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Marktkommentar: Amundi: Ein bewölkter Sommer
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Marktkommentar Amundi: Ein bewölkter Sommer

Nachrichtenquelle: Asset Standard
05.07.2018, 11:15  |  769   |   |   

An den Märkten war 2018 bisher ein schwaches Jahr. Am Horizont ziehen Wolken auf, Anleger begegnen Risikoaktiva zunehmend vorsichtig.

Die Aktienmärkte haben mit Kursverlusten reagiert, die Risikoaufschläge für Unternehmen sind gestiegen, einige Schwellenmärkte kommen unter Druck, insbesondere bei Notierungen in Landeswährung. Wir sehen mehrere Fronten, die Anleger kurz- bis mittelfristig im Auge behalten müssen: die weitere Entwicklung des Konjunkturzyklus und ein möglicher Umbruch, geopolitische Risiken und Sorgen um die Schwellenmärkte.

Um einen Umbruch zu erkennen, muss man den Verlauf des Konjunkturzyklus verstehen. Aktuell erleben wir einerseits eine Verlängerung des US-Zyklus und steigende Gewinne. Andererseits sehen wir Anzeichen für eine Spätphase: Das Wachstum der Weltwirtschaft nähert sich allem Anschein nach seinem Höhepunkt, die Inflation steigt langsam; die Liquidität an den Weltmärkten wird voraussichtlich abnehmen, die Verschuldung steigt. In diesem Umfeld entziehen die Zentralbanken den Märkten weiter Liquidität, die Anpassungen verlaufen jedoch unterschiedlich schnell. Die jüngsten Sitzungen von EZB und Fed haben die Abweichungen in der Geldpolitik zwischen Europa und den USA weiter zementiert. Die Zentralbanken reagieren nicht mehr auf Volatilitätsausschläge und sorgen bei politischen Unwettern nicht länger für Schutzschirme.

 

Geopolitische Risiken erhöhen die Unsicherheit. In der EU herrscht Uneinigkeit, der Ton wird rauer. Die Eskalation im Handelsstreit ist ein Ärgernis und betrifft nicht nur die amerikanischen Beziehungen zu China, sondern auch zu Kanada und der EU. Auch in mehreren Schwellenländern ist die politische Lage unsicher (Wahlen in Brasilien, Mexiko und Kolumbien). Idiosynkratische Risiken (Türkei) verstärken die Probleme der Schwellenländer, die bereits unter steigenden US-Zinsen und der Dollar-Aufwertung leiden. Die Stabilität Chinas ist in diesem Zusammenhang äußerst wichtig. Während jedoch weitere Wolken aufziehen, sollte die gute Konjunktur sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr weiter für flächendeckendes Ertragswachstum sorgen.

 

Zusätzlich dürften die anhaltend niedrigen Zinsen die Bewertungen in die Höhe treiben und die Risikobereitschaft der Anleger hochhalten. Um in diesem komplexen Umfeld zu navigieren, sollten Anleger ihren Portfolioaufbau überdenken und nach Zeiträumen strukturieren. Kurzfristig haben Aktien gegenüber Anleihen weiter die Nase vorn. Schwierige Phasen mit niedriger Liquidität lassen sich am besten durch solide, hochwertige Aktien überstehen. Kurzfristig empfiehlt sich eine geringfügig kurze Duration. Mittelfristig könnte die Konjunktur abflauen, Risikoaktiva würden dann einen Pfeiler verlieren und die Duration könnte erneut neutral/lang umgestellt werden.

 

Die Wechselkursentwicklung könnte weiterhin Divergenzen abbilden und Chancen durch Verwerfungen eröffnen und somit als Stoßdämpfer funktionieren (bestimmte Schwellenländer sowie kurzfristig USD ggü. EUR). Langfristig deutet die Entwicklung der Makrovariablem auf niedrige Gleichgewichtszinsen hin, Aktienrenditen dürften sich auf ihrem langfristigen Niveau einpendeln. Für ein ausgewogenes Portfolio bedeutet das zukünftig weniger Ertragspotenzial.

 

Anleger sollten kurzfristige Überlegungen mit langfristiger Achtsamkeit kombinieren und sich darauf konzentrieren, den verbleibenden Wert am Markt abzuschöpfen und gleichzeitig ihre langfristigen Strategien zu überdenken. Mit einem asymmetrischen Renditeprofil können sie sich so bei einer Marktkorrektur von Verlusten schützen und dennoch langfristige Risikoprämien abschöpfen. Während der Übergangsphase kommt es entscheidend auf Liquiditätsmanagement und Kapitalerhalt an.

 


 

High Conviction-Ideen

 

Multi Asset:

 Unsere Position zu Risikoaktiva ist annähernd neutral. Kurzfristig sind wir vorsichtig bei Aktien (wir bevorzugen den US-Markt) und Unternehmensanleihen. Gleichzeitig konzentrieren wir uns stärker auf Relative Value-Chancen und Portfoliodiversifikation (zum Beispiel europäische Grundstoffe ggü. Stoxx Europe, bestimmte asiatische Währungen ggü. dem USD). Die Risiken für das Szenario haben zugenommen. Die Positionen sollten daher weiterhin abgesichert werden, um das Portfolio zu schützen und ein asymmetrisches Risiko-/Renditeprofil herzustellen.

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