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“Danke Merkel” – droht dem DAX ein Polit-Crash?

Gastautor: Daniel Saurenz
18.06.2018, 06:00  |  683   |   |   

Frankfurt_BörseAm Freitag lieferte die Titanic einen kleinen Coup, als man eine Twitternachricht zu einem Ende der CDU/CSU-Konstellation bei NTV und N24 unterbringen konnte. Wir haben uns den DAX angesehen und zumindest die Rücknahme der Nachricht sorgte am Markt für eine Bewegung nach oben. Ab Montag könnte diese Fake-News recht schnell Realität werden. Wir rechnen für diesen Fall für erheblichen Druck beim DAX. Europa braucht derzeit Angela Merkel dringender denn je. Frankreichs Macron wartet weiterhin auf eine Antwort zu seinen EU-Plänen, die Italienkrise könnte jederzeit wieder auf die Agenda kommen. Wir empfehlen zur Absicherung den DAX-Put DD2VJC oder den Turbo-Bear MF4JQ2

Ergänzend blicken wir auf die Einschätzung der Onemarkets-Experten zum Wochenstart…

In der abgelaufenen Woche hatten die Marktteilnehmer jede Menge Meldungen und Entscheidungen zu verdauen. Die Zinserhöhung seitens der Fed und das geplante Ende des Wertpapierkaufprogramms seitens der EZB waren allerdings keine große Überraschung. Dementsprechend entspannt fiel die Reaktion an den Aktienmärkten aus. Beim Blick auf die Kursentwicklung der europäischen und amerikanischen Aktienbarometer zeigt sich jedoch, dass die Europäer den Amerikanern in der zurückliegenden Woche ein Schnippchen schlagen konnten. Vor allem die deutschen, französischen und italienischen Standardwerteindizes konnten im Wochenvergleich deutlich zulegen. Der DAX® knackte dabei die 13.000 Punktemarke und der FTSE MIB® schob sich zurück über 22.000 Punkte.

Derweil zeigten die Anleihen-, Rohstoff- und Währungsmärkte durchaus große Reaktionen auf die EZB- und Fed-Entscheidungen. So sackte die Rendite langfristiger deutscher Staatspapiere um 10 Basispunkte auf 0,4 Prozent ab. Der Preis von einem Barrel Brent Oil sank unter die Unterstützungsmarke von 75,30 USD. Nun blicken die Marktteilnehmer auf die nächste Unterstützung bei 73 USD und der Euro/US-Dollar-Wechselkurs fiel auf das Maitief von rund 1,16 USD zurück.

In der kommenden Woche stehen zahlreiche wichtige Wirtschaftsdaten an. Bei den Einzelwerten dürften die Versorger und die Fintechs Adyen und Wirecard im Fokus stehen.

Unternehmen im Fokus

In der abgelaufenen Woche setzten sich die beiden Versorger E.On und RWE an die DAX®-Spitze. Beflügelt hat unter anderem die Meldung, dass sich E.On bei den Banken rund fünf Milliarden Euro für den Erwerb der Innogy-Beteiligung von RWE sicherte. Zudem gab die EU dem Verkauf der Uniper-Anteile von E.On an Fortum statt.

In der zweiten Reihe fielen Bilfinger, Fraport, MorphoSys, Rocket Internet und Wirecard mit überdurchschnittlichen Gewinnen auf. Beim einstigen Baukonzern Bilfinger ist der Umbau bald abgeschlossen. „Ein Großteil der verlustreichen Bereiche wurden inzwischen verkauft“, erklärte Konzernchef Tom Blades gegenüber über der Börsenzeitung. „Nun stehen die Ampeln wieder auf Wachstum!“ Die Aktie notiert inzwischen auf dem höchsten Stand seit April 2015. Der Flughafenbetreiber rechnet mit einem stärkeren Anstieg der Passagierzahlen in Frankfurt als bisher erwartet. Die Meldung kam bei Investoren gut an. MorphoSys wird auf der EHA-Konferenz 2018 klinische Daten seines Blutkrebs-Kandidaten MOR208 bei chronischer lymphatischer Leukämie präsentieren. Das reichte um die Aktie auf den höchsten Stand seit Mai 2000 zu schieben. Rocket Internet profitierte vom erfolgreichen Börsendebüt der Tochter Home24 diese Woche und Wirecard ließ sich vom fulminanten Börsengang des Konkurrenten Adyen beflügeln. Das Papier der Niederländer kam zu 230 Euro an die Börse und schloss am Freitag bei 415 Euro.

Oracle veröffentlicht Zahlen zum vierten Geschäftsquartal. Aumann, Brenntag, Patrizia Immobilien, Qiagen, Scout24 und Wirecard laden zur Hauptversammlung.

Wichtige Termine

  • 20.06.: USA – Leistungsbilanz Q1
  • 21.06.: England – Zinsentscheid der Bank von England und Protokoll der geldpolitischen Sitzung (13:00)
  • 21.06.: USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 16. Juni
  • 21.06.: USA – Industrieindex Philly Fed, Juni
  • 21.06.: USA – Veröffentlichung erster Ergebnisse des Bankenstresstests 2018 der Fed
  • 22.06.: Deutschland – Markit Einkaufsmanagerindex Deutschland (Industrie, Service, Composite) für Juni
  • 22.06.: Europa – Markit Einkaufsmanagerindex Euro-Zone (Industrie, Service, Composite) für Juni

Charttechnischer Ausblick: DAX®

Widerstandsmarken: 13.200/13.390 Punkte

Unterstützungsmarken: 12.780/12.900/13.040 Punkte

Der DAX® prallte zum Wochenschluss an der Widerstandsmarke von 13.200 Punkten ab. Die 13.000 Punktemarke konnte der Index jedoch locker verteidigen. Damit wahrt er die Chance auf einen neuen Anlauf auf das jüngste Hoch. Gelingt der Ausbruch über 13.200 Punkte besteht die Chance auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bis 13.390 Punkte. Die Bären dürften frühestens unterhalb von 12.800 Punkten das Ruder übernehmen.

DAX® in Punkten; 4-Stundenchart (1 Kerze = 4 Stunden)

Betrachtungszeitraum: 22.03.2018 – 15.06.2018. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

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