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Deutsche Anleihen: Deutliche Kursverluste - Italienische Anleihen steigen
Foto: Frank Rumpenhorst - dpa

Deutsche Anleihen Deutliche Kursverluste - Italienische Anleihen steigen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
11.06.2018, 17:32  |  627   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Montag im Nachmittagshandel ihre Kursverluste noch ausgeweitet. Vor allem die gestiegene Zuversicht am italienischen Anleihemarkt belastet. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,31 Prozent auf 159,81 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um 0,05 Prozentpunkte auf 0,489 Prozent.

Italiens Finanzminister Giovanni Tria hatte sich in einem am Wochenende veröffentlichten Zeitungsinterview klar gegen einen Euro-Austritt Italiens ausgesprochen. "Die Position der Regierung ist eindeutig und einhellig. Ein Euro-Austritt kommt nicht in Frage", sagte der Wirtschaftsprofessor der Zeitung "Corriere della Sera" (Sonntag). Außerdem machte der Finanzminister deutlich, dass die neue Regierung das Wachstum durch Investitionen und Strukturreformen ankurbeln will und nicht durch eine Erhöhung der Schulden.

In Italien gaben die Kapitalmarktzinsen deutlich nach. So fiel die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen um 0,27 Prozentpunkte auf 2,83 Prozent. Noch deutlicher war der Rückgang bei kurzlaufenden Anleihen. Zweijährige Anleihen rentierten mit 1,06 Prozent, das waren 0,59 Punkte weniger als am Freitag.

In diesem Umfeld sorgte das gescheiterte G7-Treffen in Kanada nicht für Verunsicherung. US-Präsident Donald Trump hatte für einen Eklat gesorgt und seine Zustimmung zur Abschlussmitteilung des Gipfels zurückgezogen. Erneut drohte er mit weiteren Zöllen.

In Blick der Kapitalmärkte steht nach Einschätzung von Beobachtern die Geldpolitik. Sowohl in den USA als auch im Euroraum treffen die Notenbanken geldpolitische Entscheidungen. In den USA gilt eine weitere Zinsanhebung als ausgemachte Sache. Analysten und Anleger warten darüber hinaus auf Hinweise, in welchem Tempo die Federal Reserve ihren Straffungskurs in diesem Jahr fortsetzen will.

Die EZB wird ihre extrem lockere Geldpolitik aller Voraussicht nach zunächst fortsetzen. Allerdings hat EZB-Chefökonom Peter Praet eine Debatte über den Fortgang des Wertpapierkaufprogramms angekündigt. Die EZB muss demnächst entscheiden, wie sie mit dem Programm nach September weiter verfahren will./jsl/tos

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