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    Sind die Europäer Schuld an der Zuwanderung?  10946  6 Kommentare Juncker mal wieder voll daneben

    In der Debatte um Flüchtlingszentren in Nordafrika hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor "neokolonialen Tönen" der Europäer gewarnt, die die Afrikaner verletzen könnten.

    Die in Frage kommenden Länder "mögen es nicht, fremdbestimmt zu werden", sagte Juncker am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel. Es dürfte nicht der Eindruck erweckt werde, "dass es hier Neokolonialismus geben würde". Wenn die Botschaft der EU sei, "dass die Afrikaner zu tun haben, was wir wollen, dann wird das schiefgehen".

    Juncker liegt mal wieder voll daneben. Warum haben wir denn überhaupt die Probleme mit massenhafter Zuwanderung nach Europa? Weil die afrikanischen Länder versagt haben, weil sie seit Jahrzehnten unfähig sind, politische und wirtschaftliche Verhältnisse herzustellen, die ihren Bürgern eine positive Perspektive vermitteln.

    Korruption und wirtschaftliche Unfreiheit sind in Afrika so verbreitet wie nirgendwo auf der Welt - und das ist nicht die Schuld der Europäer, wie uns Linke, Grüne und andere Prediger des schlechten Gewissens einreden wollen. Die Europäer trifft allerdings insofern eine Mitschuld, weil sie durch Milliarden an Entwicklungshilfe die Korruption in Afrika befördert haben. Aber genau diese Entwicklungshilfe soll ja nach Vorstellung vieler Europäer noch verstärkt werden, um "Fluchtursachen zu beseitigen". Ein absurdes Konzept.

    Hier nur zwei Indizes, die zeigen, wo die Probleme Afrikas liegen. Der erste Index ist der Korruptionsindex von Transparency International - hier mit den Ländern, wo die höchste Korruption herrscht. Zwei Drittel der Schlusslichter in diesem Index sind afrikanische Länder.

    165 Tschad
    165. Eritrea
    167. Angola
    167. Turkmenistan
    169. Venezuela
    169. Irak
    171. Guinea-Bissau
    171. Äquatorialguinea
    171. Korea, Demokratische Volksrepublik
    171. Libyen
    175. Jemen
    175. Sudan
    177. Afghanistan
    178. Syrien
    179. Südsudan
    180. Somalia

    Der zweite Index ist der Index der wirtschaftlichen Freiheit der Heritage Foundation. Er zeigt, wie wirtschaftlich frei oder unfrei (anders ausgedrückt: wie kapitalistisch) die Länder sind. Für Flucht gibt es viele Ursachen: Politische Unterdrückung, wirtschaftliche Not, Kriege und Bürgerkriege. Wenn wir den Index der wirtschaftlichen Freiheit anschauen und die ersten 20 mit den letzten 20 Ländern vergleichen, dann wird jedoch eines auf den ersten Blick deutlich: Niemand flieht aus wirtschaftlich freien Ländern wie Neuseeland, Großbritannien, Holland oder Schweden. Im Gegenteil: Die meisten Länder, die als "überwiegend frei" gelten, waren die Zielländer der Fluchtbewegungen, so etwa Deutschland, Österreich oder Schweden. Dagegen sind die Schlusslichter im Index der wirtschaftlichen Freiheit überwiegend afrikanische Länder. Ist es ein Zufall, dass niemand aus wirtschaftlich freien Ländern flieht, aber dass andererseits die meisten Flüchtlinge gerade aus wirtschaftlich unfreien Ländern kommen?

    161. Sudan
    162. Chad
    163. Central African Republic
    164. Angola
    165. Ecuador
    166. Suriname
    167. Timor-Leste
    168. Togo
    169. Turkmenistan
    170. Mozambique
    171. Djibouti
    172. Algeria
    173. Bolivia
    174. Zimbabwe
    175. Equatorial Guinea
    176. Eritrea
    177. Congo, Rep.
    178. Cuba
    179. Venezuela
    180. North Korea

    "Fluchtursachen beseitigen" durch mehr Entwicklungshilfe ist ein Irrweg. Entwicklungshilfe klingt moralisch gut und für manche Befürworter ist sie - fast im religiösen Sinne - eine Art Wiedergutmachung für die Sünden des Kolonialismus und der "Ausbeutung der Dritten Welt" durch die kapitalistischen Länder. Aber bewirkt sie das, was sich die Befürworter davon erhoffen? Abdoulaye Wade, 2000 bis 2012 Präsident von Senegal, äußerte in einem Interview: "Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein Land durch Entwicklungshilfe oder Kredite entwickelt hat. Länder, die sich entwickelt haben - in Europa, in Amerika; oder auch in Japan oder asiatische Länder wie Taiwan, Korea und Singapur -, haben alle an den freien Markt geglaubt. Das ist kein Geheimnis. Afrika hat nach der Unabhängigkeit den falschen Weg gewählt."

    30 Leseproben, Interviews und Rezensionen zum neuen Buch von Dr. Dr. Rainer Zitelmann finden Sie hier: http://kapitalismus-ist-nicht-das-problem.de/presse/


    Rainer Zitelmann
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    Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist Historiker, Politikwissenschaftler und Soziologe - und zugleich ein erfolgreicher Investor. Er hat zahlreiche Bücher auch zu den Themen Wirtschaft und Finanzen* geschrieben und herausgegeben, viele davon sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. * Werbelink
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    Verfasst von Rainer Zitelmann
    Sind die Europäer Schuld an der Zuwanderung? Juncker mal wieder voll daneben In der Debatte um Flüchtlingszentren in Nordafrika hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor "neokolonialen Tönen" der Europäer gewarnt, die die Afrikaner verletzen könnten.

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