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Diesel Abgasskandal Neues vom Abgasskandal: Jetzt wird es ernst für Daimler!

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Gastautor: Markus Mingers
11.06.2018, 13:18  |  1011   |   

Während sich VW langsam vom Abgasskandal erholt, geht es für Daimler jetzt erst richtig los. Alle Informationen zu den aktuellen Entwicklungen des Diesel-Abgasskandals haben wir für Sie zusammengefasst!

Es wird immer enger für Daimler!

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat wohl mittlerweile fünf illegale Software-Funktionen bei Daimler festgestellt. Wie festgestellt wurde, verschlechtert sich die Abgasreinigung, sobald der Motor eine bestimmte Anzahl an Stickoxiden ausgestoßen hat oder wenn eine bestimmte Fahrzeit erreicht wurde.

Auch das Bundesverkehrsministerium verliert immer mehr den Glauben an die Unschuld des Konzerns. Eine Folge dessen: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bestellte Daimler-Chef Zetsche für Montagmorgen ein.

 

Ein letzter unmoralischer Verschleierungsversuch!

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Zetsche dem Minister ein unmoralisches Angebot unterbreitet haben. Dem Vernehmen nach sollen, neben dem Transporter Vito, für den das Ministerium bereits einen amtlichen Rückruf verhängt hatte, weitere Tausend andere Modelle zurückgerufen werden. Dabei sollen Software-Funktionen gelöscht werden, die als illegal gelten und Verantwortung dafür tragen, dass mehr Stickoxide ausgestoßen werden.

Diese Offerte mag einem im ersten Moment vernünftig vorkommen. Allerdings sind unter den weiteren Rückrufmodellen, Autos dabei, die bisher gar nicht unter Verdacht standen, beispielsweise C- oder S-Klassen. Hinzu kommt, dass Modelle, die als manipuliert gelten, nicht auf der Liste stehen.

Daimler stellt jedoch auch eine Bedingung: Der Rückruf würde akzeptiert werden, wenn das Kraftfahrtbundesamt den Konzern nicht weiter unter die Lupe nehmen werde. Daimler möchte, um das Angebot noch schmackhafter zu machen, ein weiteres Angebot machen: Sie bieten einen freiwilligen Rückruf des Transporter Modells „Sprinter“ an. Dabei sollen, ähnlich wie bei VW, Software-Update vorgenommen werden. Betroffen wären alleine hierbei knapp 250 000 Fahrzeuge. Kommentiert wurden diese Gespräche lediglich mit einem Verweis auf die Vertraulichkeit der Gespräche.

 

Die neuen Erkenntnisse aus diesem Angebot sind verheerend: Der Abgasskandal ist anscheinend weitaus größer als bisher vermutet. Zudem übt die Autoindustrie erneut Druck auf die Politik aus, wobei wieder mal der Verbraucher unbeachtet auf der Strecke bleibt.

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Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt im Bereich Wirtschaft sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 13 Jahren ist er als Anwalt tätig und Inhaber von Mingers & Kreuzer Rechtsanwälte. Von mehreren Kanzleistandorten u.a. Köln, München oder Jülich aus erstreitet er mit seinem Team Gelder aus Themen und Urteilen, die dem Verbraucher bis dahin unbekannt sind. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal und LKW Kartell. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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