bundesbankpräsident Jens Weidmann und von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet Erwartungen geschürt, dass Europas Währungshüter ihre milliardenschweren Anleihekäufe noch in diesem Jahr beenden könnten.

Auf der deutschen Unternehmensagenda sah es am Donnerstag recht übersichtlich aus. Im Dax setzten die Deutsche Bank und die Commerzbank ihre jüngste Erholung fort: Die Aktien der beiden Geldhäuser legten in einem freundlichen Branchenumfeld um 1,06 beziehungsweise 0,64 Prozent zu. Börsianer sprachen von positiven Nachwirkungen der genannten EZB-Aussagen.

Deutlich auffälliger waren indes die Aktien des angeschlagenen Handelskonzerns Steinhoff : Mit einem Kurssprung von fast 18 Prozent führten sie die Gewinnerliste im Kleinwerte-Index SDax an. Steinhoff bekommt von wichtigen Kreditgebern im Restrukturierungsprozess Rückendeckung. Im Zuge eines Bilanzskandals ist die Aktie inzwischen allerdings nahezu wertlos: Seit der Konzern Anfang Dezember 2017 seinem damaligen Chef den Stuhl vor die Tür gesetzt und seinen Jahresbericht verschoben hatte, ist der Kurs um fast 98 Prozent eingebrochen.

Dagegen gehörten die Titel von Wacker Chemie mit weiteren Verlusten von 2,09 Prozent zu den größten Verlierern im MDax. Nachdem Warburg mit Blick auf die jüngst geänderte Photovoltaik-Politik Chinas tags zuvor vor zwei harten Jahren für die Solar-Branche gewarnt hatte, ging nun Analyst Martin Jungfleisch von Kepler Cheuvreux mit. Auch er sieht heftige Auswirkungen, stehe das Riesenreich doch für etwa die Hälfte der weltweiten Solarinstallationen. Er rechnet daher mit weiterem Druck auf die Polysilizium-Preise - und damit auf Wacker als größten Produzenten. Dem Markt drohe nun wieder ein Produktionsüberschuss.

Beim IT-Dienstleister Bechtle mussten die Anleger einen Kursverlust von 4,50 Prozent auf 74,25 Euro verkraften, was den letzten Platz für die Titel im TecDax bedeutete. Hier belastete eine Verkaufsempfehlung der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Analystin Alina Koehler sieht die durchschnittliche Markterwartung für den operativen Jahresgewinn sowie die aktuelle Bewertung der Aktie als zu hoch an. Zur Wochenmitte hatte die Bechtle-Aktie bei 78,20 Euro noch ein Rekordhoch markiert./gl/stw

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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