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Amazon hat einen neuen Plan, seine Lieferkosten zu senken

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.07.2018, 15:00  |  747   |   |   

Im vergangenen Jahr hat Amazon (WKN:906866) mit verschiedenen Ideen experimentiert, die die Lieferung auf der letzten Meile zwischen Lager und Empfänger betreffen. Lange Zeit verließ sich Amazon in den USA auf Partner wie UPS (WKN:929198), FedEx (WKN:912029) und der dem United States Postal Service (USPS) um die stetig wachsende Zahl der Pakete zuzustellen.

Kürzlich aber öffnete es die Tür für unabhängige Partner. Diese sollen ihre eigenen Fahrzeuge für die Zustellung von Amazonpaketen nutzen. Zudem experimentiert es mit einem Lieferdienst für Drittanbieterhändler auf seiner Marktplatzplattform. Das letzte Experiment erlaubt es größeren Händlern, ihre Waren direkt aus ihren eigenen Lagern zu verschicken. Somit werden die Kosten für den Verkauf auf Amazon konsolidiert.

Der neuste Zug heißt Delivery Service Partners. Das Programm macht es Unternehmern leicht, ihr eigenes Logistikunternehmen zu gründen und die Nachfrage nach Amazonkunden zu nutzen. So muss man sich nicht erst um die Kundengewinnung kümmern. Amazon sagt, dass es genug Nachfrage gibt, um Hunderte kleine Logistikunternehmer zu unterstützen.

Amazon stattet Interessenten mit Fahrzeugen, Uniformen und Ausrüstung aus, die natürlich das Amazonlogo tragen. Zudem wird Unterstützung bei der Gründung geleistet – inklusive Versicherungen. Die Teilnehmer am Delivery Service Partners verpflichten sich, Amazonpakete zu bevorzugen. Wer die Ausrüstung von Amazon nutzt, darf nur mit Amazon zusammenarbeiten.

Dieser Schritt macht Amazon unabhängiger bei der Auslieferung von Paketen.

Lieferkosten

Amazons Lieferkosten sind in den letzten Jahren extrem gestiegen, da immer mehr Kunden Amazon Prime-Mitglieder werden. Der Anteil Kosten für Lieferung, Händlerdienste und Abonnements (meist Prime) am Umsatz ist in den letzten zwei Jahren dramatisch gestiegen.

Im ersten Quartal 2016 gab Amazon 0,126 Euro jedes Umsatzeuros für seine Einzelhandelsaktivitäten aus. Letztes Quartal kletterte der Wert auf 0,154 Euro.

Die Lieferkosten haben aus verschiedenen Gründen das Umsatzwachstum übertroffen. Wie bereits erwähnt, ist Prime immer beliebter. Das heißt, mehr Kundenbestellungen müssen schneller versandt werden. Dies kann teuer werden.

Hinzukommt das Wachstum des Fullfillments by Amazon. Hier bietet Amazon Händlern an, deren Ware zu lagern und zu versenden. Auch dieser Bereich ist immer beliebter geworden. Das führte zwar zu einem höheren Umsatz durch Händler, bedeutete aber auch zusätzliche Lieferkosten, um das Inventar zwischen duzenden Lagern zu managen.

Der vielleicht wichtigste Faktor bei Amazons Lieferkosten sind jedoch die Paketdienste. In den USA übernehmen UPS und USPS die meisten Lieferungen für Amazon. Die Paketdienste verdienen damit Milliarden Euro. Zwar sagt Amazon, dass es nicht vorhat, diese Dienste zu ersetzen, aber es entwickelt trotzdem neue Programme für sich selbst und Händler.

Amazons Zukunft

Amazons Schritt, seinen eigenen Lieferdienst aufzubauen, ist klug, wenn man die gegenwärtige politische Lage anschaut. Präsident Trump hat die Rentabilität des Vertrages von USPS mit Amazon infrage gestellt. Es könnten also deutliche Portosteigerungen anstehen, da der Vertrag dieses Jahr geprüft werden soll. Ein solcher Anstieg könnte für Amazon verheerend sein, da USPS laut Analaystenschätzungen ca. 40 % seiner Lieferungen übernimmt.

Amazon kann zwar auf UPS und FedEx zurückgreifen, aber der Zugriff auf Hunderte Partnerschaften mit kleinen Unternehmen, denen Amazon die Preise diktieren kann, ist eine viel effektivere Absicherung.

Noch wichtiger ist, dass Amazon sein Netz an Lagerzentren in den USA ausbaut und die Zahl der Frachtflugzeuge und Liefer-LKWs aufstockt. Mehr Lieferpartner zu haben, könnte Amazon auch außerhalb seines Einzelhandelsgeschäfts in eine konkurrierende Lage mit UPS und FedEx versetzen. Amazon könnte so nicht nur seine Lieferkosten in den Griff bekommen, sondern es könnte damit sogar selbst Geld verdienen.

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