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Abgas & Rückruf Wann kommt es zwischen Zetsche und Scheuer zum Showdown?

12.06.2018, 11:26  |  2243   |   |   

Der Opposition geht der Pflichtrückruf von 238.000 Diesel-Pkws des Autobauers Daimler nicht weit genug. Anton Hofreiter fordert eine kostenpflichtige Nachrüstung, eine blaue Plakette und mehr öffentlichen Personennahverkehr. Ob diese Vermischung der Themen zum Ziel führt, kann angezweifelt werden. Daimler kündigt unterdessen einen Widerspruch gegen den Rückruf an.

Die angekündigte große Rückrufaktion lässt Anleger bislang eher kalt, denn das gestrige Tagestief von 60,46 Euro scheint überstanden zu sein, denn aktuell steht das Papier bei 62,44 Euro (12.06.2018, 10:14 Uhr). 

Gestern wurde es amtlich, dass der Bund unverzüglich einen amtlichen Rückruf von 238.000 Fahrzeugen anordnen wird. Es geht um den Vito, ein Modell der C-Klasse und eine Variante des GLCs. Auslöser der nun scheinbar intensiveren Gespräche war ein Treffen vor zwei Wochen des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer mit Daimler-Vorstand Dieter Zetsche. Seinerzeit wurde ein zweites Treffen vereinbart, was gestern statt fand. Im Anschluss gab es folgendes Statement von Scheuer:

"Der Bund wird für deutschlandweit 238.000 Daimler-Fahrzeuge wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen unverzüglich einen amtlichen Rückruf anordnen. Insgesamt sind in Europa 774.000 Fahrzeuge betroffen. Dabei handelt es sich neben dem Vito insbesondere um die Volumen-Modelle GLC 220d und C 220d. Daimler erklärt darüber hinaus, dass mit maximalem Abarbeitungstempo und in kooperativer Transparenz mit den Behörden die vom Bund beanstandeten Applikationen in der Motorsteuerung beseitigt werden."

Beim Kraftfahrt Bundesamt wurde am 25.08.2018 der Rückruf für den Mercedes Vito 1.6 Lieter Diesel Euro 6 veröffentlicht. Laut KBA wurde eine unzulässige Abschalteinrichtung festgestellt - der Einsatz eines SCR-Abgasreinigungssystems. Der Bescheid erging am 23.05.2018 und bezieht sich auf 1.372 Fahrzeuge in Deutschland und 4.923 Fahrzeuge weltweit. 

Wie das Manager Magazin schreibt, lenkt Daimler nun ein, um so einer milliardenschweren Ordnungsstrafe zu entkommen. Laut dem Magazin hatte Scheuer dem Autobauer ein Ordnungsgeld von 5.000 Euro pro Fahrzeug angedroht, was nun jedoch vom Tisch sei. 

Stets gibt es Spekulationen darüber, dass Daimler jetzt das gleiche Schicksal wie VW bevorsteht. Man fragt sich nur, was dieses schlimme Schicksal sein soll, denn VW hatte 2017 mehr Fahrzeuge als je zuvor ausgeliefert und die Aktie stand in der 4. KW 2018 bei 192 Euro - auch die Jahresperformance von +20,09 Prozent kann sich sehen lassen.  

Quellen:

Tagessschau

BMVI

KBA

MM

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