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Sahra Wagenknecht "Die Erde ist keine Scheibe" ODER:
Wie vernünftig ist Sahra Wagenknecht?

Gastautor: Rainer Zitelmann
10.06.2018, 18:18  |  2725   |   |   

Sahra Wagenknecht genießt Sympathien - bis hinein ins bürgerliche und rechte Lager -, weil sie sich in der parteiinternen Debatte gegen die Politik der "offenen Grenzen für alle" wendet, die die Mehrheit der LINKEN und die Parteiführung propagiert.

Wagenknecht sagte auf dem Parteitag der LINKEN: "Es ist weltfremd, dass jeder nach Deutschland kommen kann und Anspruch auf Sozialleistungen hat." In einem Beitrag in der "Zeit", der kurz vor dem Parteitag erschien, schrieb sie über "den Flüchtling": "Er ist einmal der vor Gefahren Fliehende, und dann ist er der nach einem besseren Leben suchende Arbeitsmigrant. Er ist der Schutzbedürftige und er ist der Konkurrent um die knappen Ressourcen am unteren Ende der Gesellschaft."

Wagenknecht hat damit gesagt: 2 + 2 ergibt 4. Für solche Äußerungen erhält sie Lob aus dem bürgerlichen Lager.

Okay: Wenn ich in einer Partei wäre, die beschließt: "Die Erde ist eine Scheibe" - und ich mich dagegen wenden würde, wäre ich dann vernünftig? Es ist alles eine Frage des Maßstabes. Ich habe noch nie von einer Partei irgendwo auf der Welt gehört, die in ihrem Programm ernsthaft forderte, die Grenzen des Landes bedingungslos für alle Menschen zu öffnen, um diese mit Sozialleistungen zu versorgen. So verrückt ist wirklich nur die LINKE in Deutschland (die früher mal KPD hieß, dann SED, dann PDS...) Genauso gut könnte man dafür plädieren, die Schwerkraft aufzuheben oder beschließen, dass 2 X 2 = 18 ist. Erklärungsbedürftig erscheint mir nicht, dass jemand solchen offenkundigen Schwachsinn nicht mittragen möchte, sondern dass es erwachsene Menschen gibt, die so etwas teilen.

Aber wie vernünftig ist eine Frau, die noch vor fünf Jahren Hugo Chavéz als "großen Präsidenten" pries, der sich mit seinem "Kampf um Gerechtigkeit und Würde" verdient gemacht und in Venezuela gezeigt habe, dass "ein anderes Wirtschaftsmodell möglich" sei? Dann ist die Erde auf einmal doch wieder eine Scheibe. Fragen Sie mal die vier Millionen Menschen, die seitdem aus Venezuela geflohen sind und jene, die nicht aus Wagenknechts sozialistischem Wirtschaftswunderland fliehen konnten, aber mit 13.000% Inflation heute die Früchte dieses "anderen Wirtschaftsmodells" ernten, ob diese das als Ausfluss einer Politik von "Gerechtigkeit und Würde" empfinden.

Und wie vernünftig ist jemand, die ein Experiment ("Sozialismus") in einer modifizierten Variante wiederholen möchte, das nachweislich seit 100 Jahren in ALLEN Varianten ausnahmslos schief gegangen ist? Ist so jemand vernünftiger als die Genossen, die fordern, die Grenze für alle zu öffnen? Oder sind das nur graduelle Unterschiede im Grade der ideologischen Verblendung und Realitätsverweigerung.

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Kommentare

Borazon,es mag sein,dass sie irgendwann einmal etwas über Politiker,in Süd-Amerika gesagt hat,aber ich kann mich einfach nicht dran erinnern,weil es nicht relevant ist,für die Politik,die in diesem Lande in der Krise steckt!
Zur Beschaffenheit,unserer Erde,hat sie sich soweit ich weis nicht geäußert.
Klar,finde ich es bedenklich,dass sie bestrebt ist,den Sozialismus auch in europäischen Partnerländern zu unterstützen und zu fördern,aber glaube mir,die sozialen Verwerfungen,in unserem Lande,stünden sicher im Fordergrund,wenn es um die Fortsetzung der "Schleppschande" in unserem lande ginge und sie etwas zu sagen hätte,Rentner,Witwen und Krüppel schänden um Geld in Ausland zu schleppen um den Euro bedingungslos fortzusetzen,das,glaube ich,würde Ihr eher schnell vergehen!
Es bleibt also bei dem,was sie zur aktuellen Problematik gesagt hat und wenn wir nach all den Opfern,die wir bei all den Reformen gebracht haben,wenn wir jetzt 30 sind,auf das schauen,was von der Rente noch blieb,dann fürchte ich,sie hat einfach einmal wieder vollkommen Recht!
Selbst Einheimische,machen beim berechnen ihrer Rente ganz übele Erfahrungen,jetzt müsst Ihr mir erklären,wie das mit einem Flüchtling funktionieren sollte,der mit 30 kam,nie vorher eingezahlt hatte,nun annähernd 10 jahre dem sozialen Netzt auf der Tasche liegt und somit logischerweise der Alters-Armut entgegensieht,wie sein deutscher Mitbürger,naja 25% sollen ja nun nach 10 jahren schonmal in Arbeit sein,da währen es nur noch 75% die im Alter das Sozial-System vollkommen zum Kollaps bringen,es mag überraschen,aber viele,der Reformen,in diesem Lande,waren möglicherweise tatsächlich integrations-abweisend,egal,Zeit wurde verplempert,gute Mine,zum bösen Spiel gemacht,kaum einer hat es gemerkt,aber das kind ist offenbar in den Brunnen gefallen,zu spät!
Wehrend der Deep State Schuetzling in Argentinien und die Co Neonazi regierte Ukraine Rekordkredite vom IWF einsacken.
Venezuela ist nicht sozialistisch, es gibt dort freie Wahlen, Oppositionsmedien, von der Opposition regierte Provinzen, und Unternehmertum, einschliesslich supperreiche Oligarchen und Grossgrundbesitzer.

Sozialistisch war lediglich die Verstaatlichung diverser Grossbetriebe und das fuer diesen Teil der Welt vorbildliche Bildungs- und Gesundheitssystem.

Die Probleme Venezuelas ergeben sich in dieser Reihenfolge aus

1. Oelpreis
2. Sanktionen der USA und ihrer Vasallenregime
3. Sabotage durch USA, globalen Deep State und einheimische Oligarchen.
4. Ineffizienz.

China ist wesentlch sozialistischer strukturiert und dort laeufts ganz gut, fuer manchen inzwischen sogar vorbildlich, waehrend westliche Staaten zu Oligarchien transformiert wurden, mit quasi gleichgeschalteter Politik, Medien und aggresiver Kriegstreiberei.

Weder China noch Venezuela haben irgendein anderes Land angegriffen oder bedroht, wahrend westliche Oligarchien seit dem 2. Weltkrieg dutzende Kriege mit zweistelliger Zahl an Todesopfern gefuehrt haben.
Die Madame ist auch für notenbankfinanzierte Staatsfinanzierung..
Vollgeld.
Wie in Simbabwe und Venezuela erfolgreich gescheitert.

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