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WTI und Brent – Russland setzt Preis unter Druck

Gastautor: Daniel Saurenz
14.06.2018, 09:00  |  635   |   |   

Börse-Dax-4Im Nordkorea-Konflikt sind nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur am Dienstag die geopolitischen Risiken gesunken, was Gold als sicherer Hafen entsprechend weniger gefragt sein lässt. Beim Ölpreis sieht die Situation ähnlich aus, durch gestiegene Fördermengen in Russland und Saudi-Arabien stand der Preis unter Druck. Dies könnte vorerst so bleiben, da Russland weiterhin die Fördermengen erhöhen möchte. Mit den beiden Knock-Outs auf WTI und Brent VL6U6T (Hebel 5) und VL6U72 (Hebel 7), kann man bei diesem Trend mitgehen. 

Wir stellen Ihnen die ausführliche Rohstoffkolumne der Vontobel-Experten vor:

Rohöl: Russland schafft Fakten – OPEC zerstritten

Die Ölpreise machten zu Wochenbeginn anfängliche Kursverluste im Handelsverlauf wieder wett. Grund war offenbar, dass in Nigeria eine große Ölpipeline wegen eines Lecks außer Betrieb genommen wurde. Der Betreiber wollte kein Datum nennen, wann die Lieferung wieder anlaufen kann.

Öl_Rohstoffe_FotoliaZuvor hatten Meldungen über eine erhöhte Fördermenge in Russland die Ölpreise gedrückt. Interfax berichtete, dass das Land seit Juni seine Produktion auf 11,1 Mio. Barrel täglich ausgeweitet hat. Dies entspricht in etwa dem Niveau, das Russland bis Anfang 2017 innehielt, bevor die mit der OPEC vereinbarten Produktionskürzungen vollständig umgesetzt waren.

Bemerkenswert ist nun, dass Russland bereits im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Treffens der OPEC-Staaten am 22. Juni offenbar Fakten schafft. Denn das Land würde im Verbund mit Saudi-Arabien nur allzu gerne die Fördermenge erhöhen, um Angebotsengpässen wegen der Produktionsausfälle in Venezuela und möglicher Exportbeschränkungen gegen den Iran vorzubeugen. Nach Informationen von Bloomberg haben auch die Saudis ihre Ölförderung im Mai auf den höchsten Stand seit Oktober 2017 getrieben.

Bei dem Treffen in Wien kommende Woche werden die OPEC-Mitglieder gemeinsam mit anderen wichtigen Förderstaaten über die weitere Entwicklung der Fördermengen beraten. Dabei rechnet Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank, angesichts stark konkurrierender Interessen der Teilnehmer mit einer schwierigen Verhandlungssituation. Die Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen OPEC-Ländern seien groß, so Weinberg. So wollten die Länder mit aktuell hoher Produktion und geringen freien Produktionskapazitäten – z.B. der Irak und Iran – per se keine Produktionsanhebung der anderen dulden. Saudi-Arabien und Russland seien dagegen gerne dazu bereit.

Gold: US-Geldpolitik gibt die weitere Richtung vor

Gold notierte zu Wochenbeginn in einer engen Spanne um die Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze. Im Nordkorea-Konflikt sind nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur am Dienstag die geopolitischen Risiken gesunken, was Gold als sicherer Hafen entsprechend weniger gefragt sein lässt.

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Uhr_Luxus_FotoliaDas Treffen war laut Trump eine „herausragende Begegnung“ und es hätte „viele Fortschritte“ gegeben. Die USA sollen Nordkorea Sicherheitsgarantien angeboten haben, sofern sich Nordkorea im Gegenzug denuklearisiert. Trump hat sich auch dazu entschlossen, die Militärmanöver der USA mit dem Verbündeten Südkorea einzustellen. „Diese Kriegsspiele sind sehr teuer“, sagte er. Wann die gemeinsamen Übungen eingestellt werden sollen, ließ Trump allerdings offen.

Die weitere Richtung für Gold wird aus Sicht der Commerzbank die US-Notenbank Fed vorgeben, die diese Woche (aller Voraussicht nach) ein weiteres Mal die Zinsen anheben wird. Die Analysten erwarten in diesem Fall zunächst ein weiteres Nachgeben des Preises auf dann unter 1.300-er Dollar/Unze. Gold verliert mit steigenden Zinsen an Attraktivität. Wer das Edelmetall hält, erzielt bekanntlich keine Zinsen, die er einnehmen könnte, wenn er stattdessen zinstragende Papiere hielte. Zum anderen lastet der durch den Zinsanstieg in den USA stärker werdende Dollar auf der Notierung, weil Gold in der US-Währung gehandelt wird.

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