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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
28.06.2018, 16:05  |  679   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

Deutsche weiter in Kauflaune - Skepsis zur Konjunktur wächst

DAX erneut im Minus

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Aus dem am Donnerstag veröffentlichten Konsumklimaindex des Marktforschungsinstitutes GfK geht hervor, dass der durch US-Präsident Donald Trump hervorgerufene Handelskonflikt der deutschen Wirtschaft zwar auf den Magen schlägt, die Kauflaune der Bürger aber bisher nicht wesentlich trüben konnte. Die Kennzahl blieb bei 10,7 Punkten stabil.

Obwohl Ökonomen in den vergangenen Wochen wegen Trumps protektionistischer Maßnahmen ihre Konjunkturprognosen heruntergeschraubt haben, rechnen nach wie vor viele deutsche Bürger mit höherem Einkommen und sind dementsprechend bereit, Geld auszugeben.

Allerdings hat der Handelsstreit laut GfK die Konjunkturerwartungen der Verbraucher deutlich zurückgehen lassen. Der Unterindikator sinkt auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. “Die protektionistische Handelspolitik des amerikanischen Präsidenten, die neben Deutschland auch andere exportorientierte Länder wie China betrifft, lässt die Konjunkturaussichten weltweit eintrüben”, erklärte die GfK.

Die Nürnberger Marktforscher haben ihre Konsumprognose für das ganze Jahr etwas reduziert: Sie erwarten nun einen schwächeren Anstieg der Konsumausgaben um 1,5 Prozent statt wie bisher 2 Prozent.

Der deutsche Aktienmarkt konnte sich am Morgen nur kurz etwas erholen. Aktuell notiert der DAX bei 12.175 Punkten nochmal mit 1,4 Prozent im Minus.

Die Anleger werden durch widersprüchliche Signale im globalen Handelskonflikt weiter verunsichert. Nachdem am Mittwochnachmittag die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump vorerst auf ein hartes Durchgreifen gegen chinesische Investitionen in US-Technologie verzichtet, noch etwas beruhigt hatte, sorgten Aussagen aus Trumps Umfeld wenig später jedoch für neue Ungewissheit über den Kurs der US-Regierung.

Die Wall Street zeigte daraufhin wieder deutliche Schwäche und der Dow Jones Industrial fiel unter die 200-Tage-Linie zurück. Diese gilt als längerfristiges Trendbarometer. Bei recht stabilem Handel am Morgen in Asien ergibt sich aber nicht nur in der Nachrichtenlage, sondern auch mit Blick auf die Überseebörsen ein gemischtes Bild.

Somit ist die Erholung des Vortages wohl eine überfällige Gegenbewegung auf die vorangegangenen hohen Verluste gewesen. Nun achten auch die Börsianer mit Spannung auf den heute beginnenden EU-Gipfel in Brüssel. Dort steht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Asylfrage unter Erfolgsdruck. Bis zum Wochenende will sie eine europäische Lösung präsentieren.

Puma klettern nach positiver Goldman-Sachs-Studie

Puma-Aktien haben sich am Donnerstag mit plus drei Prozent auf 484,00 Euro an die MDAX-Spitze gesetzt.

Für eine hohe Nachfrage sorgte ein Kursziel von 600 Euro, das Goldman Sachs-Analyst Richard Edwards in seiner aktuellen Studie ausgerufen hatte. Wenn alles optimal laufe, könnte sogar ein Kursniveau von 735 Euro gerechtfertigt sein, so der Experte.

Problemen in der Autoindustrie: Gewinnwarnung von Osram

Der Lichttechnikkonzern Osram bekommt die Probleme der Autoindustrie zu spüren und kappt auch wegen Projektverzögerungen im Smartphonegeschäft seine Jahresprognose.

Das Management um Chef Olaf Berlien geht nun von deutlich weniger Wachstum aus. Der Gewinn wird wohl nur noch etwa halb so hoch ausfallen wie bisher gedacht, teilte der MDAX-Konzern heute mit.

Diese Nachricht schockte viele Anleger: Die Osram-Aktien stürzten ab. Auch die Papiere von Konkurrenten wurden durch die Gewinnwarnung mit nach unten gerissen.

Aus dem fortgeführten Geschäft rechnet Osram im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 (Ende September) nur noch mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von ein bis drei Prozent, bisher standen drei bis fünf Prozent im Plan.

“Handels- und Vertriebsbeschränkungen sowie Planungsrisiken bei Automobilherstellern haben zu einer spürbaren Verunsicherung geführt”, hieß es in der Mitteilung.

Vorstandschef Berlien verwies in einer Telefonkonferenz mit Analysten auf die Probleme der Autoindustrie mit dem ab 1. September gültigen Abgastestverfahren WLTP. Das habe in der gesamten Branche zu Unsicherheit geführt. “Rund die Hälfte unseres Geschäfts machen wir mit der Autoindustrie”, sagte er. In den vergangenen Wochen habe es aus dieser mehrere Mitteilungen gegeben, wonach es zu Einschränkungen bei der Produktion kommen werde.

Die Hersteller tun sich derzeit schwer, in ausreichender Zahl Automodelle nach dem neuen Abgasstandard WLTP zertifizieren zu lassen - ab dem 1. September dürfen aber nur noch Autos verkauft werden, die das neue, realistischere Testverfahren durchlaufen und bestanden haben.

Volkswagen will wegen der Probleme im dritten Quartal im Stammwerk Wolfsburg die Bänder für mehrere Tage anhalten und muss für vorproduzierte Autos großen Parkflächen anmieten.

Die langfristigen positiven Trends blieben aber bestehen, sagte Berlien, die Probleme seien vorübergehend. Die verkauften Teile pro Auto und pro Smartphone sorgten weiter für strukturelles Wachstum.

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