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Ex-Mitarbeiter klagt vor nationaler Aufsichtsbehörde (NLRB) Tesla: Klima der Angst und keine Gewerkschaften erlaubt?

12.06.2018, 15:00  |  2122   |   |   

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Tesla wirft dem Unternehmen vor, die Gewerkschaftsgründung zu unterdrücken. Er klagt nun zusammen mit der Gewerkschaft "United Auto Workers". Am Montag fand die Anhörung vor der nationalen Aufsichtsbehörde (NLRB) statt.

Ein Tesla-Arbeiter soll seinen Job verloren haben, weil er für die Gründung einer Gewerkschaft warb. Michael Sanchez und die Gewerkschaft "United Auto Workers ( UAW )" haben den Fall nun vor die nationale Aufsichtsbehörde für den Schutz von Arbeitnehmerrechten (NLRB) gebracht. Am Montag fand die Anhörung vor der NLRB statt.

Ein Anwalt der NLRB hatte den Fall vor ein Verwaltungsgericht gebracht, nachdem er Beschwerden von drei Tesla-Mitarbeitern sowie der UAW erhalten hatte. Margo Feinberg, Rechtsanwältin der Gewerkschaft UAW erklärte: "Wir haben es hier mit einer schwerwiegenden gewerkschaftsfeindlichen Kampagne zu tun, die alle Mitarbeiter von Tesla betrifft." So müssen Tesla-Mitarbeiter eine Geheimhaltungserklärung unterschreiben, die sicherstellt, dass sie in der Öffentlichkeit Stillschweigen über die Arbeitsbedingungen bei Tesla bewahren.

Tesla-CEO Elon Musk weist indes alle Anschuldigungen zurück. Am 20. Mai 2018 schrieb er auf Twitter: “Nur etwa 2 Prozent der Tesla-Mitarbeiter, einschließlich Festangestellter und Zeitarbeiter sowie Gewerkschaftler und Nicht-Gewerkschaftler wurden nach einer jährlichen Überprüfung entlassen. Der einzige gefeuerte Gewerkschafter war ein Typ, der wiederholt Nicht-Gewerkschafter verbal und in sozialen Medien bedrohte und darüber gelogen hat.“ Musk weiter: "Sie können eine Gewerkschaft bilden, wann immer sie wollen und es gibt nichts, was ich tun könnte, um sie zu stoppen.“

Es gab jedoch zuvor wiederholt Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen sowie mangelhafte Arbeitssicherheit bei Tesla. Laut eines investigativen Berichts von RevealNews.org hat der Elektroautobauer absichtlich Falschangaben bei seiner Arbeitsunfallstatistik gemacht. Außerdem sei in einer Fabrik Ästhetik wichtiger als Arbeitssicherheit: Weil Musk die Farbe gelb unästhetisch findet, wurden in der Tesla Factory in Fremont, die Fußgängerwege nicht eindeutig gekennzeichnet. Stattdessen wurden sie in verschiedenen Grautönen markiert (siehe Hier).

Tesla kämpft weiterhin mit Produktionsproblemen beim Model 3. Aktuell werden laut Bloomberg lediglich 2.944 Fahrzeuge pro Woche gebaut, geplant waren eigentlich 5.000. Die Klage von Sanchez vor der nationalen Aufsichtsbehörde kommt daher zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Mit einem Urteil wird Ende September 2018 gerechnet, so Spiegel Online. Sollte Tesla verlieren, könnte das Unternehmen aufgefordert werden, seine Mitarbeiter darüber zu informieren, dass unfaire Arbeitspraktiken festgestellt wurden.

An der Nasdaq schloss die Tesla-Aktie den Handelstag gestern rund 4,5 Prozent im Plus ab:

Tesla

Quellen:
ARD: „Gewerkschaften bei Tesla unerwünscht?“
Bloomberg: Model 3 Tracker
Spiegel Online: „Tesla soll Gewerkschaftsgründung verhindert haben“

Wertpapier
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