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OTT-Studie zeigt Skype- oder WhatsApp-Anrufe ersetzen nicht das klassische Telefon

Nachrichtenagentur: news aktuell
25.06.2018, 12:38  |  649   |   |   
Köln (ots) - In einer repräsentativen Studie haben Prof. Dr. Anna
Schneider, Dozentin für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule
Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien in Köln, und Dr. René
Arnold vom Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und
Kommunikationsdienste (WIK) das Konsumentenverhalten in Bezug auf
Over-the-Top-Dienste (OTT) deutschlandweit untersucht. Dazu haben sie
in der bereits dritten Erhebungswelle erneut über 2.000 Konsumenten
befragt. Die Ergebnisse zeigen: Klassische Kommunikationsdienste
werden entgegen aller Vermutungen weiterhin genutzt. Zudem setzen
Konsumenten die technischen Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der
verschiedenen Dienste ganz bewusst im Rahmen ihrer Kommunikation ein.
Diese Erkenntnis ist vor dem Hintergrund der aktuellen Forderungen
nach Interoperabilität der Dienste besonders bedeutsam.

Nachrichten schreiben, Bilder oder Videos versenden: Kommunikation
via WhatsApp, Facebook Messenger, Instagram oder Threema liegt nach
wie vor im Trend. So wurden bereits 2015 über die Hälfte aller
Nachrichten über verschiedene OTT-Dienste gesendet und etwa ein
Fünftel der Anrufe über diese Anbieter getätigt. Während sich die
Anteile im Jahr 2016 nur leicht veränderten, gab es im Jahr 2017
einen sprunghaften Anstieg der Relevanz von OTT-Diensten für die
Kommunikation der Deutschen: Rund drei Viertel der Nachrichten und
gut ein Viertel der Anrufe entfielen auf WhatsApp und Co. Doch viele
OTT-Leistungen unterliegen nicht der gleichen gesetzlichen
Regulierung wie jene der Telekommunikationsanbieter. Beispielsweise
wird das Thema Interoperabilität - die Interaktion von Diensten
untereinander - aktuell diskutiert. Doch wäre eine derartige
Regulierung aus Konsumentensicht überhaupt sinnvoll und gewünscht?
Und sehen die Prognosen für die klassischen Telekommunikationsdienste
(TK-Dienste) tatsächlich so düster aus wie es zunächst scheint? Auf
diese und weitere Fragen gibt die vorliegende Studie Antworten.

Die Ergebnisse zeigen: Obwohl ein immer größerer Teil der
Kommunikation in Deutschland auf WhatsApp, Facebook Messenger oder
iMessage entfällt, verwenden fast alle Konsumenten weiterhin auch
TK-Dienste wie das Telefon. Ebenso wird deutlich, dass Konsumenten
bei weitem nicht nur auf einen OTT-Dienst setzen, sondern drei bis
vier solcher Dienste parallel nutzen. Dabei erfüllen die
Kommunikationsdienste ganz unterschiedliche Bedürfnisse auf Seiten
der Konsumenten. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Konsumenten nicht
nur bewusst entscheiden, ob sie in der jeweiligen Situation per Bild,
Text oder Sprachnachricht kommunizieren wollen, sondern auch, dass
darüberhinausgehende Informationen wie der 'Zuletzt-online-Status'
längst Teil bewusster Kommunikation geworden sind", so Schneider.
Zudem zeige sich, dass die technischen Grenzen zwischen den einzelnen
Diensten mitnichten als Nachteil wahrgenommen werden, "vielmehr sorgt
es für blankes Entsetzen, wenn sich Verbraucher vorstellen, dass sie
womöglich eine WhatsApp-Nachricht vom frisch gewischten
Tinder-Kontakt erhalten könnten. Die Bedürfnisse der Verbraucher
sollten dringend in die Überlegungen hinsichtlich der anstehenden
Regulierungspolitik einbezogen werden", erklärt die Psychologin.

Über die Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Frankfurt am
Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und den Studienzentren in
Berlin, Düsseldorf und New York gehört mit rund 12.000 Studierenden

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