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Aktien Frankfurt Schluss: Dax verliert vor G7-Gipfel
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Schluss Dax verliert vor G7-Gipfel

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
08.06.2018, 18:11  |  1578   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Freitag kurz vor Beginn des G7-Gipfels in Kanada Vorsicht walten lassen. Der Dax verlor 0,35 Prozent auf 12 766,55 Punkte. Auf Wochensicht bedeutet dies noch ein Plus von 0,3 Prozent.

Das Treffen der sieben führenden Wirtschaftsmächte sei eher ein Trump-gegen-G6-Treffen und dürfte den Fokus der Marktteilnehmer vollends auf die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und anderen Ländern verlagern, hieß es von der BayernLB. US-Präsident Donald Trump isoliere sein Land in wichtigen Punkten wie dem Welthandel, dem Atom-Abkommen mit dem Iran sowie dem Klimaschutz, kommentierte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank zum Wochenschluss um 0,14 Prozent auf 26 662,35 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,37 Prozent auf 2805,10 Zähler ein.

Größter Verlierer im Dax waren mit minus 4,65 Prozent die Aktien der Deutschen Post . Der Logistiker kappte seine Jahresprognose. Den Problemen in der Briefsparte will das Unternehmen mit einem Maßnahmenbündel begegnen - das aber zunächst ins Geld geht. In diesem Jahr hat die Post-Aktie bislang fast 22 Prozent verloren und zählt damit zu den schwächsten im deutschen Leitindex.

Optimismus verbreitete dagegen der Halbleiterkonzern Infineon für das Umsatzwachstum im kommenden Geschäftsjahr. Die Aktien zog dies zeitweise um bis zu 2,2 Prozent hoch. Auf Basis der guten Auftragslage stellte der Dax-Konzern nun ein Umsatzplus von "mindestens 10 Prozent" in Aussicht. Die Markterwartungen hätten bisher bei knapp unter 9 Prozent gelegen, sagte ein Börsianer. Am Ende des Tages standen die Infineon-Papiere im vorderen Dax-Feld noch 0,69 Prozent höher.

Sinkende Renditen bei deutschen Staatsanleihen nach schwachen Wirtschaftsdaten aus Deutschland setzten Bank-Aktien unter Druck. Commerzbank und Deutsche Bank gaben um 1,60 beziehungsweise 0,68 Prozent nach. Daran konnte auch ein Medienbericht über angebliche Fusionsgespräche in den vergangenen Monaten nichts ändern. Entsprechende Spekulationen seien ohnehin nicht neu, kommentierte ein Händler.

Die als "sicherer Hafen" geltenden Papiere von Immobilienkonzernen profitierten indes vom Renditerückgang am Anleihemarkt: Vonovia gewannen an der Dax-Spitze 1,50 Prozent. Im MDax waren Deutsche Wohnen vorne, ebenfalls mit plus 1,50 Prozent. Auf Platz eins im SDax gewannen Patrizia Immobilien 3,48 Prozent. Am Vormittag war die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zeitweise auf unter 0,40 Prozent gesunken.

Die Aktien des Chipkonzerns und Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor rutschten erstmals seit Februar 2014 zeitweise wieder unter 15 Euro. Mit einem Minus zum Handelsschluss von 4,01 Prozent standen sie mit 15,065 Euro dann wieder darüber. Einmal mehr rief die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" bei den Anlegern Sorgenfalten hervor. Ihrem Bericht zufolge hat Apple seine Zulieferer darauf eingestellt, dass für die neue iPhone-Generation rund 20 Prozent weniger Komponenten geordert würden als im Vorjahr für das aktuelle Modell.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,36 Prozent auf 3447,30 Punkte. In Paris ging der CAC-40 mit einem kleinen Plus ins Ziel. Der Londoner FTSE 100 gab nach. Und in den USA notierte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss kaum verändert.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,32 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,43 Prozent auf 140,88 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,11 Prozent auf 160,37 Punkte. Der Euro sank am Freitag angesichts der enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland. Er wurde zuletzt mit 1,1772 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1754 (Donnerstag: 1,1836) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8508 (0,8449) Euro./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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