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Tesla, BMW, Daimler: Interessante Blickwinkel rund um die Elektromobilität in Deutschland

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.06.2018, 09:43  |  1274   |   |   

Die Elektromobilität polarisiert, wie kaum ein zweites Thema im Automobilsegment. Wird Teslas (WKN: A1CX3T) Model 3 der größte Wurf dieser Entwicklung? Oder wird BMWs (WKN: 519000) Modelloffensive das Maß der Dinge? Oder wird vielleicht Daimler (WKN: 710000) sich mit seinen Bestrebungen durchsetzen können? Allesamt vertretbare Sichtweisen.

Nichtsdestoweniger bleibt die grundlegende Frage, inwiefern sich die Elektro-Autos überhaupt durchsetzen werden. Und selbst wenn, wann. In diesem Zusammenhang hat das Handelsblatt anhand von ein paar überaus wesentlichen Fragen die bisherigen, strukturellen Marktgegebenheiten in Deutschland zusammengefasst. Für unsere Foolishen Zwecke gibt’s nun das Wesentliche, teils zusammengefasst, teils umformuliert, noch einmal zum Nachlesen:

Die Fragen und Antworten

  • Wieviele Elektroautos fahren in Deutschland? – Gegenwärtig zieren unsere Straßen 53.861 Elektroautos. Zählt man die Hybrid-Varianten mit, sind es knapp 58.000 Stromer. Das ist jedoch nur ein kleiner Anteil an den insgesamt rund 47 Millionen PKW, die über Deutschlands Straßen sausen. Selbst wenn die Anzahl der Neuanmeldungen mit Elektroantrieb mit 14.583 Fahrzeugen allein in diesem Jahr möglicherweise auf verheißungsvolles Wachstum hindeutet, ist das noch verhältnismäßig wenig.
  • Warum kommen Elektroautos nicht so recht in Fahrt? – Insgesamt drei Gründe werden hierbei kolportiert: Die Reichweite, der hohe Preis und die wenig vorhandene Ladeinfrastruktur.
  • Im Kontext der Ladestrukturen: Wieviele Ladestationen gibt es aktuell? – Öffentliche Ladestationen sind derzeit 5.000 mit zusammen 20.000 Anschlüssen vorhanden. Dazu gesellen sich bislang 70.000 private und privatwirtschaftliche Ladestationen.
  • Wieso kommt die Infrastruktur nicht so recht voran? – Zum einen, weil die Bundesregierung sehr zögerlich investiert. Bislang 300 Millionen Euro sind zur Förderung der Ladeinfrastruktur vorgesehen. Zum anderen aber auch, weil kaum Interesse am Ausbau seitens der Privatwirtschaft besteht. Aufgrund der wenigen, zugelassenen Elektroautos ist die Ladeinfrastruktur ein wenig lohnender Industriezweig. Bemühungen gibt es oftmals lediglich aus Prestigezwecken.

Letztlich können wir daher sagen, dass sich der Elektroautomarkt in Deutschland in Teilen verhält, wie ein Hund, der versucht, sich in den eigenen Schwanz zu beißen – er dreht sich im Kreis. Aufgrund der wenig vorhandenen Ladestationen finden Elektrofahrzeuge bei den Konsumenten wenig Anklang. Und weil es wenig Konsumenten gibt, wollen alle politischen und wirtschaftlichen Akteure nur zögerlich in diesen potenziellen Markt der Zukunft investieren.

Wofür solche Informationen wichtig sind

Bleibt die spannende Frage, weshalb solche Meldungen für uns als Investoren wichtig sind. In Kürze, sie tragen zu plausibleren Einschätzungen in diesen Marktgefilden bei.

Gegenwärtig zeichnen viele Medien nämlich vor allem im Automobilsegment das Bild, dass die ganze – sprich die kurzfristige, mittelfristige und langfristige – Zukunft einzig und allein vom Elektrosegment abhängt.

Die Zahlen spiegeln jedoch zumindest in meinen Augen ein gegenwärtig noch konträres Bild wider. Zumal es, wie wir gerade gesehen haben, auch an manchen Stellen strukturelle Probleme gibt, die zumindest in Deutschland stark die weitere Nachfrage drücken könnten.

Solche Zahlen eröffnen Investoren somit einen fundierten und quantitativen Einblick in die Realität des Elektroautomarktes. Mithilfe dieser können wir letztlich versuchen, das Wachstum zu bewerten und eine reelle Marktgröße auch in der nächsten Zeit einzuschätzen.

In einem zweiten Schritt sollten alle Investoren sodann überlegen, ob es sich mittelfristig wirklich anbietet, sich auf dieses Themenfeld der Elektromobilität im Automobilmarkt gegenwärtig schon zu versteifen. Denn womöglich könnten noch lange die Otto-Motoren den Automobilmarkt dominieren, selbst wenn die Medien, wie gesagt, ein anderes Bild zeichnen.

Die weitere Dominanz der Otto-Motoren könnte für mich zumindest auf absehbare Zeit eine andere, vertretbare Sichtweise sein, auch wenn ich die grundlegende Bedeutung der Elektroautos für den Automobilmarkt langfristig gesehen nicht verschmähen möchte. Doch wer weiß, was langfristig in Anbetracht dieser Zahlen wohl heißt…

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Vincent besitzt Aktien von BMW. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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