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Wie Warren Buffett entscheidet, ob er an einem Geschäft interessiert ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.07.2018, 10:00  |  662   |   |   

In den letzten Jahren hat Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) einiges an Bargeld in der Bilanz angesammelt. Am Ende des ersten Quartals 2018 meldete Berkshire insgesamt 108,6 Mrd. US-Dollar in bar – weit mehr als die 30-Mrd. US-Dollar, welche CEO Warren Buffett vorziehen würde, wie er vor kurzem sagte.

So verbleiben fast 80 Mrd.US-Dollar an überschüssigem Kapital; Buffett hat gesagt, dass er Schwierigkeiten hat, Übernahmeziele zu finden. Das wirft die Frage auf: „Was sucht Warren Buffett?“ Obwohl einige von Berkshire’s Übernahme- und Evaluierungsverfahren ein Geschäftsgeheimnis sind, haben wir eine ziemlich gute Vorstellung davon, an welchen Unternehmen Buffett interessiert ist.

Berkshires Grundkriterien:

Im Geschäftsbericht 2017 von Berkshire Hathaway gibt es eine Liste von sechs grundlegenden Kriterien, nach denen das Unternehmen potenzielle Übernahmeziele sucht; es müssen aber auch alle sechs zutreffen.

  1. Es muss ein großes Unternehmen sein. Berkshire definiert das mit mindestens 75 Mio. US-Dollar Gewinn vor Steuern. Die Ausnahme ist, wenn das Unternehmen in einen der bestehenden Geschäftsbereiche von Berkshire passt. Mit anderen Worten, Berkshire könnte einen kleinen Versicherungsbetrieb in Betracht ziehen, wenn er gut in eines seiner bestehenden Versicherungsunternehmen passt.
  2. Die Ertragskraft des Unternehmens muss konsistent sein. Berkshire kümmert sich nicht um die Zukunftsprojektionen eines Unternehmens – die Vergangenheit muss beeindruckend sein.
  3. Es muss gute Eigenkapitalrenditen bei geringer oder gar keiner Verschuldung vorweisen. Buffett hasst exzessive Schulden und besteht darauf, dass Berkshire jederzeit über mehrere Milliarden an positivem Netto-Cashflow verfügt; es macht für ihn Sinn, dass er kein Geschäft erwerben möchte, das die Netto-Cash-Position des Unternehmens reduziert.
  4. Das Management muss passen. Man kann nicht genug betonen, wie sehr Buffett gutes Management schätzt. Berkshire liebt es, Unternehmen zu erwerben, die bereits von großartigen Managern geführt werden und die er bei einer Übernahme gleich miteinkauft.
  5. Er bevorzugt ein einfaches Geschäft. Buffett möchte in der Lage sein, die Unternehmen, die er besitzt, zu verstehen. Wenn man sich Berkshires Tochter-Unternehmen und die Aktien ansieht, kann man leicht in einem Satz zusammenfassen, was sie tun. Selbst die meisten High-Tech-Unternehmen haben ein ziemlich einfaches Geschäft.
  6. Ein guter Preis: Buffett will nicht verhandeln oder sich über eine Übernahmemöglichkeit unterhalten, wenn er nicht weiß, wie viel die Unternehmer für ihr Unternehmen wollen.

Im Jahresbericht heißt es weiter, je größer das Unternehmen ist, desto größer wird das Interesse von Berkshire sein, wobei ein Zielbereich von 5 bis 20 Mrd. US-Dollar genannt wird. Berkshire ist ein riesiges Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von fast 500 Mrd. US-Dollar geworden, und kleine Übernahmen machen einfach kaum einen Unterschied.

Buffett’s fünfminütiger Test

Eine Sache, die die Aktionäre überraschen mag, ist, dass Buffett nicht sehr viel recherchiert, um festzustellen, ob er an einer bestimmten Übernahme interessiert ist. Buffett sagt, dass es nicht lange dauert, bis das Management von Berkshire feststellt, ob es interessiert ist.

Wie Buffett auf der Jahrestagung 1997 sagte: „Wir können in fünf Minuten sagen, ob wir an etwas interessiert sind.“

Buffett fuhr fort, dass er und Vizepräsident Charlie Munger im Allgemeinen mit jedem amerikanischen Unternehmen vertraut sind, das groß genug ist, um ihre Übernahmekriterien zu erfüllen, so dass es darauf ankommt, jedes Geschäft durch ein paar grundlegende Analysen zu filtern. Obwohl Buffett offensichtlich nicht seinen gesamten Investitionsentscheidungsprozess offenbart, sind einige dieser Filter zweifellos die im vorherigen Abschnitt aufgeführten Übernahmekriterien.

Buffett befasst sich vor allem mit den wirtschaftlichen Grundlagen des Unternehmens. Er sagte 1996 über Berkshires Erwerb des Luftfahrt-Trainings-Unternehmens FlightSafety:

„Vor dem Kauf und sogar einige Zeit danach hatte ich noch nie einen Fuß in eines der Trainingszentren gesetzt, war noch nie in ihrem Geschäftssitz, und wir sahen uns nie einen Mietvertrag an….“

Dies mag überraschend sein, wenn man bedenkt, dass Buffett sich verpflichtet hatte, 1,5 Mrd. US-Dollar auszugeben (was damals für Berkshire akzeptabel war), aber das ist „einfach nicht Teil von Buffetts Prozess“. Er drückt das folgendermaßen aus:

Wir machen alle diese Dinge nicht, und bis heute hat uns das nie einen Penny gekostet. Was uns Geld kostet, ist, wenn wir die grundlegenden wirtschaftlichen Merkmale des Unternehmens falsch einschätzen.Und wenn wir das falsch einschätzen würden, dann würden wir dem nicht gerecht werden, was die Leute allgemein als Due Diligence bezeichnen…

Mit anderen Worten, Buffett kümmert sich nicht unbedingt um die zugrunde liegenden Details eines Unternehmens, wenn er entscheidet, ob er interessiert ist. Er kümmert sich nur darum, ob es ein gutes Geschäft ist und ob Berkshire einen fairen Preis bekommt.

Die hohen Ansprüche sorgen dafür, dass sich jetzt das Bargeld stapelt

Jetzt denkst du vielleicht, dass es Hunderte von potenziellen Übernahmezielen gibt, die Berkshire verfolgen könnte. Du hast Recht, es gelten aber immer die sechs genannten Kriterien.

Die größte Hürde der letzten Jahre war die Forderung nach einem „fairen Preis“. Der Aktienmarkt ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen, und der Anstieg der Private-Equity-Beteiligungen hat die Unternehmensbewertungen auf ein Niveau jenseits von Gut und Böse gebracht. Buffett war einfach nicht in der Lage, ein Unternehmen zu finden, dessen Preis überzeugend genug war, um es zu kaufen.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 29.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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