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Der neue SDax und MDax: Alles was sich daran ändert

Gastautor: Rainer Brosy
28.06.2018, 14:11  |  524   |   |   

Der neue SDax und MDax: Alles was sich daran ändert

An der Deutschen Börse gibt es grundlegende Veränderungen, die den MDax und den SDax betreffen. Bildquelle: Pavel Ignatov – 521222266 / Shutterstock.com

 

Das sind die Änderungen bei den Indizes

An der Deutschen Börse geht es an manchen Tagen wahrlich turbulent zu, aber meistens sind dafür fallende oder steigende Kurse der Grund. Auch der Handel mit Aktien ist bei vielen Personen beliebt. Bevor man damit startet, sollte man jedoch immer die Broker miteinander vergleichen. Die aktuelle Aufregung an der Börse fußt auf dem geänderten Aufbau von SDax und MDax. Bislang wurden die gelisteten Unternehmen immer in zwei Segmente unterteilt:

 

1. Tech-Segment

2. Classic-Segment

 

Die Zweiteilung, die lange bestand, war jedoch auch während ihrer Existenz nicht unumstritten. Kritiker führten zum Beispiel an, dass die Unterteilung unnatürlich und künstlich herbei geführt sei, was nicht mehr der heutigen Zeit entspräche. Die Börse hat nun auf die Kritik reagiert und gibt die Zweiteilung auf, sodass fortan Unternehmen des Tech-Segments nicht wie bisher im TecDax gelistet werden müssen, sondern stattdessen dem MDax oder SDax zugeordnet werden können. Trotzdem können sie zugleich auch einen Teil des TecDax-Indizes ausmachen. Nichts ändert sich derweil an der Kapazität des TecDax, dem immer noch 30 Unternehmen angehören. Was sich jedoch ändert, ist die Zahl derjenigen Unternehmen in den beiden oben erwähnten Segmenten:

 

  • Beim MDax findet eine Steigerung von 50 auf 60 statt
  • Der SDax steigert sich sogar von 50 auf 70

 

Diese Unternehmen steigen künftig um

Die neuen Strukturen werden nicht sofort wirksam, sondern erst zum 24. September dieses Jahres. Schon jetzt gibt es allerdings sogenannte Schattenindizes, die einer Abbildung nach den neuen Regelungen entsprechen und zeitlich befristet sind. Letztlich handelt es sich hierbei um Hochrechnungen, die auf historischen Erfahrungswerten basieren. Die Börse betont, dass die Berechnungen keinen verbindlichen Hinweis dafür darstellen, wie sich die Indizes in Zukunft zusammensetzen werden. Wirft man einen Blick auf die Unternehmen, die auf-, ab- oder umsteigen, so wird man bei diesen Branchengrößen fündig:

 

  1. Wirecard
  2. United Internet
  3. Qiagen

 

Alle drei werden künftig dem MDax zugeordnet sein, was ihnen insgesamt mehr Aufmerksamkeit einbringen wird. Bei den Absteigern in den SDax wird es wahrscheinlich Ceconomy treffen, wenn die Schwergewichte der Tech-Brance aufsteigen. Künftig werden sich im TecDax vor allem die größten Unternehmen der Technologie-Branche wiederfinden, also zum Beispiel SAP oder die Deutsche Telekom. Kritiker befürchten, dass durch die Neuordnung der TecDax an Bedeutung verlieren wird, wenn sich die Anleger lieber auf die anderen Indizes konzentrieren.

 

Umfassende Ausarbeitung der neuen Systematik

Damit die Neuausrichtung der Deutschen Börse plangemäß umgesetzt werden kann, hatte sie schon am Anfang dieses Jahres Befragungen am Markt durchgeführt. Jan-Carl Plagge, der Head of Research bei Stoxx ist, sagte hierzu:

 

„Wir haben sehr viele Rückmeldungen von verschiedensten Marktteilnehmern erhalten, darunter Anleger und Unternehmen.“

 

Stoxx ist für die Vermarktung der Indizes im Dax zuständig und hat ihren Sitz in Zürich. Sie gehört zur Aktiengesellschaft Deutsche Börse und berechnet etwa 7000 Indizes. Gemäß Plagge hatte sein Feedback so ausgesehen, dass eine Aufhebung der Trennung in das Tech-Segment und Classic-Segment von der Masse befürwortet wurde. Die Erweiterung von MDax und SDax bringt zweierlei Auswirkungen mit sich:

 

1. Die Marktabdeckung wird erhöht

2. Es werden auch Unternehmen aufgenommen, die weitaus weniger liquide sind

 

Die zweite Konsultationsrunde förderte indes auch kein differentes Ergebnis zutage als diejenige Umstrukturierung, die nun ab September gelten wird. Es wurde einer anderen Anzahl von Werten in MDax und SDax somit eine Absage erteilt. Sowohl der Dax als auch der TecDax, MDax und SDax sind offizielle Marken der Aktiengesellschaft Deutsche Börse.

 

Marktteilnehmer sehen die Neuordnung kritisch

Trotz allem kommt die Neuordnung bei den Marktteilnehmern nur unterschiedlich gut an. Bisher galt die Anzahl von 50 Unternehmen im MDax, 50 im SDax und 30 im TecDax, wobei auch eine Beibehaltung dieser Aufteilung diskutiert worden war. Ebenfalls wurde darüber nachgedacht, MDax und SDax kumulativ auf über 70 Titel zu erweitern. Das, was jetzt am Ende dabei herausgekommen ist, ist gewissermaßen ein Kompromiss. Plagge gab zu bedenken, dass ein Index einerseits repräsentativ sein solle, andererseits die enthaltenen Werte aber auch liquide sein müssten. Zu den Befürwortern einer Erweiterung des SDax auf 70 Titel hatte der Deutsche Investor Relations Verband, kurz DIRK, gehört.

 

  • Mit der Erweiterung des MDax auf nur 60 Unternehmen ist der Verband nicht ganz einverstanden
  • Der Verband sagte hierzu, dass die Deutsche Börse mit ihrer Entscheidung hinter den Forderungen zahlreicher Emittenten zurückgeblieben sei

 

Weiter führte der Verband aus:

 

„Der Indexgeber hat mit der Limitierung eine Chance vertan, mehr für den deutschen Finanzmarkt und insbesondere mittelgroße Unternehmen zu tun.“

 

Wie wichtig und welches Ausmaß die neuen Regelungen annehmen werden, wird mit Blick auf die Bedeutung der Deutschen Börse deutlich. Sie ist auf der ganzen Welt der führende Anbieter von Dienstleistungen für die Branche der Wertpapiere. Sie bietet dabei gleichermaßen Produkte für Anleger, Emittenten und Intermediäre an.

 

Bildquellen:

Pavel Ignatov – 521222266 / Shutterstock.com

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Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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