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Pressemeldung: Carmignac: Der Countdown läuft
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Pressemeldung Carmignac: Der Countdown läuft

Nachrichtenquelle: Asset Standard
13.06.2018, 11:25  |  1013   |   |   

Außergewöhnliche Interventionen der Zentralbanken auf den Finanzmärkten über fast zehn Jahre hinweg befeuerten irrationales Verhalten.

Die Anleger achteten nicht mehr auf den wirtschaftlichen Wachstumszyklus, da die Aufkäufe von Staatsschulden durch die Zentralbanken für den Preis von Finanzwerten ausschlaggebend waren. Bekanntermaßen förderte diese Verzerrung jedoch das Aufkommen politischer Widerstandsbewegungen und die Ansicht, die Regierungen sollten die Zügel der Finanzpolitik lockern.

Die Märkte stehen bereits unter Druck, sie wurden durch die einvernehmliche, von den Zentralbanken „finanzierte“ Konzentration auf dieselben Risiken in hohem Maße anfällig. Derzeit ist das globale Wachstum noch zufriedenstellend, die Unternehmensergebnisse sind stark, und die Geldpolitik nach wie vor locker. Diese Bedingungen wirken wie ein Schutzschirm für die Anleger.

 

Wie solide die Märkte - und damit auch das aktive Management - sind, wird sich zeigen, wenn sich die wirtschaftlichen und geldpolitischen Faktoren umkehren. Die ersten Anzeichen einer Abschwächung des Wirtschaftszyklus und der lockeren Politik der Zentralbanken erscheinen bereits am Horizont. Der Countdown läuft.

 

Es hat sich nichts verändert

 

Trotz der amerikanischen Steuerreform haben die Investitionen nicht angezogen. Das Konsumwachstum schwächt sich außerdem ab. In der Eurozone hat die Wirtschaftstätigkeit, wenn auch noch auf hohem Niveau, in den letzten beiden Monaten deutlich an Dynamik verloren. Dasselbe gilt für Japan. Nicht nur die Aktien zyklischer, verschuldeter Industrieunternehmen entwickelten sich seit Anfang des Jahres deutlich unterdurchschnittlich. Es entsteht Preisdruck, was zu Spannungen an den Rentenmärkten geführt hat.

 

Die ehrgeizigen Haushaltsziele von Präsident Trump gehen mit einem erheblich gestiegenen Finanzierungsbedarf des Staates einher. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die US-Notenbank die Richtung ihrer Interventionen umkehrt. Zweifelsohne ist dieses Zusammenspiel nicht unwesentlich für den Anstieg der amerikanischen Zinsen verantwortlich.

 

Die gute Konjunktur hat die anhaltende Strukturschwäche in der Eurozone übertüncht

 

Ein Jahr nach der Wahl von Präsident Macron wird der Euroaustritt von keiner Partei mehr ausdrücklich befürwortet, und auch die problematischen Brexit-Verhandlungen legen keinen Austritt nahe. Die Die Konjunktur schlägt sich in allen Ländern der Eurozone wacker. Die öffentliche Meinung bleibt jedoch weitgehend geteilt, wobei ein Teil für den Aufruf „My country first“ empfänglich bleibt.

 

Diese Entwicklungen sind vor allem in Italien zu beobachten, und zwar nicht nur aufgrund der chronischen Instabilität des politischen Systems, sondern auch aufgrund der strukturellen Probleme Italiens. Die Wirtschaft Italiens setzt sich großenteils aus kleinen Unternehmen zusammen, die zwar oft dynamisch sind, aber schlecht aufgestellt, um in Innovation und Produktivität zu investieren. Die Probleme Italiens stehen jedoch sinnbildlich für eine generelle Anfälligkeit der Eurozone.

 

Dank der wohlwollenden Zentralbankpolitik und der zuletzt hilfreichen Konjunkturentwicklung wurden nur wenige Strukturreformen durchgeführt, so dass die Wirtschaften nicht ausreichend wettbewerbsfähig und die Staaten nach wie vor hoch verschuldet sind. In den Staatshaushalten der Länder ist der Spielraum noch immer sehr gering und reicht nicht aus, um effizient einer Konjunkturabschwächung entgegenzusteuern.

 

Diese prekäre Situation wird noch dadurch verstärkt, dass auch die institutionellen Reformen der Europäischen Union erfolglos geblieben sind. Die Eurozone ist weit davon entfernt, sich auf einen gemeinsamen europäischen Haushalt zu einigen, der die Defizite der nationalen Haushalte bei Bedarf auszugleicht. Einer kommenden Konjunkturschwäche in Europa wäre insofern wenig entgegenzusetzen.

 

Die kommenden Monate werden daher für die Vermögensallokation entscheidend sein. Die richtige makroökonomische Diagnose war für ein aktives Management seit vielen Jahren nicht mehr so wichtig.

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