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Aktien Frankfurt Eröffnung: Streit zwischen USA und China lässt Dax kalt
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Eröffnung Streit zwischen USA und China lässt Dax kalt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.07.2018, 10:33  |  731   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Freitag von den nun geltenden US-Strafzölle auf chinesische Importe und den daraufhin verhängten Vergeltungsmaßnahmen Pekings nur wenig beeindrucken lassen. Nach dem starken Vortag kam der deutsche Leitindex allerdings kaum noch vom Fleck: Rund eine Stunde nach Handelsbeginn notierte er 0,06 Prozent im Minus bei 12 457,12 Punkten.

Dank der deutlichen Gewinne der vergangenen Tage steuert der Dax indes auf ein Wochenplus von rund 1,2 Prozent zu. Nachdem am Dienstag die Einigung zwischen CDU und CSU im Asylstreit für Freude gesorgt hatte, gab am Donnerstag die Hoffnung Auftrieb, dass die USA auf Importzölle für europäische Autos verzichten könnte.

Zur gegenseitigen Abschaffung dieser Zölle seien die Vereinigten Staaten aber nur im Rahmen eines breiteren Zollabkommens mit der EU bereit, stellte ein Sprecher der US-Botschaft nach einem Treffen von Botschafter Richard Grenell mit Vorstandschefs großer deutscher Autohersteller klar. Laut Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK fragen sich die Anleger nun zudem, ob die US-Zölle auf chinesische Produkte und die Reaktion Pekings nur der Anfang einer Eskalation im Handelskonflikt beider Länder sind.

Von diesen Unsicherheiten ließen sich am Freitag die deutschen Nebenwerte-Indizes nicht bremsen: Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,47 Prozent auf 25 932,85 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,49 Prozent auf 2756,42 Zähler. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Plus von 0,11 Prozent auf 3444,84 Punkte zu Buche.

Auch an den Übersee-Börsen hielt sich der Schaden in Grenzen: In New York deuten sich nach dem freundlichen Handelsverlauf am Vortag nur minimale Verluste ab, und an den asiatischen Handelsplätzen nutzten Anleger den jüngsten Kursrückgang für Schnäppchenkäufe.

Am Nachmittag steht dann der US-Arbeitsmarktbericht für den Juni im Fokus. Er dürfte laut den Devisenexperten der Commerzbank den Zwiespalt bestätigen, den bereits das am Donnerstagabend veröffentlichte Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung gezeigt habe: Die einen machten sich nach langer Niedriginflation Sorgen um den Preistrend und die anderen fürchteten eine Überhitzung der US-Wirtschaft. Die US-Handelspolitik könne die Waage demnächst zum Kippen bringen, zeige aber bislang noch keine Auswirkungen.

Am deutschen Aktienmarkt richteten sich die Blicke vor allem auf den Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp . Dessen Aktien eroberten mit plus 2,56 Prozent zeitweise den Dax-Spitzenplatz, nachdem Chef Heinrich Hiesinger überraschend vor dem Abgang steht. Er war im Zuge der Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata zuletzt immer wieder unter Druck geraten, weil Anteilseigner wie der US-Hedgefonds Elliott oder Cevian Capital mehr Tempo beim seit langem angekündigten Konzernumbau gefordert hatten. Börsianer hoffen auf die Abspaltung von Geschäftsbereichen und eine Neubewertung des wegen seiner komplexen Struktur aus ihrer Sicht zu gering geschätzten Konzerns.

Im MDax freuten sich die Anleger über die Trennung des Autozulieferers Hella von seinen Großhandelsgesellschaften in Dänemark und Polen: Die Papiere gewannen 1,28 Prozent. "Dieser Schritt macht strategisch viel Sinn und wirkt sich künftig positiv auf die operative Marge aus", schrieb Analyst Jose Asumendi von JPMorgan in einer ersten Reaktion. Hella-Aktien waren Ende Juni durch die Gewinnwarnung von Osram in Mitleidenschaft gezogen worden, hatten sich aber schon am Donnerstag mit der freundlichen Branche deutlich erholt.

Für Carl Zeiss Meditech ging es im TecDax um 1,63 Prozent hoch, nachdem die Aktien anfangs sogar ein Rekordhoch markiert hatten. Hauck & Aufhäuser-Analyst Aliaksandr Halitsa zeigte sich in einer aktuellen Reaktion auf die jüngsten Eckdaten des vor allem auf Augenheilkunde spezialisierten Medizintechnikunternehmens überrascht von der Wachstumsbeschleunigung im dritten Quartal. Damit seien seine Jahresschätzungen und auch die Markterwartungen nun zu konservativ.

Ein Kursplus von 1,71 Prozent bescherte Ado Properties den ersten Platz im SDax der geringer kapitalisierten deutschen Unternehmen. Das Immobilienunternehmen geht für das erste Halbjahr von einem starken Wertanstieg seines Portfolios aus./gl/jha/

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