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CHRONIC MAKRO UNEASE - UND SEINE VORTEILE BEIM RISIKOMANAGEMENT

Gastautor: Dr. Georg Oehm
20.06.2018, 13:55  |  540   |   |   

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Wie vermeidet man solche Katastrophen?

Chronic Unease – auf Deutsch „chronisches Unbehagen“ – ist nicht schön, wenn man persönlich darunter leidet. Es ist aber wichtig, wenn es um das Management von Risiken geht.

Sie fragen sich vielleicht, was dieses Thema mit der brennenden Ölplattform zu tun hat. Der Zusammenhang ist einfach: Britische Forscher haben untersucht, welche Manager von Ölplattformen die wenigsten Unfälle haben. Selbstzufriedene Chefstrategen sind nicht besonders erfolgreich. Manager mit „chronic unease“ zu deren Natur es gehört, hinter jeder Ecke ein Risiko zu wittern, das die Fortexistenz der Plattform gefährden könnte, schneiden deutlich besser ab. Diese Manager sind nicht immer tolle Stimmungskanonen, aber wer selten einen Totalschaden hat, bleibt meist lange im Rennen.

Für die Kapitalmärkte sind uns vergleichbare Untersuchungen nicht bekannt – aber der Zusammenhang ist offensichtlich und wohl ähnlich, sobald es darum geht, Risiken zu managen und nicht Hände aufzulegen mit dem Hinweis, dass die Kostenersparnis der passiven Anlagen alles richten wird – wenn Sie bis zum Grabstein durchhalten.

Da wir bei Mellinckrodt an „chronic MAKRO unease“ leiden, erlauben wir uns, Sie in dieser und den nächsten Notizen über den Sommer mit den Topthemen vertraut zu machen, die uns zwar nicht den Schlaf rauben, aber das Potential haben, uns schon früh morgens auf Trab zu halten.

Liquidierbarkeit und Absicherung

Der ersten Hypothese, dass die Politik der Notenbanken die Preise aller Vermögensanlagen in den Himmel getrieben hat, stimmt wohl fast jeder zu. Die zweite Hypothese teilen die meisten Gesprächspartner nach kurzem Überlegen auch: Die Suche allein nach dem Kriterium des Preises macht wenig Sinn, weil alle Vermögenswerte bereits teuer sind. Wichtig sind neben dem Preis weitere Merkmale. Bei Aktien zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Unternehmen eine große, weltweite Krise übersteht und nicht Insolvenz anmelden muss.

Stellen Sie sich kurz einmal vor, was es für Sie bedeutet, wenn die Preise all ihrer Vermögensanlagen um 30 % sinken. Die Ihrer Immobilien, des Oldtimers, aber auch der Staatsanleihe oder der Unternehmensbeteiligung im Private-Equity-Fonds. Keine angenehme Vorstellung. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass in großen Krisen die Preise nicht alle gleichzeitig sinken. Es beginnt meist bei den liquidesten Börsenanlagen, andere Vermögensklassen folgen später nach und immer, wenn das passiert, gibt es eine große Krise. Nur weil uns das Überschwappen von Börsenkorrekturen auf andere Vermögensanlagen in den letzten Jahren erspart geblieben ist, sollten wir uns aber nicht in einer falschen Sicherheit wiegen.

Wenn die Party vorbei ist, kommt der Abbau. Das läuft dann ähnlich wie bei einer großen Hüpfburg. Die Luft entweicht nicht überall gleichzeitig, sondern erst aus dem einen und danach den anderen Pfeilern. In 2008 war es beispielsweise so, dass zuerst die Aktienmärkte stark korrigiert haben. Dann stellten große institutionelle Investoren fest, dass der relative Anteil anderer Assetklassen in den Portfolios zu groß geworden war. In der Folge gab es dann zum Beispiel auch großen Verkaufsdruck bei Immobilien und Private-Equity-Anlagen. Die Partners Group aus der Schweiz legte damals in der Krise neue Anlagevehikel auf, um am Sekundärmarkt Private-Equity-Beteiligungen mit großen Abschlägen zu erwerben.

Investoren, die in 2008 nicht gezwungen waren, ihre Anlagen zu verkaufen, konnten sich in der Folge über wieder steigende Werte ihrer Private-Equity-Beteiligungen freuen. Noch besser war die Laune bei denen, die in der Krise eingestiegen waren und mit Abschlägen kaufen konnten. Gleiches galt für Immobilien.

Ungern gesprochen wird von den Zwangsverkäufen und den Gründen dafür. Eine große Krise ist eben deshalb eine solche, weil viele Personen und Institutionen verkaufen müssen. Liquidität ist knapp und diejenigen, die in der Krise liquide sind, können ihr Geld teuer „verkaufen“. Anders gesagt: Wenn alle verkaufen, bekommen diejenigen, die Geld zum Kauf haben, die Vermögenswerte fast umsonst.

Soweit so gut. Den Spruch mit den Kanonen erspare ich Ihnen. Wichtiger ist ein anderer Punkt. Wie bleibt man liquide, wenn die große Krise daran zu erkennen ist, dass es kein Vertrauen mehr in das Finanzsystem gibt? Die kurzzeitige Verdopplung der Zinsen für italienische Staatsanleihen während des Gerangels um die Regierungsbildung gab einen kurzen Vorgeschmack. Und ob es die richtige Strategie ist, das Geld wie 2008 von den Privatbanken abzuziehen und zu den Sparkassen zu tragen, bleibt dahingestellt. Steinbrück ist nicht mehr im Amt und ob die Bürger Frau Merkel eine weitere „Geldautomatengarantie“ abkaufen, darf bezweifelt werden. Es kann gut sein, dass Sie bei keiner Bank in der Eurozone mehr ein Festgeldkonto unterhalten wollen, wenn die nächste Rezession kommt. Das Kopfkissen ist keine Alternative. Aber was dann?

Kaufen Sie Aktien! Wie? Das wäre doch verrückt. Nein, ist es nicht.

Eine Aktie ist ein Vermögenswert, genauso wie eine Immobilie, ein Oldtimer oder eine Uhr. Der Immobilieneigentümer steht im Grundbuch, der Aktionär wird vom Depotgesetz geschützt und ihren Oldtimer haben Sie bei der Zulassungsstelle auf Ihren Namen eingetragen. Das Festgeld bei der Bank ist ein Kredit. Nicht von der Bank, sondern an die Bank. Und wenn die Bank sich in Schieflage befindet, können Sie ja mal bei Google nachsehen, was das in Zypern gekostet hat: 50 %. Und das ist geltendes EU-Recht. Die 50 % werden von Ihren Aktien nicht abgezogen. Die leiden vielleicht im Wert, aber sind ja nicht Eigentum der Bank und deshalb auch nicht Teil der Insolvenzmasse einer Bank.

Kein guter Ort für Ihr Geld

Die Aktien haben einen weiteren Vorteil. Sie können diese entweder verkaufen oder aber – in der Krise besser – behalten und absichern. Das geht weder bei Oldtimern noch bei Immobilien. Und genau diese Absicherungsmöglichkeit durch Optionen und Futures ist es, die Aktien in Krisen so interessant macht. Wie das geht, erklären wir Ihnen gerne. Wenn Sie sich für die Details nicht interessieren, schauen Sie sich doch Aktienfonds an, die nicht nur Aktien aussuchen, sondern auch die Dienstleistung eines funktionierenden Risikomanagements in die Strategie mit eingebaut haben.

Wichtig ist allerdings, dass Sie nicht zu gierig sind. Tolle Überperformance als Rittmeister der kleinsten Nebenwerte und gleichzeitig eine funktionierende Absicherung. Das klappt nur im Märchen. Sie sollten deshalb schon auch darauf achten, ob die Aktien, die Sie kaufen, auch liquidierbar sind. Denn Liquidierbarkeit und Absicherungsmöglichkeit sind zwei Seiten der gleichen Medaille.

In großen Krisen sind die Abschläge bei Zwangsverkäufen hoch und außerdem kommt es zu zahlreichen Insolvenzen, weil gerade bei kleinen Wachstumsfirmen die Liquidität schneller entweicht als die Luft aus der Hüpfburg in Ihrem Garten. Dann bekommen Sie gar nichts und die vorherige tolle Performance ist auf Nimmerwiedersehen dahin.

 

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