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DAX-Wochenplan: DAX in Lauerstellung vor Notenbank-Terminen

DAX-Wochenplan DAX in Lauerstellung vor Notenbank-Terminen

Gastautor: Andreas Mueller
10.06.2018, 13:38  |  8662   |   |   

Was waren die Hintergründe für den schwachen DAX am Freitag und warum koppelte sich dieser von der Wall Street ab? Objektive Antworten versucht diese Analyse zu geben, verbunden mit einem charttechnischen Ausblick auf den Deutschen Aktienindex in der neuen Kalenderwoche.

Mit 0,33 Prozent Kursgewinn konnte der DAX in letzter Minute eine rote Woche vermeiden. Es sah zwar lange Zeit gut aus, doch am Freitag verdunkelten sich die negativen Signale schlagartig. Positive Impulse seitens der Wall Street, an der der Dow Jones um 2,3 Prozent im Wochenablauf zulegen konnte, setzt unser DAX leider nicht um. Wie weit kann uns nun diese Schwäche führen? Folgende Chartanalyse soll Ihnen dazu für die KW24 einen Anhaltspunkt liefern.

 

DAX fast unverändert nach dieser Handelswoche

 

Immerhin befindet sich der Juni noch im positiven Bereich und damit der Deutsche Aktienindex in etwa auf dem Level, wo er vor genau einem Jahr im Juni stand. Euphorisch muss man deswegen nicht gerade sein, doch schauen wir zuerst kurz detaillierter auf den Wochenverlauf. Dieser verlief relativ ruhig. Es gab keinen Tag, welcher mehr als 0,4 Prozent Differenz zum Vortag in der Historie aufwies, auch wenn das zwischenzeitlich (vor allem am Freitag) anders ausgesehen hatte. In der Wochenübersicht erkennt man zudem die geringere Schwankungsbreite innerhalb der einzelnen Handelstage. Ein Vorbote auf das Sommerloch?

Ganz gut funktionierte das Thema GAP-Trading. Bereits am Montag wurde nach einer positiven Wocheneröffnung diese Marke relativ zielsicher angelaufen, wie in diesem Forum-Beitrag abgelichtet:

 

Auch an den anderen Handelstagen konnte diese Tradingstrategie mit Erfolg angewendet werden. Am Freitag jedoch nur knapp, was aber der Intention dahinter keinen Abbruch tut.

Ein Grund für die Trägheit des DAX gegenüber der Wall Street war sicherlich wieder der EUR/USD. Dieser konnte sich von seinem Abwärtstrend befreien und sogar zwischenzeitlich die 1,183 errreichen. In der großen Zeiteinheit sah dies wie folgt aus (Chartbild von Facebook am Donnerstag):

Hier gab es für Forex-Trader somit immer wieder tolle Setups und kurzfristige Einsiege, wie ebenfalls gezeigt und auf nextmarkets dann als Trade folgendermaßen dokumentiert:

 

Zurück zum DAX: Die Kombination aus einem neu-erstarktem Eurokurs und schwachen Konjunkturdaten aus Europa drückte den Deutschen Aktienindex am Freitag auf ein neues Wochentief. Er fiel damit aus seiner Seitwärtsphase kurz heraus und steuerte auf eine größere Unterstützung zu, wie hier im Tageschart verdeutlicht:

Mit 12.610 Punkten wurde letztlich der Tiefkurs der Handelswoche markiert und eine Erholung eingeleitet. Interessant dabei: Im gleichen Bereich wurde der Kursrutsch auch in der Vorwoche abgebremst.

Beschäftigt uns diese Marke nun weiterhin?

 

Alte Signale für die neue Woche

 

Da es in dieser Handelswoche per Saldo kaum eine Veränderung gab, ändert sich an den Aktivitätsmarken für die kommende Woche und die großen Bewegungen auch wenig. Die folgenden Charts sind dennoch geupdatet und auf den aktuellen Stand gebracht.

Zu einem weiteren Kursrutsch kam es zumindest nicht. Daher bleibt diese Triggermarke auf der Unterseite weiter bestehen. Meine Worte aus der Vorwoche kann ich daher wiederholen:

Ein direktes Abrutschen unter diese grüne Zone halte ich für sehr gefährlich. Dort würden weitere Stopp-Absicherungen greifen und hierbei wäre der Weg direkt bis zur 12.300 relativ frei. Ein Schlusskurs unter 12.530 wäre dafür der Trigger.

 

Der geupdatete Tageschart formiert diese Unterstützung nun weiter aus:

 

Die gesehenen Erholungstendenzen setzten sich nicht über das Verlaufshoch von Ende Mai hinweg. Daher sehen wir im Tageschart nun fallende Hochs in Richtung dieser Unterstützung. Man kann dies aus charttechnischer Sicht als Dreiecks-Formation interpretieren und wie folgt darstellen:

 

Die Bandbreite bis zu einem Ausbruch verengt sich damit von Tag zu Tag weiter. Auf der Oberseite wäre nun schon ein Kurs über 12.800 Punkten und respektive anhand der eingangs gezeigten Tageswerte über 12.811 Punkten (Schlusskurs Donnerstag und GAP-close zu Freitag) das entsprechende Kaufsignal. An diesem kann man sich ebenso orientieren, wie an dem unten gezeigten Trigger für ein Short-Szenario.

 

Kurzfristiger sieht dieses Bild ähnlich aus. Im Stundenchart ist die obere Marke von 12.800 respektive 12.811 ebenfalls mit einem Kaufsignal gleichzusetzen. Unterstützt wird der DAX durch die höheren Tiefs in dieser Woche im Stundenchart etwas höher als im Tageschart - es bleibt jedoch ein Dreieck. Haben Sie bitte Geduld und warten Sie den Ausbruch ab:

 

 

Soweit der verhaltene und kurze Ausblick auf das fast unveränderte Chartbild im DAX. Geopolitisch ist hier sicherlich auch Potenzial für Bewegungen vorhanden. Erst gestern hat US-Präsident Donald Trump erneut einen "Eklat" verursacht. Nachdem auf dem G7-Treffen bereits die Schlusserklärung und die Pressekonferenz gelaufen war, twitterte er aus dem Flieger heraus sein Veto und griff dabei das Gastgeberland Kanada recht forsch an. Lesen Sie dies vielleicht konkret noch einmal auf STERN.de selbst nach.

Man darf also gespannt sein, wie am Dienstag das Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un ausfällt und was hierbei über Twitter nachgeschoben wird. Die Verbraucherpreise um 14.30 Uhr geraten dann wohl etwas in den Hintergrund.

Einen Tag später findet die nächste US-Zinssatzentscheidung statt, gefolgt von der EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag um 13.45 Uhr. Für die Aktienmärkte, die Rohstoffe und vor allem die Währungen ist die kommende Woche also extrem spannend. Notieren Sie sich also diese und weitere Termine aus dem Wirtschaftskalender bitte vorab - sie führen zu Volatilität!

Eine ausführliche Diskussion finden Sie börsentäglich in den Tages-Trading-Chancen.

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Viel Erfolg sagt vorab Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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1 Kommentare

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Kommentare

"Somit dürfte vor allem Italien weiterhin als Bremse für eine Normalisierung der Zinswelt durch die EZB wirken"

Da trifft es sich doch gut dass Mario Italiener ist ...

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