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Options Group Deutschland über Finanz-Spezialisten-Wettbewerb nach Brexit

Gastautor: Rainer Brosy
03.07.2018, 11:19  |  1398   |   |   

Ein harter Brexit ist immer noch möglich aber gegenwärtig nicht in den Medien so präsent. Dennoch positionieren sich die Unternehmen immer deutlicher. So hat sicherlich nicht zuletzt aufgrund dieser Unsicherheit die Bank of America gerade bekannt gegeben deutlich mehr Jobs nach Paris zu verlegen als ursprünglich geplant. Auch hat die japanische Bank Nomura vor zwei Wochen ihre deutsche Banklizenz erhalten, um den Ausbau ihres Geschäfts weiter voran zu treiben.

Das Magazin Forbes hat im März die Stadt Frankfurt als den „Gewinner“ des Brexit für Finanzjobs auserkoren. Zahlreiche Banken wie Morgan Stanley, Goldman Sachs, Standard Chartered, SMBC oder eben Nomura haben Frankfurt als neue Zentrale für Europa bestimmt. Aber auch die Institute wie BNP Paribas, ABN Amro, ING Diba, VTB, Oppenheimer und andere ausländische Banken intensivieren ihr Engagement vor allem im Corporate und Investment Banking in Deutschland.

Experte Jan Veder zum Wettbewerb um Finanz-Fachkräfte

Jan Veder, Executive Director und Co-Head der Options Group Deutschland in Frankfurt am Main, äußert sich zum Wettbewerb um Finanz-Fachkräfte folgendermaßen“... auch wenn die Details des Brexit noch nicht klar sind, der Wettbewerb um die Spezialisten hat bereits begonnen. Schon lange sind die Stellenanzeigen veröffentlicht, jedoch waren die Prozesse zu einem Großteil noch von finalen Entscheidungen der europäischen Zentralen in London abhängig. Mit dem Brexit wird eine Verlagerung an Positionen stattfinden und neuer Personalbedarf entstehen. Damit erhält das Personalkarussell einen neuen Schwung, was große Mitarbeiter-Chancen für den Finanzmarkt mit sich bringen wird.”

Mit dem Brexit wird es also große Veränderung im Personalbedarf geben. Wie schätzen Sie die Situation dazu ein? Gibt es neben den Chancen auch Risiken?

Jan Veder, Options Group Deutschland: Zum heutigen Zeitpunkt ist noch absolut unklar, ob sich bei entsprechendem Personalbedarf ausreichend Personal in London zu einem Umzug in andere Europäische Großstädte bewegen lassen wird. Dabei ist immer wieder zu hören, dass gerade die Leistungsträger versuchen in ihrem aktuellen Umfeld zu bleiben. Über Jahre hinweg haben Sie ihre privaten Netzwerke und Freundschaften in London entwickelt, die Kinder gehen dort zur Schule. Als Stadt hat London auch einiges zu bieten. Nicht zuletzt auch die unklare Visasituation für Nichtengländer trägt dazu bei das ganz aktuelle Kandidaten in London bleiben um Ihren Aufenthaltsstatus einem sog. „Leave to remain“ oder eine etwaige Staatsbürgerschaft nicht zu gefährden. Mit einem EU Visa war das in der Vergangenheit deutlich einfacher.

Darüber hinaus, wird der zusätzliche Personalbedarf an Spezialisten zu einer Verknappung führen und zwar genau dann, wenn alle auf den Arbeitsmarkt gleichzeitig zugreifen. Davon ist auszugehen, wenn bspw. in den Bereichen Regulatorik, Risikomanagement, Informationstechnologie aber auch Front Office Positionen im Aktien und Zinsbereich (FICC) in der 2. Jahreshälfte nun Einstellungen vorgenommen werden sollen. Es zeichnet sich ein harter Brexit ab und das aktuelle Personal möchte nicht umziehen. Gleichzeitig wird deutlich, dass insbesondere die besten Mitarbeiter in Frankfurt oder auch in Paris Kündigungsfristen von drei oder sechs Monaten zum Quartal haben. Das bedeutet, dass im Fall eines harten Brexit und wenn damit Personal für April 2019 rekrutiert werden muss, die Arbeitsverträge durchaus bereits Ende September diesen Jahres unterschrieben sein müssten. Ein vorheriges Onboarding der Kandidaten, ist daher zu empfehlen, um die neuen Strukturen zu unterstützen.

Und wie bereiten Sie sich innerhalb der Options Group darauf vor?

Jan Veder, Options Group Deutschland: Unser internationales Team mit Standorten in Frankfurt, Zürich, Amsterdam, Dubai und London arbeitet eng und übergreifend mit unseren Kunden zusammen, um hier einen strukturierten Übergang zu gewährleisten. Neben den Mandanten zu einer kurzfristigen Besetzung von Positionen, sind es vor allem auch Marktinformationen zur Verfügbarkeit der Top-Talente, mögliche Wettbewerbssituationen, Gehälterstudien und anderen marktrelevante Analysen, welche unseren Kunden helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Was ist Ihre finale Prognose zum Brexit?

Jan Veder, Options Group Deutschland: Aus den oben genannten Gründen erwarten wir eine deutliche Zunahme an ad-hoc Entscheidungen und einen starken Zugriff auf den Arbeitsmarkt für Spezialisten durch viele Banken gleichzeitig. Das kann zusätzlich auch noch durch die politische Situation verstärkt werden. Darüber hinaus teilen wir die Einschätzung, dass die EU über die Jahre dazu übergehen wird den Großteil aller relevanten Arbeitsplätze für die 510 Millionen Bankkunden innerhalb der EU anzusiedeln. Einfach, da es mittelfristig das am politisch naheliegendste Ziel ist. In nächster Zeit werden also der Großteil aller relevanten Positionen für den europäischen Markt auch in die EU wandern. So oder so - die europäischen Hauptstädte und deren Arbeitsmarkt werden davon profitieren.

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Rainer Brosy
Geschäftsführer

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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