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Fortec AG - die zyklische Entdeckung einer Perle

Gastautor: Klaus Singer
06.09.2000, 11:15  |  259   |   |   

Die Fortec AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 den Umsatz um 39 Prozent auf mehr als 45 Mio. DM steigern können. Mit 78 Prozent doppelt so stark wuchs das operative Ergebnis (EBIT) von 1,97 auf mehr als 3,5 Mio. DM.


Das Elektronik-Vertriebsunternehmen erzielte außerdem ein positives Zinsergebnis von etwa 360.000 DM. Will man etwa der alten Siemens nacheifern, von der früher gesagt wurde, sie sei eine Bank mit angeschlossener Elektroabteilung?


Das Wachstum wurde von allen Geschäftsbereichen getragen. Power Supplies und Halbleiter entwickelten sich deutlich über, die Bereiche Flachbildschirme und Embedded Computer im Plan.


Der Geschäftsbereich Halbleiter trug wesentlich zur Gewinnentwicklung bei. Während der Umsatz "nur" um 64 Prozent auf 7 Mio. DM stieg und damit auf fast 16 Prozent vom Gesamtumsatz kam, legte das Ergebnis um mehr als das zwanzig-fache auf 777.000 DM zu. 11 Prozent Marge - kein schlechtes Ergebnis.


Wachstum soll sich fortsetzen

Auch für das laufende Geschäftsjahr 2000/2001 rechnet Fortec mit weiterhin überdurchschnittlichen Steigerungsraten. Das Unternehmen erwartet ein Ertragswachstum von mindestens 40 Prozent. Langfristig will Fortec das Marktwachstum um ein Mehrfaches übertreffen.


Man will organisch und extern wachsen. So soll dem Vernehmen nach Anfang November ein Schweizer Unternehmen übernommen werden, das in der Größenordnung von 5 Mio. Euro umsetzt. Außerdem plant man für 2001 einen größeren Coup im Halbleiterbereich, um dort die kritische Masse zu erreichen, heisst es.


Fortec wird von den meisten Analysten links liegen gelassen. So fällt den Anlegern am Neuen Markt immer erst um Veröffentlichungstermine von Zahlen herum wieder ein, dass es Fortec auf dem Kurszettel gibt. Die Anzahl der Aktien ist mit knapp 1 Million gering - das Papier also markteng.


Das nächstjährige KGV kann grob mit 20 angesetzt werden. Bei den geplanten Steigerungsraten und der gezeigten Wachstumsqualität sollte ein 12-Monatsziel von an die 100 möglich sein. Fortec ist zudem so breit aufgestellt, dass ungleichmäßige Branchenentwicklungen gut kompensiert werden können.


Der Chipmarkt - nicht zu bremsen


Der deutsche Halbleitermarkt wird im Jahre 2000 kräftig zweistellig wachsen. Das ergibt sich aus einer Prognose des ZVEI, die im März veröffentlicht wurde. Er überspringt erstmals die 10-Mrd. Euro Grenze. Das wäre ein Zuwachs von 23 Prozent gegenüber 1999. Die aktiven Bauteile (Integrierte Schaltkreise, "IC") entwickeln sich dabei mit +25 Prozent besonders stark.


Per Mai legte der Umsatz im deutschen Halbleitermarkt gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um plus 48 Prozent zu. Kumuliert über die ersten fünf Monate des Jahres war ein Zuwachs von 44 Prozent zu registrieren.


Nach einer Prognose der SIA (Semiconductor Industry Association) soll sich der europäische Halbleitermarkt im Zeitraum 2000_2001_2002_2003 mit folgenden prozentualen Steigerungsraten entwickeln: 32_25_14_12.


Der Chart


Der Kurs steigt um 14 Prozent auf 50,80 Euro. Im frühen Handel war die Steigerung noch deutlich höher. Der Kurs ist am 23. August bei hohen Umsätzen ausgebrochen. Stochastik und RSI zeigen eine aktuell überkaufte Technik. Keine Widerstände, statische Unterstützung bei 42, darunter bei 39 Euro. GD200 bei 33,50 steigend. GD30 bei knapp 40 stark steigend.


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