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Claudia Roth (Grüne) Den Bullen die Köppe einhauen oder die Fingerlein?

Gastautor: Rainer Zitelmann
11.06.2018, 12:08  |  5477   |   |   

DIE WELT bringt heute ein großes Interview mit Claudia Roth von den Grünen. Wieder einmal versucht sie, ihre Vergangenheit zu beschönigen. Diesmal stieß sie jedoch auf einen Journalisten - Ansgar Graw -, der kritisch nachfragte und sich nicht so leicht in die Irre führen ließ. Hier der Auszug aus dem Interview:

WELT: In den Anfängen war das Verhältnis der Grünen zur parlamentarischen Demokratie nicht eindeutig. Jetzt sollen sie Verfassungsschützer werden. Auch Sie sind einen weiten Weg gegangen.
Roth: Da sprechen Sie jetzt die Falsche an. Ich bin aufgewachsen in einer radikaldemokratischen Familie und habe bei den Jungdemokraten begonnen.
WELT: … den Judos, einst FDP-Jugend. Aber Sie waren Managerin der linken Rockband Ton, Steine, Scherben, und die sangen über Hausbesetzer: "Wir haun den Bullen ihre Köppe ein."
Roth: "Wir haun dem was auf die Fingerlein."
WELT: "Köppe ein!"
Roth: "Fingerlein." Ich war ab 1982 Managerin von Ton, Steine, Scherben, und da wurde das jedenfalls so gesungen.
WELT: Wenn Sie es sagen. In der ursprünglichen Version des "Rauch-Haus-Songs" von 1972 waren es die Köppe. Man sagte den Scherben auch Nähe zu den RAF-Terroristen nach.
Roth: In meiner Zeit haben die Scherben den gewalttätigen Weg nie mitgemacht. Sie sind nicht umsonst Mitte der 70er-Jahre aus diesem drogengeschwängerten, gewaltaffinen Berlin weggezogen nach Schleswig-Holstein. Damals habe ich die Band kennengelernt, und da gab es überhaupt keine Nähe zur RAF.

 

"Köppe einhauen" oder nicht?
DIE WELT hat Recht. In dem Georg-von-Rauch-Haus-Song hieß es:

Letzten Montag traf Mensch Meier in der U-Bahn seinen Sohn
Der sagt: "Die woll'n das Rauch-Haus räumen, ich muss wohl wieder zu Hause wohnen."
"Is ja irre", sagt Mensch Meier "sind wa wieder einer mehr
In uns'rer Zwei-Zimmer-Luxuswohnung und das Bethanien steht wieder leer
Sag mir eins, ham die da oben Stroh oder Scheiße in ihrem Kopf?
Die wohnen in den schärfsten Villen, unsereins im letzten Loch
Wenn die das Rauch-Haus wirklich räumen, bin ich aber mit dabei
Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Köppe ein."

Claudia Roth behauptet, als sie Managerin der Band war, sei der Text anders gesungen worden. In Wikipedia gibt es einen eigenen Eintrag für das bekannte Lied. http://www.riolyrics.de/song/id:178/ Da steht es genau umgekehrt, dass es nämlich ursprünglich "Fingerlein" heißen sollte, später dann jedoch auf der veröffentlichten LP: "Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Köppe ein." Jedenfalls ist das die Version auf der LP, die in der Zeit verkauft wurde als Claudia Roth Managerin der Band war. Erst in dem 1999 veröffentlichten Sampler "Piano II" wurde der Text geändert und es hieß dann statt "Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Köppe ein" "Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen was auf ihre Fingerlein". Das war 14 Jahre, nachdem die Band sich aufgelöst hatte, lange nach der Zeit von Claudia Roth.

Die Wandlung: Nur "ins Knie schießen"
Auch die RAF-Nähe der Band ist keine Erfindung der WELT, und Claudia Roth stellt sich dumm, wenn sie so tut, als wisse sie davon nichts. In dem Buch "Keine Macht für Niemand: Geschichte der Ton, Steine, Scherben" kann man auf Seite 106 nachlesen, dass die Band ursprünglich während ihrer Konzerte "Flugblätter und andere Propagandaschriften der RAF" verteilte und gezielt Leute aufforderte, ihre Personalausweise zu "verlieren", um sie dann an Untergetauchte - also an Terroristen - weiterzugeben. Später dann habe der Sänger der Band, Rio Reiser, seine Haltung modifiziert, so heißt es erklärend. Wobei Reiser es dann als "christliche Haltung" ausgab, wenn man Menschen nur ins Knie schießen würde, statt sie zu töten: "Dazu muss ich auch noch sagen, war ja meine christliche Haltung auch unter anderem, ich schäme mich nicht, das zu sagen, von Karl May beeinflusst. Kennen die meisten Leute, wissen vielleicht, wenn sie Karl May gelesen haben, auch Old Shatterhand hat ja geschossen, aber der hat dann ins Knie geschossen." (Seite 107). Also ins Knie schießen statt die "Köppe einzuhauen", das war die wundersame Wandlung in diesen Jahren.

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4 Kommentare

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Kommentare

Und so eine widerwärtige Person sitzt an führender Stelle im Parlament?
Die Deutschen haben wirklich mehrere Räder ab ... !
Ich wollte gerade schreiben "hätte man den Bundestag nicht auf knapp 900 Personen aufgestockt, wären die Grünen überhaupt nicht im Bundestag", da sehe ich, das die Grünen bei der letzten Bundestagswahl 8,9% der Stimmen bekamen, mehr als die CSU.
Das hängt aber damit zusammen, dass etliche Bürger gar nicht wissen, wen oder was sie da eigentlich wählen.
Ist schon ein Trauerspiel mit der Claudia Roth.Wenns um Vergangenheitsbewältigung geht treten immer ganz plötzlich Alzheimertendenzen auf.So kommt man auch durchs Leben.

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