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Versetzt der Glaube Berge? China: Mega-IPOs, Bewertungsblasen und Milliardäre

06.07.2018, 14:10  |  3357   |   |   

Fast könnte man - vor dem Hintergrund des ICO-Booms - das Gefühl bekommen, dass die klassischen IPOs aus der Mode gekommen sind. Nicht so in China, denn "Bloomberg" titelt: "Ein neuer Tag. Ein weiterer Börsengang. Ein weiterer chinesischer Milliardär erscheint auf magische Weise".

"Es gibt definitiv Argumente, dass es einige Bewertungsblasen bei chinesischen Technologieunternehmen gibt, besonders bei denjenigen, die noch nicht profitabel sind. Aber diese unprofitablen Unternehmen planen einen Börsengang, was die Bewertung für einen IPO erschweren kann", sagte Ryan Roberts, Senior Analyst bei MCM Partners in Hongkong gegenüber "Bloomberg". Und weiter: "Investoren, die einen Börsengang unterstützen, müssen davon überzeugt sein, dass Profitabilität und Cashflow-Generierung irgendwann in Sicht sind, nicht nur ein Versprechen".

Herr Mu Rongjun, Mitbegründer von Meituan Dianping - der chinesischen Variante von Yelp, einem Empfehlungsportal für Restaurants und Geschäften - kündigte im vergangenen Monat seinen Börsengang an. Die Unterlagen wurden in Hong Kong am 22. Juli 2018 eingereicht. Meituan Dianping wird vom Top-Aktionär Tencent unterstützt. Bislang hat das Unternehmen hauptsächlich Geld verbrannt, um noch schneller zu wachsen. Im vergangenen Jahr belief sich der Netto-Verlust auf 2,9 Mrd. US-Dollar und der Gesamtumsatz auf 5,2 Mrd. US-Dollar. Für den geplanten IPO könnte die Marktvolatilität, die von der Angst vor einem Handelskrieg angetrieben wird, zur Herausforderung werden, sagte Ryan Roberts.

Der Mitbegründer von Meituan Dianping, Wang Xing, besitzt einen Anteil von 11,4 Prozent, der 6,2 Milliarden US-Dollar wert sein soll - bei einer Gesamt-Unternehmensbewertung von 60 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen sieht sich jedoch in Schlüsselbereichen mit starken Konkurrenten konfrontiert. Es steht im Zweikampf mit Unternehmen, die von Alibaba unterstützt werden, die von Didi Chuxing (DiDi) und sogar weiteren Unternehmen die ebenfalls von Tencent finanziert werden.

Deloitte prognostiziert, dass die IPO-Märkte in Hongkong und auf dem Festland bis Ende dieses Jahres um bis zu 54 Mrd. US-Dollar für rund 340 Unternehmen wachsen werden. Von den 27 Milliardären, die in diesem Jahr neu auf dem Bloomberg Billionaires Index auftauchen, hat etwa ein Drittel dies durch Börsengänge in Hongkong und Shenzhen erreicht. Der Börsengang von C-Mer Eye Care im Januar 2018 brachte den ersten neuen chinesischen Milliardär Dennis Lam hervor, der auch der erste Milliardär in Hongkong wurde. Xiaomis-IPO könnte mindestens drei weitere Milliardäre hervorbringen - am 9. Juli soll der Handel beginnen. Das Börsendebüt von Contemporary Amperex Technology, dem weltgrößten Hersteller von Batterien für Elektrofahrzeuge, brachte innerhalb der ersten Handelswoche vier Milliardäre in den Index.

Fakt ist, in Hong Kong tut sich einiges an der Börse. Die IPOs sprudeln aus den finanziell gestopften Start-ups, wie frisches Quellwasser. Wie lange die Investoren und Anleger auf der Party bleiben, ist noch unklar.    

Quelle:

Bloomberg

 

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