DAX+1,89 % EUR/USD-0,04 % Gold+0,84 % Öl (Brent)+2,43 %

Schreck lass nach, Warren Buffett will Gewinnprognosen abschaffen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.06.2018, 09:00  |  2423   |   |   

Zusammen mit Jamie Dimon von JPMorgan Chase empfiehlt Warren Buffett allen Unternehmen da draußen, künftig auf die Herausgabe von quartalsweisen Gewinnprognosen zu verzichten. Kurzfristig orientierte Finanzanalysten, die ihre Analysen genau auf diesen Prognosen aufbauen, könnte dieser Vorschlag möglicherweise hart getroffen haben. Foolishen Investoren kann das ehrlicherweise so ziemlich egal sein.

Warum sich also damit beschäftigen? Einfach weil es ein schönes Gedankenexperiment ist, sich eine Welt ohne quartalsweise Gewinnprognosen vorzustellen.

Chaos? Kurzfristig vielleicht!

Mein erster Gedanke zu den Äußerungen vom Orakel aus Omaha: eine wirklich fantastische Idee. Eigentlich also wie immer, wenn Buffett eine Idee hat. Aber genau in solchen Fällen lohnt sich ein zweiter Gedanke umso mehr.

Garantiert würden die vielen kurzfristig orientierten Finanzanalysten weiterhin Quartal für Quartal Gewinnprognosen aufzustellen. Dafür werden sie schließlich bezahlt. Nur eben dann, ohne die offiziellen Veröffentlichungen aus den Unternehmen heranzuziehen.

Möglicherweise würden diese ungestützten Gewinnprognosen deutlich weiter von den tatsächlichen Zahlen entfernt liegen, als es heute der Fall ist. Das Ergebnis wären wohl erheblich größere Überraschungen.

So wie große Überraschungen im richtigen Leben zu Schweißausbrüchen und Herzrasen führen können, sorgen Überraschungen auf dem Börsenparkett für heftige Kursreaktionen.

Grundsätzlich nichts Schlimmes. Überraschungen gibt es auch heute hin und wieder.

Aber, denk mal an all die vielen Leute da draußen, die heute schon keine Lust auf Börse haben. An die, denen Börse den Eindruck eines riesengroßen Casinos vermittelt. Rot und grün blinkende Kursangaben, die minütlich ohne rationale Gründe wie wild nach oben oder unten hüpfen.

Noch größere Schwankungen könnten diese Scheu und Ablehnung möglicherweise weiter erhöhen.

Es würde vielleicht noch schwerer fallen, diesen Leuten zu vermitteln, was Börse denn tatsächlich ist. Nämlich ein riesiger Marktplatz für reale Unternehmensanteile, der langfristig eine Möglichkeit bietet, seine finanziellen Ziele deutlich schneller und sicherer zu erreichen als mit vielen anderen Formen der Geldanlage.

Vielleicht wären das aber auch nur kurzfristige Auswirkungen, die sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wieder legen würde. Ich weiß es nicht. Ein Versuch wäre es meiner Meinung nach dennoch wert.

Glückseligkeit? Nein, aber mehr Konzentration auf das Wesentliche!

Versetze dich einmal in die Lage eines Finanzvorstands kurz vor Quartalsende.

Vor einigen Wochen hast du die Gewinnprognose von 3,87 Euro pro Aktie für das laufende Quartal bestätigt. Nach den letzten Hochrechnungen wird der Quartalsgewinn sich nun aber eher bei 3,90 Euro einpendeln.

Eigentlich ein guter Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Aber Achtung: Eine ganze Reihe aktueller und künftiger Aktionäre sowie ganz besonders wohl Finanzanalysten lieben nicht nur übertroffene Prognosen, sondern auch eine nahezu perfekte Vorschauqualität.

Außerdem bist du mit deinen Gedanken auch schon wieder beim nächsten Quartal. Du denkst an die dort möglicherweise auftretenden Risiken. Daran, wie gut du die 3 Cent pro Aktie im nächsten Quartal gebrauchen könntest, um die wunderschöne Wachstumsstory fortzuschreiben.

Kurzerhand greifst du zum Telefon und rufst bei deiner Mannschaft an: Die Prognose muss getroffen werden, also lasst euch was einfallen.

Und die Mannschaft tut, was ihr aufgetragen wird. Ideen werden entworfen, diskutiert und wieder verworfen bis man schlussendlich doch das gewünschte Ziel erreicht.

Kehren wir zurück zu unserer Sichtweise als Investoren.

Keine Frage, das externe Rechnungswesen kennt eine ganze Reihe an Regeln. Dennoch bestehen auch hier manchmal gewisse Ermessensspielräume. Diese werden allzu gerne ausgeschöpft, um derartige Spielchen zu spielen.

Im Grunde sind derartige Spielchen nicht weiter schlimm. Langfristig betrachtet ist es doch egal, ob nun in einem Quartal mehr, und im anderen Quartal weniger Gewinn erzielt wird.

Aber genau darin liegt meiner Meinung nach der entscheidende Punkt.

All die vielen Ideen, Diskussionen, Rechnereien und Entscheidungen, die für diese Spielchen aufgewendet werden, schaffen keinerlei langfristigen Mehrwert für das Unternehmen und seine Aktionäre.

Ohne derartige Quartalsprognosen könnte all diese Zeit, Energie und Diskussionen für lohnendere Zwecke eingesetzt werden. Für Zwecke, die einen tatsächlichen und langfristigen Mehrwert für das Unternehmen selbst und für uns Aktionäre schaffen.

Als Foolishe Investoren wollen wir Anteile von genau derartigen Unternehmen halten. Von Unternehmen, denen der langfristige Erfolg wichtiger ist als die Erfüllung kurzfristiger Ziele.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel