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Gold, Krypto, Entstaatlichung des Geldes, Blockchain, Digitalisierung von realen Werten Bitcoin und Kryptowährungen – die dezentrale Zukunft des Geldes

Gastautor: Claudio Grass
16.06.2018, 14:11  |  6212   |   |   

Friedrich August von Hayek (1899–1992), Nobelpreisträger für Ökonomie des Jahres 1974 und Schüler von Ludwig von Mises (1881–1973), fordert in seinem Buch «Denationalisation of Money» (1976) das Ende des staatlichen Geldangebotsmonopols und die Privatisierung des Geldsystems. Er spricht sich darin für einen Wettbewerb der Währungen aus.

Der Anfang der Entstaatlichung des Geldes

Mit der Entwicklung von Bitcoin und der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie wurde es zum ersten Mal in der Geschichte möglich, dezentrales digitales Geld zu erzeugen, ohne dabei auf Finanzintermediäre wie Zentralbanken und Geschäftsbanken angewiesen zu sein. Während herkömmliche Fiatwährungen wie der Euro oder der US-Dollar von Notenbanken zentral gesteuert werden, kann der informierte Finanzmarktteilnehmer heute aus einer Vielzahl von Kryptowährungen mit unterschiedlichen Eigenschaften wählen, die die Funktionen von Geld als Tauschmittel und Recheneinheit zum Teil wesentlich besser erfüllen. Der kometenhafte Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin kann dabei als Phänomen eines globalen Trends verstanden werden, der sich den allgemeinen Zentralisierungsbestrebungen entgegenstellt. Diese Gegenbewegung findet nicht nur Ausdruck auf politischer Ebene, etwa im Brexit, der US-Präsidentschaftswahl oder dem Aufstieg von Anti-EU-Parteien wie der SVP in der Schweiz oder der AfD bei den Bundestagswahlen, sondern auch auf geldpolitischer Ebene. Die gesellschaftspolitischen Entwicklungen unserer Zeit zeugen von einer Sehnsucht nach mehr individueller Freiheit, Autonomie und weniger Abhängigkeit von zentralistischen Strukturen. Kryptowährungen bergen in diesem Zusammenhang das Potenzial, die Sehnsucht nach entstaatlichtem Geld zu stillen. Erleben wir vielleicht gerade die Manifestierung einer Idee von Friedrich August von Hayek, die er in seinem Buch „Die Entstaatlichung des Geldes“ beschrieben hat?

„Wir werden niemals Inflation verhindern können, solange wir der Regierung nicht das Monopol der Geldausgabe wegnehmen. Regierungen haben uns niemals gutes Geld gegeben, ja die Begründung für das Geldausgabemonopol der Regierungen war noch nicht einmal die, sie würden uns gutes Geld geben, sondern immer nur die, sie bräuchten es zu Finanzierungszwecken. Das Ergebnis war, dass wir zweitausend Jahre lang ein Monopol hatten, das niemand in Frage gestellt hat. Wenn wir also eine freie Gesellschaft erhalten wollen, müssen wir die Demokratie neu gestalten und der Regierung das Geldausgabe-Monopol nehmen.“) [1]

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