DAX-0,14 % EUR/USD-0,22 % Gold-0,57 % Öl (Brent)+0,07 %

Strafzölle Merkels Manöver gegen den Handelskrieg

06.07.2018, 16:35  |  5557   |   |   

Die Strafzölle auf deutsche Autos sind noch nicht vom Schreibtisch des US-Präsidenten. Bundeskanzlerin Merkel sucht jetzt den Schulterschluss mit dem entschlosseneren Emmanuel Macron.

Merkel widersprach erneut Trump, der die deutsche Exportwirtschaft kritisiert, weil sie Profite zulasten der US-Wirtschaft einfahren würde. Die Kanzlerin argumentierte im Bundestag, dass die USA einen Handelsüberschuss mit der EU erwirtschaften, wenn man die Dienstleistungen mit einbeziehe. Die US-Administration prüft derzeit, ob Importe ausländischer Autos die nationale Sicherheit der USA bedrohen.

Die Kanzlerin der größten Volkswirtschaft Europas schickt laut Bloomberg-Journalisten in der nächsten Woche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nach Paris. Altmaier soll mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire bei einem Treffen am 11. und 12. Juli 2018 eine gemeinsame Strategie finden. Diese soll eine weitere Eskalation des Handelskrieges um Strafzölle für europäische Importautos doch noch abwenden.

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, sagte laut Bloomberg, er wolle Trump im Juli in Washington treffen, um "den europäischen Standpunkt darzulegen", obwohl er "nicht sicher ist, ob wir eine Einigung finden werden".

Macron setzt laut einem Bericht des "Handelsblatt" auf eine härtere Gangart. Er meint, dass Trump nur eine "Sprache der Stärke" verstehe. Nachdem schon beim Pariser Klimaabkommen, dem Iran-Deal und den Stahlzöllen Überzeugungsversuche der Europäer gescheitert seien, sehe die französische Regierung keinen Grund, nun mit den USA ein Abkommen zu schließen. Hinzu käme, dass ein Handelsabkommen zumindest teilweise auch Agrarprodukte umfassen würde, auf die es Trump ebenfalls abgesehen habe.

Eine Einigung könnte im Rahmen eines breiteren "Industriezollabkommens" zwischen EU und USA zustande kommen, berichten Handelsblatt-Journalisten, die sich auf Branchenkreise berufen. Das Abkommen könnte viel mehr Industriegüter als Autos umfassen. Damit könnte die EU punkten, denn ohne ein solches bilaterales Vertragswerk, müsste die EU ihre Zölle auf Autos auch für andere WTO-Mitgliedsstaaten senken. Das würde zu steigenden Einfuhren aus Japan und China in die EU führen.

Quellen:

Bloomberg

Handelsblatt

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Merkels Lachnummer: Handelskrieg BRD/EU gegen USA

Man kann ja über Trump denken, was man will, und seine Aktionen für noch so schlecht halten, sie hat einen enormen Vorteil: Es wird einfach mal der Filz, dieses elende „Weiter so” und „Selbstverständlich” aufgebrochen, man muss mal wieder über Dinge nachdenken, über die man nicht mehr nachdenken wollte.

Trump wettert gerade gegen die Deutschen, wegen ihres Exportüberschusses.
(Target2 - Exportüberschuss kann man auch interpretieren als: Wir arbeiten wie bekloppt und bekommen kaum was dafür. Das ist Merkels EU-Politik.)

Wir sind von den USA völlig abhängig - nicht umgekehrt.

Software: Haben wir hier (noch) eine Computerproduktion, Betriebssysteme, Textverarbeitung, Office-Pakete, Cloud-Dienste und so weiter? Außer SAP.

Stellt Euch vor, wir müssten als Antwort auf einen Handelskrieg den Verkauf von Microsoft- und Apple-Produkten stoppen. Die lachen uns aus, denn dann geht hier gar nichts mehr. Schon allein die Gesundheitsversorgung würde zusammenbrechen, die öffentlichen Verkehrsdienste würden nicht mehr funktionieren und all die „Internet-Experten” der Politik wie die neue IT-Ministerin Dorothee Bär (CSU) wären vom Internet komplett abgeschnitten.

Internet-Dienste: Google, Facebook, und was da noch so rumschwirrt, machen aus uns Milliardengewinne. Natürlich nicht hier. Versucht mal die in Deutschland zu sperren. Haben wir hier ne Suchmaschine? Wäre ein Projekt wie der Berliner Flughafen oder S21. Die Regierung, die hier Facebook sperrt, würde sofort abgewählt.

Oder Schutzzölle erheben? Wieviel Prozent Zoll würde man denn da auf eine Dienstleistung erheben, die nichts kostet?

Oder Musik? Spielfilme? Entertainment? Fernsehserien? Lindenstraße und Dr. Klein statt Navi CIS und Sex and the City?

Die Folge dieser deutschen Sitz-im-Sessel-Politik von Kanzlerin Merkel ist, dass wir
a) bei unseren Produkten keine Alleinstellungsmerkmale mehr haben und
b) selbst kein komplettes Portfolio haben und auf andere angewiesen sind und deshalb
c) erpressbar sind.

Den Handelskrieg haben wir verloren, bevor er begonnen hat. Einen Handelskrieg gegen die USA könnten wir deshalb nicht führen, weil wir ihn gegen uns selbst führen würden. Die kommen ohne uns aus, aber wir nicht ohne die.

Quellen: danisch.de, dpa, ard, zdf
Trump hat bewiesen, dass Merkel nur eine Lachnummer ist.

Seit wann hat Merkel einen Plan? Ich kann nicht glauben, dass die deutsche Presse immer noch glaubt, dass Merkel etwas bewegen kann. Der Besuch in USA hat mehr als deutlich gezeigt, dass Merkel gar kein Ansehen in der Welt genießt. Das Gegenteil ist der Fall. Trump hat bewiesen, dass Merkel einfach nur eine Lachnummer ist.

https://www.focus.de/finanzen/news/schonfrist-fuer-strafzoelle...
Unsere Noch-Kanzlerin Angela M. ist mal wieder in Hochform. Sie hat dem ungarischen Regierungschef Orban mitgeteilt, die Zölle für Autos könnten gesenkt werden. Dann wäre dies ein Schritt im Handelskrieg mit den USA.

Wer genau hinsieht wie etwa Prof. Werner Sinn, der weiß aber, dass das Angebot eigentlich eine Frechheit ist.

EU kassiert 10 %, USA 2,5 %

Die EU kassiert an ihren Grenzen von den US-Autobauern gleich 10 % Zoll. Die USA nehmen bislang 2,5 %. Nun hat der US-Botschafter erklärt, man könne beidseitig einfach alle Zölle abbauen. Dann wäre der Gleichstand hergestellt und es hätten wohl alle etwas davon. Bis auf die EU als Organisation selbst. In den USA kassiert der Staat den – bislang niedrigen – Zoll.

In der EU kassiert eben die EU-Organisation selbst. Nicht der Zoll in Deutschland oder die deutsche Steuerkasse.

Quelle: www.watergate.tv/der-merkel-witz-...

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel