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Eltern-Kind-Therapie hilft depressiven Kleinkindern

Nachrichtenquelle: Pressetext (News)
20.06.2018, 13:30  |  1388   |   |   

St. Louis (pte024/20.06.2018/13:30) - Bereits dreijährige Kinder können unter einer klinischen Depression leiden. Diese wiederholt sich häufig, wenn sie älter werden und in die Schule gehen. Sie kann jedoch auch während der Pubertät und später erneut auftreten. Laut einer Studie der Washington University School of Medicine http://medicine.wustl.edu bietet eine interaktive Therapie, die gemeinsam mit den Eltern durchgeführt wird, gute Chancen, die Depressionsraten zu senken und die Schwere der Symptome zu verringern.

Schnelles Eingreifen wichtig

Laut Forschungsleiterin Joan L. Luby könnte ein so früh wie mögliches Erkennen der Depression und die Unterstützung der Kinder bei der Verarbeitung ihrer Gefühle den Verlauf der Depression verändern und vielleicht das Wiederauftreten der Krankheit im späteren Leben verringern oder verhindern. Die Forscher adaptierten für die Studie die Parent-Child Interaction Therapy (PCIT), die in den 1970er-Jahren für die Behandlung von störendem Verhalten bei Vorschulkindern entwickelt wurde. Hinzugefügt wurde eine Reihe von Sitzungen, die sich auf die Gefühle konzentrierten.

Laut Luby sehen die Forscher eine Depression als eine Beinträchtigung der Fähigkeit Gefühle zu erfahren und zu regulieren. Das 18 Wochen dauernde und 20 Therapiesitzungen umfassende Programm beginnt mit einer verkürzten Version des ursprünglichen PCIT-Therapie und konzentriert sich dann mehr auf die Verbesserung der emotionalen Entwicklung. "Wir bringen den Eltern zum Beispiel bei, wie sie mit den Reaktionen der Kinder auf stressige Situationen umgehen können."

Therapie mit einem Paket

Zu den möglichen Vorgehensweisen gehört eine Aktivität, bei der die Forscher ein Paket für ein Kind in einem Raum platzieren. Das Kind muss dann warten, bis es das Paket öffnen darf. Der teilnehmende Elternteil trägt eine Hörmuschel und wird von einem Therapeuten unterstützt, der die Situation durch einen Einwegspiegel beobachtet. Die Idee dahinter ist, Kindern Werkzeuge zu geben, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten und den Eltern beizubringen, wie sie ihren Kindern bei der Stärkung dieser Werkzeuge helfen können.

An der Studie nahmen 229 Eltern-Kind-Paare teil. Die Kinder waren zwischen drei und sieben Jahren alt und litten unter Depressionen. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt die neue Therapie mit der Bezeichnung PCIT-ED. Im Vergleich mit den Kindern die vor Beginn der Therapie auf eine Warteliste gesetzt wurden, traten Depressionen bei den behandelten Kindern nach 18 Wochen rasch selterer auf. Sie waren insgesamt auch weniger beeinträchtigt. Blieb die Depression nach der Behandlung bestehen, war sie weniger schwer als bei den Kindern, die noch nicht teilgenommen hatten.

Laut Luby werden die Kinder weiter begleitet, um herauszufinden, wie lange die Wirkung der Therapie anhält. Ihr Team analysiert derzeit Daten, die in drei Monaten nach Beendigung der Behandlung gesammelt wurden. Es soll festgestellt werden, ob die Verbesserungen anhalten oder ob Symptome einer Depression zurückgekehrt sind. Die Forscher hoffen, die Kinder bis in die Pubertät begleiten zu können, um herauszufinden, ob die Intervention im Kleinkindalter langfristige Vorteile bringt. Details wurden im "American Journal of Psychiatry" veröffentlicht.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Moritz Bergmann
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[ Quelle: http://www.pressetext.com/news/20180620024 ]

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