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Börse Draghi beflügelt - aber die Lunte am Pulverfass wird immer kürzer!

Gastautor: Thomas Hellener
18.06.2018, 07:27  |  5287   |   |   

Mario Draghi hat es geschafft. Die EZB hat erstmals einen Termin für das Ende ihres Anleihekaufprogramms genannt und – für viele etwas überraschend - einen konkreten Ausblick für die ersten Leitzinserhöhungen gegeben. Die Leitzinsen sollen „mindestens bis Ende Sommer 2019“ unverändert bleiben. Das nahm der Markt insgesamt positiv auf. Zum einen wurde damit das ursprünglich bis Ende September terminierte Kaufprogramm bis Dezember 2018 um monatlich 15 Mrd. Euro verlängert. Zum anderen betonte Draghi, dass das am Jahresende neue Rekordniveau an Liquidität durch fällig werdende Anleihen wieder in die Märkte zurückfließen soll. Damit stärkt die Geldpolitik Eurostoxx 50, Dax, MDAX & Co. weiter den Rücken. Es wäre also keine Überraschung, wenn die Aktienkurse schon bald neue Höchststände erreichen würden.

Rutscht Japan als erste Industrienation in die Rezession?

Doch die Erleichterung an den Börsen wird möglicherweise nur von kurzer Dauer sein, denn die Sorgen und Belastungen für die Märkte sind insgesamt nicht sonderlich weniger geworden.  Da ist zum einen die Gefahr, dass Japan als erste Industrienation in eine Rezession abrutscht. Im vergangenen Quartal ist die Wirtschaft bereits geschrumpft. Und als Exportnation könnte Japan weiter leiden. Denn der sich ausweitende Handelskrieg, den US -Präsident Donald Trump immer weiter zuspitzt und in dem China und die EU nun mit verschärften Gegenmaßnahmen reagieren, droht zu eskalieren. Japan in der Rezession – das haben viele Anleger noch gar nicht auf dem Plan. Dabei tut die japanische Notenbank von fiskalpolitischer Seite her alles, um gegenzusteuern. Es bleibt aber die Frage, ob dies auch genug ist. Da auch Deutschland sehr stark von seinem Export lebt, sollten auch hierzulande die Alarmglocken läuten. Hinzu kommt – und das ist äußerst beängstigend: Schaut man sich global die Konjunkturerwartungen der Volkswirte, aber auch die der Unternehmen an, so sind diese Erwartungen global gesehen ALLESAMT negativ. Einzige Ausnahme ist Asien ex Japan.

Die Lunte am Pulverfass wird immer kürzer

Für Europa kommt noch das Problem Italien hinzu. Die neue Regierung hat zwar versprochen, die Schulden zu senken, auf der anderen Seite sollen alle im Wahlkampf versprochenen Reformen umgesetzt werden. Doch das passt nicht zusammen. Sparen wollen und gleichzeitig die Ausgaben drastisch erhöhen, das geht einfach nicht.

Die Situation bleibt also gefährlich, oder wie es die Manager unseres global investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte, Frank Fischer und Yefei Lu, sagen: Wir feiern im Moment eine Party auf dem Pulverfass – wobei die Lunte immer kürzer wird! Deshalb haben sie die Netto-Aktienquote auch auf rund 70 Prozent gesenkt. Die neutrale Aktienquote im Fonds liegt im Normalfall bei 80 bis 85 Prozent. Darüber hinaus sind fast 15 Prozent des Portfolios abgesichert, während die Kasse-Position bei rund 10 Prozent liegt. Diese Reserve wird bewusst gehalten, um bei niedrigeren Kursen schnell reagieren zu können.

Insgesamt ist der Fonds derzeit etwas defensiver aufgestellt. Das heißt aber nicht, dass Fischer und Lu den Markt komplett verlassen haben. Denn die Anleger sollen ja auch weiterhin am bestehenden Aufschwung partizipieren. Dabei werden aber die Risiken, wie oben beschrieben, nicht aus den Augen gelassen.

Croda: Eine Ertragsperle aus UK

So bleiben Titel wie Alphabeth, Berkshire Hathaway und Novo Nordisk übergewichtet. Aufgestockt wurden zuletzt Positionierung bei Titeln aus Großbritannien, die für Stock-Picker wie Fischer und Lu derzeit attraktiv sind. So wurde die Position in Croda aufgestockt, die mittlerweile zu den TOP-5 im Portfolio gehören. Croda International Plc ist eine der großen Erfolgsgeschichten im PRIMA – Globale Werte. Die Aktie hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt. Das Unternehmen produziert und vertreibt Spezialchemikalien. Dabei ist das Besondere: Auf Basis natürlicher nachwachsenden Rohstoffe bietet der Konzern eine breite Produktpalette an Rohstoffen und Spezialprodukten an, die dann bei der Herstellung von Kosmetikartikeln, Gesundheits- und Wellnessprodukten, Babypflegeprodukten oder auch Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden. Croda wurde bereits 1925 in Yorkshire als Hersteller von Lanolin gegründet und ist heute weltweit mit Produktionsstätten und Niederlassungen in über 30 Ländern aktiv. Fischer und Lu trauen dem Unternehmen auch weiterhin ein starkes Wachstum zu. Dass diese Hoffnung nicht unberechtigt ist, hat Croda gerade erst wieder unter Beweis gestellt, indem bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen die ambitionierte Jahresprognose erneut bestätigt wurde.

 

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