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Marktkommentar: Dylan Ball (Franklin Templeton): Warum europäische Aktien Boden gutmachen können
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Marktkommentar Dylan Ball (Franklin Templeton): Warum europäische Aktien Boden gutmachen können

Nachrichtenquelle: Asset Standard
22.06.2018, 10:05  |  632   |   |   

Dylan Ball betrachtet die Phase des Konjunkturzyklus in Europa und die potenziellen Anlagechancen.

Die Aktienmärkte scheinen sich nach der kurzen, heftigen Volatilität, die durch die politischen Turbulenzen im vergangenen Monat in Italien und Spanien ausgelöst wurde, beruhigt zu haben. In aller Regel lässt sich Dylan Ball, Head of European Equity Strategies der Templeton Global Equity Group, durch solche kurzfristige Schocks den Blick auf die langfristige Story nicht verbauen.

Nach unserer Ansicht spiegeln die jüngste Schwäche bei den Gewinnen in Europa und die gesamtwirtschaftlichen Daten eher eine Verlangsamung in der Mitte des Zyklus als das Ende der wirtschaftlichen Erholung in Europa wider.

Die Stärke des Euro im dritten und vierten Quartal des letzten Jahres bremste das Gewinnwachstum, das wir ansonsten zu Beginn dieses Jahres hätten erwarten können, etwas aus, denn rund 50 % des Umsatzes in europäischen Indizes sind exportgebunden.

Wir vertreten die Auffassung, dass eine neuerliche Stärke des US-Dollar den Gewinnen in Europa im weiteren Verlauf von 2018 zu einer Erholung verhelfen dürfte.


Dem Ende näher als dem Anfang

Überdies deutet unsere Analyse darauf hin, dass wir dem Ende des globalen Konjunkturzyklus näher sind als dem Anfang. Traditionell erzielen europäische Aktien in den späten Phasen eines Konjunkturzyklus eine Outperformance.

Nach unserem Dafürhalten müssen viele wirtschaftliche Trends, die sich in den USA in den vergangenen Jahren zeigten, in Europa erst noch ausreifen. Folglich könnte Europa nun genutzt werden, um zu anderen Aktienmärkten aufzuschließen.

In den USA war beispielsweise eine Umstrukturierung des Arbeitsmarktes zu beobachten, die sich bis auf die Gewinne der Unternehmen niederschlug, die nun jedoch weitgehend in den Aktienkursen eingepreist ist.

Dagegen ermöglicht die Arbeitsmarktreform in Deutschland, Spanien und vor kurzem Frankreich den wichtigen Unternehmen Europas erst jetzt eine Umstrukturierung der Arbeitskomponente ihrer Fixkosten.


Die lange Erholung

Die weltweite Konjunkturerholung begann 2009 und ist mittlerweile hinter den Rezessionen von 1991 und 1961 die drittlängste je verzeichnete Erholungsphase.

Nach unserer Analyse sind europäische Unternehmen im Zyklus in der Regel zwei bis drei Jahre hinter ihren US-Pendants. Somit dürfte es für Europa nach wie vor Raum geben, um Boden gutzumachen.

Wir rechnen damit, dass mancher Anleger, der mit bestimmten Themen am US-Markt Geld verdient hat, allmählich nach Möglichkeiten Ausschau hält, diese Themen auch bei europäischen Aktien zu nutzen.

Wir sind in einem Wachstumsmarkt, und europäische Aktien haben eine ziemlich starke Wertorientierung. Es überrascht daher nicht, dass europäische Aktien Zeit brauchen, um sich im Vergleich zu US-Aktien zu entwickeln.

Anfang Juni machte der traditionell wertorientierte Finanzsektor mehr als 20 % des MSCI Europe ex UK Index aus, und der Industriesektor weitere 15 %. Dagegen entfielen auf den generell als Wachstumssektor betrachteten Technologiesektor gerade einmal 6 % des europäischen Index, jedoch mehr als 25 % beim MSCI USA.1

In der Regel dauern solche „Growth“-Märkte länger als „Value“-Märkte. Dies heißt jedoch nicht, dass Value-Titel weiterhin schlechter abschneiden werden.

In der Vergangenheit war bei Konjunkturerholungen in späten Phasen häufig eine gegenläufige Outperformance zu beobachten, wenn populäre Aktien an Schwung verlieren. Im aktuellen Zyklus sind diese populären Aktien generell in den Sektoren Technologie, Luxusgüter und nichtzyklische Konsumgüter zu finden.

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