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Andrés Manuel López Obrador neuer Präsident Werden die Mexikaner für ihr Vertrauen bestraft?

02.07.2018, 15:01  |  1565   |   |   

Mexiko hat gewählt und der 64-Jährige Andrés Manuel López Obrador ist der zukünftige Präsident. Er konnte 53 bis 53,8 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Es wird sich zeigen, ob er das krisengeschüttelte Land in eine stabilere Zukunft führen kann.

Vor dem Hintergrund des Wahlergebnisses schreibt die "Zeit": "Mexiko steht vor einem politischen Umbruch". Und die FAZ meint: "So oder so hat die Wahl einen politischen Erdrutsch bewirkt".

Andrés Manuel López Obrador wird den Amtsinhaber Enrique Peña Nieto ablösen, jedoch müssen erst noch alle Stimmen ausgezählt werden - von den 157.000 Wahlzentren wurden 7.800 ausgewertet. Enrique Peña Nietos Regierungszeit endet am 1. Dezember 2018. Es sei ein historisches Ereignis, denn noch nie hat ein Präsidentschaftskandidat so viele Stimmen erhalten, schreibt die Tagesschau. 

Die Ziele des neuen Präsidenten orientieren sich an den Krankenheiten des Landes, denn Andrés Manuel López Obrador will der Korruption ein Ende setzen, das eingesparte Geld in die soziale Entwicklung stecken und Privilegien abschaffen, so die FAZ. Auf der Agenda stehen auch die Bekämpfung von Armut und Gewalt, ebenso wie die nationale Produktion gefördert werden soll.

Was kann von Andrés Manuel López Obrador, kurz AMLO, erwartet werden?

Die Meinungen gehen auseinander, denn Mexiko-Experte Christopher Wilson vom US-Forschungszentrum Wilson Center sagt: "Er ist links, Nationalist, aber auch Populist", so das Handelsblatt. Damit wird deutlich, dass eine klare Richtung womöglich eher unwahrscheinlich ist. Duncan Wood, Direktor des Mexiko-Instituts am Wilson Center, sagte hingegen gegenüber CNBC: "Er hat die Möglichkeit, wichtige Dinge für das Land zu tun". Und Alberto Ramos von Goldman Sachs meint, dass der zukünftige Präsident eine Wirtschaft erbt, die in "ziemlich guter Verfassung" ist. 

Mexiko belegt Platz 15 der größten Volkswirtschaften der Welt und ist die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas.Trotzdem leben Millionen Einwohner in großer Armut. Dieses Ungleichgewicht auszugleichen scheint eine Mammutaufgabe zu sein und ob Andrés Manuel López Obrador ein Herkules ist, wird sich erst noch zeigen. Immerhin hat der neue Präsident sechs Jahre, um Mexiko zu reformieren. 

Wie Bloomberg schreibt, rechnen Investoren damit, dass unter López Obrador die Privatisierung der Energiewirtschaft zurückgefahren wird und die Ausgaben für Sozialprogramme das Land in die Verschuldung treiben könnte. Darüber hinaus gehört zur neuen Linie auch der Stopp eines 13-Milliarden-Dollar-Flughafenprojekts. "Was Mexiko jetzt erwartet, ist Unsicherheit.", schreibt The Economist. Trotz des Wahlsiegs ist vielen unklar, wie er das Land konkret in eine stabile Zukunft führen will. Es heißt: "Er scheint zu glauben, dass sein eigenes Beispiel der persönlichen Tugend ausreicht", so The Economist. Ferner sind auch viele der zivilgesellschaftlichen Gruppen, die die Korruption bekämpfen, von der Präsidentschaft nicht begeistert.

Neben den kritischen Stimmen über die Verbesserungen auf nationaler Ebene wird erwartet, dass es auch international zu größen Problemen kommen könnte. The Economist analysiert die Situation so:

"Seine Wahl bringt einen unvorhersehbaren neuen Faktor in die Verhandlungen über die Zukunft des nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA), zu dem auch die Vereinigten Staaten und Kanada gehören. Der ehemalige NAFTA-Kritiker López Obrador sagt jetzt, dass er es unterstützt. Aber sein wirtschaftlicher Nationalismus ähnelt dem von Präsident Donald Trump, was eine Einigung über die NAFTA erschweren könnte".

Nach der Wahl fiel der Peso in London um 0,9 Prozent auf 20.0743 pro Dollar um 9:04 Uhr. "Wenn die Anleger sehen, dass er den Kongress und den Senat gewonnen hat, wird der Peso auf ein Niveau über 20 zurückkehren", sagte Ociel Hernandez, ein BBVA-Stratege in Mexico City, der eine erhöhte Volatilität für die Währung erwartet. Ob es tatsächlich zu einem Erdrutsch kommen wird, ist bislang unklar. Das Wahlergebnis ist zwar historisch, aber die Euphorie eher Theater.

Quellen:

Zeit Online

Tagesschau

FAZ

Handelsblatt

Bloomberg

CNBC

The Economist



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