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Musks letzte Chance Stress im Tesla-Tipi: Countdown läuft

26.06.2018, 13:55  |  3215   |   |   

Tesla muss profitabel werden. Eine wöchentliche Produktionsrate von 5.000 Exemplaren des Massenfahrzeugs Model 3 ist Vorrausetzung dafür. Um die Produktionsziele zu erreichen, greift Tesla-Chef Elon Musk auf Methoden, die sonst nur vom Militär in Kriegsgebieten verwendet werden zurück. Automobilexperten sind äußerst skeptisch.

In fünf Tagen entscheidet sich Teslas Zukunft, denn Musk hatte mehrfach versprochen die Produktionsrate des Mittelklasse-Stromers Model 3 bis zum Ende des zweiten Quartals 2018 auf 5.000 Fahrzeuge pro Woche hochzufahren. Ansonsten erreicht der defizitäre Konzern nicht die Gewinnzone. Derzeit laufen wöchentlich aber nur 2.831 Fahrzeuge vom Band, so Bloombergs "Model 3 Tracker". Mittels eines gigantischen Zelts will Musk die Produktionsziele doch noch erreichen.

Musk hatte die Zelt-Konstruktion als "ziemlich cool" bezeichnet, während Produktionsexperten ungläubig den Kopf schütteln. Max Warburton von Sanford C. Bernstein & Co., Finanzanalyst und Experte für die Bewertung von Automobilfertigungsanlagen, sagte gegenüber Bloomberg: "Mir fehlen die Worte. Es ist Wahnsinn. Die bestehende Produktionslinie ist nicht funktionstüchtig, sie kann nicht wie geplant Autos bauen und es gibt keinen Platz, um Leute in Arbeitsstationen zu bringen, um die nicht funktionierenden Roboter zu ersetzen. Hier haben wir es – Sie bauen Autos manuell auf dem Parkplatz."

Es ist nicht klar, ob die zusätzliche Produktionslinie überhaupt komplett funktionstüchtig ist. Gegenüber Bloomberg lehnte das Unternehmen bisher eine Stellungnahme ab. In Sozialen Medien finden sich jedoch eine Vielzahl von Bildern und Videos zu dem Zelt. Eine funktionierende Produktionslinie ist auf diesen nicht erkennbar. Um das Zelt vor neugierigen Blicken zu schützen, wurde kürzlich mehrere große Lastwagen davor geparkt.

 

Während Musk das Zelt großartig findet und sogar über eine langfristige Nutzung nachdenkt, sind Automobilexperten besorgt. Schließlich sei es kaum möglich in einem Zelt Autos mit entsprechenden Qualitätsstandards zu bauen, so Warburton. Gegenüber Bloomberg sagte er: "Es ist völlig absurd. Ich glaube nicht, dass irgendjemand so etwas schon mal versucht hat. Das Militär wartet Fahrzeuge in Kriegsgebieten in solchen Zelten, aber sonst fällt mir kein Fall ein. Ich bedauere jeden Kunden, der solch ein Auto entgegennimmt. Die Qualität wird schockierend schlecht sein."

James Womack, der Gründer des Lean Enterprise Instituts in Cambridge, Massachusetts, bezeichnete Teslas planlosen Ansatz als besorgniserregend. " Musks chaotisches Vorgehen mache es ihm schwer, die standardisierten, wiederholbaren Arbeitsroutinen bereitzustellen, die es Menschen ermöglichen, zu funktionieren. Er wird ein zweites Zelt für Reparatur und Nacharbeit brauchen".

Tesla-Aktionäre scheinen jedoch weiterhin an Elon Musks Vision zu glauben. Im Xetra-Handel steht die Tesla-Aktie am Dienstagmittag über 2 Prozent im Plus:

Tesla

Die Analysten-Meinungen gehen bei Tesla auseinander. Acht von 18 setzten die Aktie auf "hold". Drei empfehlen sogar den Verkauf und nur sechs setzten Tesla auf "strong buy" bzw. "buy", so Experten von der Nasdaq.


Quelle: nasdaq.com

Quellen:
Bloomberg: "The Future of Tesla Hinges on This Gigantic Tent"
Bloomberg: "Model 3 Tracker"
Twitter
nasdaq.com

 



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