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Vorsicht falls Facebook anruft... Bei Facebook geht der PR-Chef: Wer will für Skandal-Konzern arbeiten?

15.06.2018, 14:20  |  1716   |   |   

Vom Social-Media-Riesen und -Pionier steht meist der Gründer Mark Zuckerberg im Rampenlicht. Nun verlässt der langjährige PR-Chef Elliot Schrage das Unternehmen und sorgt damit für Spekulationen.

"Nach mehr als einem Jahrzehnt bei Facebook habe ich beschlossen, ein neues Kapitel in meinem Leben zu beginnen." schreibt Elliot Schrage in einem Beitrag auf Facebook. Laut dem PR-Chef habe er diesen Schritt "seit einiger Zeit mit CEO Mark Zuckerberg und COO Sheryl Sandberg diskutiert".

Wie es sich für diese Branche gehört, reagierten Sandberg und Zuckerberg über die Social Media-Kanäle. "Elliot - danke für alles", schrieb Sandberg als Antwort. Und weiter: "Sie waren maßgeblich am Aufbau unseres Politik- und Kommunikationsteams beteiligt und haben viele unserer wichtigsten Initiativen vorangetrieben - darunter die jüngste Veröffentlichung unserer Gemeinschaftsstandards, Daten über unsere Effektivität bei der Durchsetzung dieser Standards und die Einrichtung einer unabhängigen Wahlkommission", schrieb Sandberg. So bekommt Schrage auch gleich ein Zeugnis ausgestellt, denn auch Mark Zuckerberg schrieb: "Du hast einen außergewöhnlichen Beitrag für Facebook geleistet - mit einigen unserer größten Herausforderungen umzugehen und dabei zu helfen, einige unserer größten Chancen zu nutzen".

Zukünftig wird Schrage weiterhin für Facebook beratend tätig sein. Zuletzt stand das Unternehmen wegen des Datenskandals in den USA und Europa vor Gericht. Der PR-Chef war maßgeblich an der Koordinierung der Reaktion von Facebook auf den Skandal beteiligt, für den das Unternehmen zunächst wegen zu langsamer Reaktion kritisiert wurde.

Wie The Financial Times schreibt, war Schrage in den letzten Jahren an mehreren Fehlern in der Öffentlichkeitsarbeit von Facebook beteiligt und wurde auch intern dafür kritisiert. Dass Schrage es nicht leicht hatte, zeigen seine Bemühungen für einen Blog mit dem Namen Hard Questions, damit das Unternehmen schneller reagieren könne. Einige Facebook-Manager und Führungskräfte zögerten jedoch so offen zu heißen Themen zu sein. Schrage setzte sich auch für die Schaffung einer Wahlkommission ein, die von unabhängigen Forschern besetzt wird, die die Auswirkungen von Facebook auf die Wahlen untersuchen und ohne die Zustimmung von Facebook Beiträge veröffentlichen kann. 

Schrage brachte es in seinem Facebook-Post passend zum Ausdruck, dass er einerseits einen Platz in der ersten Reihe der Social-Media-Entwicklung hatte, aber diese außergewöhnliche Chance andererseits Verantwortung und Rechenschaftspflicht bedeutet. Dieses Kunststück will bzw. kann der PR-Chef nicht mehr länger vollbringen, so scheint es.

Fakt ist, die Skandalwelle bei Facebook setzt sich ungebremst fort: Letzte Woche musste Facebook beispielsweise mitteilen, dass es Benutzerdaten mit Geräteherstellern, einschließlich des chinesischen Technologieunternehmens Huawei, geteilt hat. Am Freitag, nach einem Bericht im The Wall Street Journal, bestätigte Facebook, dass einigen Unternehmen, einschließlich der Royal Bank of Canada, ein erweiterter Zugriff auf die Daten von Freunden über den Grenzwert von 2015 hinaus für alle anderen Entwickler angeboten wurde. Hier scheint noch lange keine Ende in Sicht zu sein. 

Wie die WirtschaftsWoche schreibt, ist Schrage der dritte hochrangige Facebook-Manager, der innerhalb der ersten sechs Monate diesen Jahres seinen Posten aufgeben muss - oder will. Laut einer Information der Financial Times hatte Schrage schon vor den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 über seinen Rücktritt geprochen. Spannend bleibt die Frage nach der zukünftigen Stellenbesetzung. Als interne Kandidaten werden Joel Kaplan oder Rachel Whetstone gehandelt. Aber es wird auch nach externen Talenten geschaut.

Quellen:

CNBC

WiWi

The Financial Times

 

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Kommentare

Na wenn se keinen finden, will ich den Job machen. Für die Gehälter die da aufgerufen werden, kann mich auch später gerne jeder hassen. ;-)

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