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DAX und Nasdaq Dax und Nasdaq belagern wichtige Widerstände

Gastautor: Klaus Buhl
14.06.2018, 11:56  |  236   |   |   

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

seit Wochen tendieren die globalen Indizes überraschend fest und viele Investoren reiben sich überrascht die Augen. Die verschiedenen geopolitischen Risiken, die straffere Geldpolitik der Notenbanken, die mögliche Ausweitung im Handelsstreit und der etwaige Scheitelpunkt der Konjunktur - alles prallt von den Aktienmärkten ab.
In Anbetracht dieser Tatsachen ist es erstaunlich, wie stark der von der brutalen Machtpolitik von Präsident Trump angeheizte Aufwärtstrend der US- Börse ist, dem die anderen Märkte fast bedingungslos folgen.
Da es aber auch in der gegenwärtigen Situation nicht weiterhilft zu diskutieren, warum die Kurse steigen, sollten wir die Stärke der globalen Börsen dankend hinnehmen und uns einen möglichst guten Eindruck von dem verschaffen, was sich unterhalb der Oberfläche der Indizes abspielt.
US-Aktien bleiben die relativ stärkste Anlageklasse, gefolgt von den internationalen Aktien, Rohstoffen und Anleihen. Insofern gilt es für uns das Geschehen gut zu beobachten, sich aber umgekehrt auch nicht zu früh von der Party zu verabschieden. Der wichtigste gegenwärtige Börsenplatz ist die Nasdaq, wo jetzt die Entscheidung fällt, ob wir ein negatives Doppel-Top oder einen positiven Durchbruch nach oben erleben.

Doppeltop an der Nasdaq?

Die großen bzw. hochkapitalisierten Technologietitel an der US- Wachstumsbörse Nasdaq gelten als einer der wichtigsten globalen Leitindizes. Dies hängt damit zusammen, dass sich in den sehr zyklischen Technologieaktien das Risikoempfinden der Anleger spiegelt. Je besser die Stimmung an der Nasdaq, desto eher gehen die Investoren Risiken ein und erhöhen ihre Aktienquoten.
Insofern ist es kein Wunder, dass der aktuelle und noch nicht entschiedene Versuch der Investoren, ein neues Allzeithoch an der Nasdaq 100 zu generieren, weltweit kritisch beobachtet wird.
Wie gesagt bisher ist der Versuch noch nicht endgültig beendet, der Index notiert seit Tagen in unmittelbarer Umgebung des neuen Hochs, kann sich von dort aber nicht deutlich genug absetzen.
Da die äußeren Indizes in der Regel den inneren folgen, zeige ich Ihnen heute, wie es unterhalb der Oberfläche an der Nasdaq aussieht.
Die folgende Grafik zeigt Ihnen die Relation derjenigen Aktien an der Nasdaq, die auf einem definierten Kaufsignal der P & F Technik notieren.
Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Risiko- und keinen Timing-Indikator handelt. Oberhalb von 70 % ist die Technologiebörse tendenziell überhitzt, unterhalb von 30 % überverkauft.

Wie Sie sehen, notieren heute 66 % der Titel auf einem definierten Kaufsignal und werden mithin eindeutig von der Nachfrage gelenkt.
Dies ist eine sehr zufriedenstellende Marktbeteiligung und positiv ist außerdem, dass wir noch nicht die obere bei 70 % beginnende extreme Zone erreicht haben.
Sehr vielversprechend ist ebenfalls, dass sich der Indikator seit April in einem Aufwärtstrend befindet. Noch interessanter ist aber die Tatsache, dass wir aktuell in einer sehr dynamischen und positiven X-Achse handeln (ganz rechts) und jüngst die fallende Widerstandsgerade durchbrochen wurde.
Dies signalisiert uns, dass nach wie vor Kapital in die Technologieaktien fließt und die Anzahl derjenigen Aktien ansteigt, die von der Nachfrage gelenkt wird.
Im Sektor der Wachstumsaktien führen also die Bullen ganz eindeutig den Ball - aus welchen Gründen auch immer. Dies sollten wir honorieren und uns nicht frühzeitig gegen den Trend stemmen.

Konsumaktien vor einem Comeback?

Die folgende Grafik zeigt ihnen den seit Ende Januar sehr schwachen Konsumsektor für Güter des alltäglichen Gebrauchs. 

Nach einer relativ schwachen Vorstellung im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres zog der Sektor plötzlich Mitte November wieder deutlich an - nur um dann seit Februar des Jahres regelrecht abzustürzen.
Schwer zu sagen, was hinter dem Kursverfall steckt. Möglicherweise war der Sektor in Anbetracht der exzellenten konjunkturellen Situation viel zu langweilig für das spekulative „heiße“ Kapital, welches sich um den Jahreswechsel herum vor allem auf die berüchtigten FAANG -Aktien und den Technologiesektor konzentrierte.
Die Angst der Anleger vor einer Zwischen-Baisse hat den Sektor wahrscheinlich nicht unter Druck gesetzt, da die Alltagsgüter den Ruf genießen, sich in konjunkturell schwierigen Zeiten als starker Sektor zu behaupten.
Obwohl die Entwicklung noch früh ist, sieht es heute so aus, als ob der Konsumsektor erneut vor besseren Zeiten stehen würde.
Möglicherweise verbirgt sich dahinter ein Umdenken der Anleger, die wegen der extrem hohen Bewertung der Technologieaktien nach relativ günstigen Aktien und Sektoren fahnden.
Dahinter könnte sich ein Trendwechsel bzw.  eine geringere Risikobereitschaft der großen Investoren verbergen. Vielleicht sind es aber nur die üblichen „Turnaround- Spekulanten“, die sich weniger an der relativen Stärke als an der Hoffnung orientieren, dass die zurückgebliebenen Sektoren irgendwann wieder steigen „müssen“.
Ganz egal was hinter der relativen Schwäche des Sektors steckt - einige prominente Vertreter wie Altria Group, Kraft und Procter & Gamble machen einen wirklich ausgebombten Eindruck auf mich.
Für diese Denkweise ist natürlich ein sehr langer Atem notwendig, denn häufig dauert es viel länger als erwartet, bis ein vermeintlich günstiger Sektor wieder in den Fokus der Anleger rückt.

Jedenfalls wurde der kurzfristige Abwärtstrend des Sektors gebrochen und es deutet sich eine Bodenbildung an. Oberhalb von knapp 52 Punkten wäre diese abgeschlossen.
Als Bestätigung wurde vor wenigen Tagen die wichtige 50-Tage- Linie überschritten.
Die für konservative Anleger viel wichtigere und noch fallende 200-Tage-Linie lauert als hartnäckiger Widerstand aktuell bei etwa 53 Punkten.
In Anbetracht der gesamten charttechnischen Situation erwarte ich einen raschen Test dieser wichtigen Durchschnittslinie. Eine gewisse Sicherheit (das es sich nicht nur um ein Strohfeuer handelt) gibt es erst oberhalb davon und nach einem typischen Rücktest der neuen potentiellen Unterstützung von oben.

DAX scheitert erneut an wichtiger Marke

Trotz der enormen Unsicherheit im Vorfeld der wichtigen Notenbanksitzungen von FED und EZB hat der DAX gestern eindrucksvoll die Überwindung der wichtigen 200- Tage- Linie bestätigt. Da vor wenigen Tagen auch die 50- Tage -Linie erneut bestätigt wurde, handeln wir nun oberhalb der wichtigsten Durchschnittslinien und insofern in einem Aufwärtstrend.
Insofern ist natürlich nun interessant, wie sich diese Ausgangssituation im gelassenen P & F Chart ausdrückt.
Sehr deutlich erkennen Sie den markanten Widerstand bei 12.900, der übrigens ungleich wichtiger ist als die vor allem psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten. Erst oberhalb von 12.900 ist der Weg für die Bullen frei bis zum nächsten Widerstand bei 13.200, bzw. zum Allzeithoch bei etwa 13.550 Punkten.

Umgekehrt wird es für die Bullen unterhalb von 12.650 kritisch, hier würde ein neues Verkaufssignal generiert. In diesem Fall wäre es sehr wahrscheinlich, dass dann die neue mehrfache Unterstützung an der aufsteigenden Unterstützungsgeraden bei etwa 12.500 getestet würde. Aber auch ein Durchrutschen bis zur Unterseite der negativen 0-Spalte bei 12.350 wäre dann realistisch.
Formal bzw. in der alleinigen Betrachtung des P & F Charts sind die Chancen und Risiken von Bullen und Bären ausgeglichen. Wir befinden uns zwar in einer positiven x-Achse, sollten aber nicht übersehen, dass erst kürzlich unterhalb von 12.750 ein Verkaufssignal ausgelöst wurde und der Druck der Verkäufer dort größer war als Anfang Juni.
Dies zeigen uns die systematischen Spaltenwechsel im P & F Chart.
Falls Sie sich für die Philosophie des inneren Marktes und der P & F Charts interessieren, beachten Sie bitte meinen informativen Newsletter.

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit ihren Positionen und einen fröhlichen Tag

ihr Klaus Buhl

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