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Adyen geht durch die Decke und sollte Anleger stutzig machen

13.06.2018, 14:50  |  7145   |   |   

Die Aktie des Paypal-Rivalen Adyen zeigt, dass zahlungsverarbeitende Unternehmen zu den Lieblingen der Investoren gehören. Am Morgen des ersten Handelstages von Adyen in Amsterdam stieg die Aktie um 100 Prozent und verdoppelte sich auf 480 Euro. Während das normalerweise ein schreiendes Signal wäre, dass die IPO-Banker ihren Kunden unterbewertet haben, konnte man in diesem Fall kaum argumentieren, dass Adyens Anfangspreis mit 240 Euro pro Aktie billig war.

Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hatte im Dezember 2017 mehr als 4.500 Kunden, davon acht der zehn größten US-Internetunternehmen. Zu den Kunden gehören u. a. Uber Technologies, L'Oreal und Burberry. Im Februar 2018 gab eBay bekannt, dass es Paypal durch Adyen ersetzen wird. Zudem wird das Start-up von mehreren Silicon-Valley-Milliardären unterstützt u. a. Mark Zuckerberg (Facebook). Iconiq Capital gehört zu den Großinvestoren, ebenso wie die Temasek Holding und General Atlantic. Im Jahr 2015 wurden Adyen mit 2,3 Mrd. Dollar bewertet. Das 11-jährige Unternehmen hatte im vergangenen Jahr Finanztransaktionen i. H. v. 90 Milliarden Dollar abgewickelt.

Am Morgen des ersten Handelstages von Adyen stieg die Aktie um 100 Prozent und verdoppelte sich auf 480 Euro. Der Ersttagswahn wird auch durch eine Reihe von strategischen Faktoren verstärkt. Nur ein kleiner Teil des Unternehmens stand zum Verkauf: rund 14 Prozent. Der Andrang der Investoren, die versuchen, sich zu exponieren, hat den Preis in die Höhe getrieben. Man nimmt an, dass die Stammhalter wussten, dass so etwas passieren könnte - aber nicht so extrem, so Bloomberg. 

Aber selbst unter Berücksichtigung all dieser Faktoren scheint es unwahrscheinlich, dass Anleger, die Adyen zu einem Marktwert von 13,7 Milliarden Euro kaufen - größer als die deutsche Commerzbank - allein auf Analysen setzen. Es geht auch um Spekulation.

Der Nettoumsatz soll in diesem Jahr um mindestens 40 Prozent steigen. Adyen warnt aber auch in seinem Börsen-Prospekt vor einem "sehr intensiven" Wettbewerbsumfeld, das die Margen drücken könnte. Adyens zugrunde liegendes Ebitda lag im Jahr 2017 bei rund 99 Millionen Euro, und die Bewertung von heute Morgen zeigt, dass das zugrunde liegende Gewinnwachstum in fünf bis sieben Jahren bei 25 bis 30 Prozent liegt. 

Im Gegensatz zu den Internet-Start-ups, die in den späten 1990er Jahren von Bankern über alle Maßen aufgepumpt wurden, ist Adyen kein ungetestetes Geschäft, das auf einer Serviette skizziert und an Privatanleger verkauft wurde, bevor die Gewinnschwelle erreicht wurde. Es wird sich zeigen, wie sich die Aktie weiter entwickelt.

Quelle:

Bloomberg



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