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Aktien Frankfurt: Druck durch Asylstreit und Handelskonflikt lässt etwas nach
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Druck durch Asylstreit und Handelskonflikt lässt etwas nach

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.07.2018, 14:51  |  568   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Asylstreit in Deutschland sowie der eskalierende weltweite Handelskonflikt haben den Dax am Montag nicht übermäßig belastet. Nach einem schwachen Start schaffte es der deutsche Leitindex fast in positives Terrain, fiel dann aber wieder etwas zurück. Zuletzt stand er 0,52 Prozent im Minus bei 12 242,49 Punkten.

Am Freitag hatte sich der Dax dank der Hoffnung auf ein Ende des Streits der Unionsparteien CDU und CSU erholt. Für den Juni und das erste Halbjahr standen indes angesichts der Sorgen über den von US-Präsident Donald Trump losgetretenen Handelskonflikt und der vielen globalen politischen Krisenherde klare Verluste zu Buche.

Die anderen Indizes konnten ihre Kursabschläge am Montag ebenfalls etwas verringern: Während der MDax der mittelgroßen Unternehmen 0,79 Prozent auf 25 651,37 Punkte verlor, sank der Technologiewerte-Index TecDax um 0,92 Prozent auf 2666,56 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,66 Prozent auf 3373,04 Punkte nach.

Der unionsinterne Streit war in der Nacht auch durch eine später relativierte Rücktrittsankündigung von CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer weiter eskaliert. Trotz intensiver Suche nach einem Ausweg aus dem verfahrenen Asylstreit ist ein Kompromiss zwischen den beiden Schwesterparteien nicht in Sicht. Am späteren Nachmittag kommen deren Spitzen erneut zusammen. Auch eine gemeinsame Fraktionssitzung soll es entgegen ersten Berichten geben.

Kern des Streits sind Pläne Seehofers, in anderen EU-Ländern registrierte Asylbewerber notfalls im Alleingang an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Dagegen stellte sich die CDU klar hinter den Kurs ihrer Vorsitzenden und der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die einen nationalen Alleingang in der Asylpolitik ablehnt und stattdessen eine europäische Regelung erreichen will.

Derweil griff Trump am Wochenende die EU im Handelsstreit nochmals heftig an und nahm wieder Importautos ins Visier. Er hat bereits Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren angeordnet, die EU hat mit Gegenmaßnahmen reagiert. Derzeit lässt Trump prüfen, ob sich zusätzliche Autozölle mit möglichen Gefahren für die nationale Sicherheit der USA begründen lassen. Die EU warnte für diesen Fall vor weltweiten Vergeltungsmaßnahmen, die US-Exporte im Wert von rund 250 Milliarden Euro treffen könnten.

Am deutschen Aktienmarkt stachen zu Wochenbeginn die jüngst gebeutelten Anteilsscheine von Ceconomy heraus, die mit einem Kurssprung von über 9 Prozent auf 7,794 Euro den MDax-Spitzenplatz eroberten. Sie profitierten vom Einstieg von Freenet bei der MediaMarktSaturn-Mutter. Der Mobilfunkanbieter sicherte sich durch den Kauf neu ausgegebener Ceconomy-Aktien rund 9 Prozent an dem Betreiber der beiden großen Elektronikhändler, wie beide Unternehmen am Freitag nach Börsenschluss mitgeteilt hatten. Die Freenet-Titel sackten indes im TecDax um fast 4 Prozent auf 21,80 Euro ab und erreichten damit den tiefsten Stand seit November 2014.

Den Aufschlag von rund 19 Prozent zum Xetra-Schlusskurs, den Freenet mit 8,50 Euro je Ceconomy-Aktie zahlt, bezeichnete ein Börsenhändler als ungewöhnlich. Der strategische und finanzielle Nutzen der Transaktion halte sich für Freenet in Grenzen, ergänzte Commerzbank-Analystin Heike Pauls. Dies werfe Fragen über die Kapitaldisziplin des Unternehmens auf.

Im Dax zählten die Papiere des Industriekonzerns Thyssenkrupp mit gut 1 Prozent Minus zu den schwächeren Werten. Die am Freitagabend besiegelte Zusammenlegung des europäischen Stahlgeschäfts mit dem des indischen Konkurrenten Tata gab keinen Auftrieb. Allerdings zeigten Rohstoffwerte im schwachen Marktumfeld auch europaweit die größten Verluste.

Laut Analyst Seth Rosenfeld von der Investmentbank Jefferies konnte Thyssenkrupp die Bedingungen im Vergleich zur Absichtserklärung beider Unternehmen zwar für sich verbessern. Hoffnungen auf noch mehr Gewicht der Deutschen innerhalb des neuen Gemeinschaftsunternehmens seien aber etwas enttäuscht worden.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Freitag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Prozent auf 141,52 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,10 Prozent auf 162,59 Punkte. Der Euro sank auf 1,1630 US-Dollar. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung auf 1,1658 Dollar festgesetzt; der Dollar hatte damit 0,8578 Euro gekostet./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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