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Devisen: Regierungsturbulenzen bringen Eurokurs unter Druck
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Devisen Regierungsturbulenzen bringen Eurokurs unter Druck

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.07.2018, 21:16  |  551   |   |   

NEW YORK (dpa-AFX) - Die politische Unsicherheit in Deutschland hat den Eurokurs am Montag unter Druck gebracht. Im New Yorker Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1611 US-Dollar - ausgehend von einem vor dem Wochenende erreichten Niveau bei fast 1,17 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1639 (Freitag: 1,1658) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8592 (0,8578) Euro.

Für große Verunsicherung sorgt weiter der Asylstreit zwischen den Regierungsparteien CDU und CSU in Deutschland. Ein Ausweg aus der verfahrenen Auseinandersetzung ist noch nicht gefunden. Die Rücktrittsdrohung von Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer hatte den Euro bereits in der Nacht belastet. In der "Süddeutschen Zeitung" richtete er nun am Montag schwere persönliche Vorwürfe in Richtung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind beide am Montag mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu einem Krisengespräch zusammengekommen.

Der Markt befürchtet, dass eine anhaltende Regierungskrise in Deutschland auch die größte Volkswirtschaft der Eurozone belasten könnte. "Reformen, die die strukturellen Konstruktionsschwächen der Gemeinschaftswährung ausmerzen und diese langfristig auf ein stabiles Fundament stellen, sind ohne Deutschland nicht denkbar", kommentierte Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank. Allerdings sei auch von einer denkbaren neuen Regierung grundsätzlich eine proeuropäische Ausrichtung zu erwarten. Politische Unsicherheit schlage nur kurzzeitig auf die Wechselkurse durch.

Zudem hatte sich die Stimmung in der Industrie in der Eurozone im Juni etwas stärker als in einer ersten Schätzung ermittelt eingetrübt. Der Indikator war den sechsten Montag in Folge gefallen und auf den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren gesunken. Die Auswirkungen am Devisenmarkt hielten sich in Grenzen./jsl/tih/he

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