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Erfolgstory mit ungewissem Ausgang Deutsche Post weitet Produktion aus: E-Transporter fürs Image?

18.06.2018, 12:31  |  1972   |   |   

Die Post will den E-Transporter Streetscooter mindestens bis 2020 weiterbauen. Langfristig will die Post jedoch kein E-Autobauer sein. Ein Verkauf an strategische Investoren oder ein Börsengang sind laut Post-Chef Frank Appel denkbar.

Post-Chef Frank Appel will trotz des Rauswurfs von Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes vorerst an dessen Streetscooter-Projekt festhalten. Gerdes hatte den Bau des Elektro-Transporters vorangetrieben. Gegenüber der F.A.Z. sagte Appel: „Mindestens in den nächsten zwei Jahren setzen wir das fort“. Der Streetscooter ist „eine sehr gute Story“, so Appel.

Schon vor einigen Jahren hatte die Deutsche Post AG bei großen Nutzfahrzeug-Herstellern anfragen lassen, ob diese einen leichten und kleinen Elektro-Transporter für den urbanen Raum entwickeln könnten. Nachdem die Post von den alten Autoherstellern hingehalten wurde, beschloss sie die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Ende 2014 kaufte das Post- und Logistikunternehmen kurzerhand das Aachener Start-Up Streetscooter. Der junge E-Nutzfahrzeughersteller war zuvor aus einer Forschungsinitiative der RWTH Aachen hervorgegangen.

Heute ist der DHL-Streetscooter ein Erfolgsmodell. Laut „Auto Motor und Sport“ sind derzeit 5.000 Streetscooter bei der Post im Einsatz und das elektrische Nutzfahrzeug wird auch an externe Unternehmen verkauft. Pro Jahr werden 10.000 Fahrzeuge herstellt, bis Ende des Jahres soll die Produktion sogar auf 20.000 ausgeweitet werden. 2018 soll indes auch eine Version mit Brennstoffzellenantrieb kommen, die eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern hat, so der Spiegel.

Post-Chef Appel sagte der F.A.Z jedoch, dass die Post auf Dauer kein Autohersteller sein möchte. „Es gibt da alle möglichen Optionen“, erklärte Appel. Neben dem Verkauf an strategische Investoren oder Beteiligungen sei auch ein Börsengang denkbar. Bis 2020 soll der Streetscooter bzw. das Innovationsressort der Post Gewinne abwerfen.

Auch am E-Post-Projekt, das Gerdes initiiert hatte, will Appel festhalten: „Die E-Post werden wir nicht einstellen, sondern weiterentwickeln.“ Durch die 16 Milliarden E-Post-Briefe würden jährlich 600 Millionen Euro Umsatz getätigt, so die F.A.Z.

Im Xetra-Handel steht die Post-Aktie aktuell leicht im Minus (Stand: 2018.06.18, 11:18:33 Uhr):

Deutsche Post

Quellen:

Auto Motor und Sport: „Ford vertreibt den Elektro-Transporter“
F.A.Z.: „Deutsche Post will Streetscooter bis 2020 selbst produzieren“
 

Wertpapier
Deutsche Post


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