DAX+0,12 % EUR/USD+0,15 % Gold+0,15 % Öl (Brent)+0,56 %

Die besten Anlagestrategien aller Zeiten Teil 1

Gastautor: Armin Brack M.A.
12.06.2018, 11:55  |  1757   |   |   

Die besten Anlagestrategien aller Zeiten

 

Seid gegrüßt liebe Börsianer,

 

hier https://www.youtube.com/watch?v=tejYk4OHRZ4 findet ihr mein neues Video zum Thema "Die besten Anlagestrategien aller Zeiten".

Genau genommen geht es hier um das gleichnamige Buch von James P. O`Shaughnessy, das ich euch ans Herz legen möchte und das mich bei der Entwicklung meiner persönlichen Anlagestrategie sehr geprägt hat.

What works on Wall Street

Der Original-Titel trifft es meiner Ansicht nach besser und der lautet: What works on Wall Street. Gemeint ist: Welche Strategien funktionieren wirklich? Mit welchen Anlagestrategien für Aktien kann ich den Markt tatsächlich dauerhaft schlagen?

O`Shaughnessy hat dafür für US-Aktien so genannte Backtests bis zurück ins Jahr 1950 gemacht auf Basis der umfangreichen Datenbanken von Standard & Poor´s Compustat.

Was genau hat O`Shaughnessy "zurückgetestet"? Nun, er hat sich zunächst jede einzelne fundamentale Bewertungskennzahl vorgeknöpft, also das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Umsatz-Verhältnis, das Kurs-Cashflow-Verhältnis, das Kurs-Buchwert-Verhältnis usw. und hat geschaut, welche Durchschnittsrenditen sich damit über mehrere Jahrzehnte hinweg erzielen ließen und diese mit der Rendite verglichen, die Investoren erzielt hätten, wenn sie einfach in den S&P 500-Index als Ganzes investiert hätten. Der S&P 500 ist einer der wichtigsten US-Aktienindizes und sehr breit angelegt. Es sind 500 Werte darin enthalten.

Wie genau ging er dabei vor?

Wie genau ist O`Shaughnessy dabei vorgegangen? Ich erkläre das am besten am Beispiel des KGV.

Ganz kurz für alle Anfänger zum KGV selbst: Das KGV gibt an mit dem Wievielfachen des Gewinns eine Aktie bewertet ist. Je höher der Multiplikator, desto teurer die Aktie. Es gilt dabei der Grundsatz: je niedriger das KGV, desto günstiger ist die Aktie bewertet und desto höher ist das Kurspotenzial.

In der Praxis ist die Situation natürlich wesentlich komplexer. Denn das KGV muss auch vor dem Hintergrund des zukünftig erwarteten Gewinnwachstums gesehen werden. Wenn erwartet wird, dass das Unternehmen X in den kommenden zwei, drei Jahren seine Gewinne deutlich steigern wird, dann wird der Aktie dieses Unternehmens im Normalfall ein deutlich höheres KGV zugestanden als der Aktie eines Unternehmens bei dem man davon ausgeht, dass die Gewinne in den kommenden Jahren sinken werden.

Die Krux bei einer solchen Betrachtungsweise: Sie enthält Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Gewinne des betreffenden Unternehmens. Dabei wird dann eine so genannte Konsensschätzung der Analysten ermittelt. Das heißt, es wird einfach der Durchschnitt der Gewinnschätzungen der einzelnen Analysten für das betreffende Unternehmen herangezogen. Daraus lässt sich dann zum Beispiel ein erwartetes KGV für 2018, 2019, 2020 usw. ermitteln.

Wer schon länger dabei ist weiß, dass diese Schätzungen häufig mit einer sehr hohen Unsicherheit verbunden sind. Oder einfacher gesagt: Die Analysten liegen sehr oft falsch mit ihren Prognosen. Insbesondere gilt das bei Aktien aus zyklischen Branchen, wo der Gewinn stark von der konjunkturellen Gesamtsituation abhängt. Zudem gibt es das Problem, dass speziell bei kleineren Unternehmen die Analysen von den Firmen selbst in Auftrag gegeben (und bezahlt) werden und daher oft übertrieben optimistische Annahmen gemacht werden.

Es wird komplett auf Schätzungen verzichtet

Das Spannende bei O`Shaughnessy ist nun, dass er komplett auf die Berücksichtigung solcher Schätzungen verzichtet. Ihn interessieren nur die vergangenheitsbezogenen Daten. Das heißt: Er testet nur die echten Daten, die schwarz auf weiß vorliegen. Ihm ist es völlig egal, ob die vorliegende Aktie Facebook oder NVIDIA ist, denen (angeblich) ein glorreiche Zukunft bevorsteht (und die deshalb auf Basis der fundamentalen Bewertungskennzahlen sehr hoch bewertet sind) oder ob es sich um einen Autohersteller oder einen Buchverlag handelt, um mal zwei Beispiele für Branchen zu nennen, denen Anleger im Moment nur sehr niedrige Bewertungen zubilligen.

Seite 1 von 4

Depot Vergleich
Anzeige



1 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer