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Wie man in Pharma-Aktien investiert: Ein Leitfaden für Anfänger

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.07.2018, 15:30  |  1079   |   |   

Wachstum. Wert. Dividenden. Die Pharmaindustrie ist einer der wenigen Wall-Street-Sektoren, der nahezu jeden Anlagestil und jede Anlagestrategie abdeckt.

Ob du nach der relativen Sicherheit etablierter Dividendenunternehmen wie Johnson und Johnson (WKN:853260) oder dem Potenzial für explosive Renditen bei wachstumsorientierten jungen Biotech-Unternehmen wie bluebird bio (WKN:A1W025) suchst, es gibt Hunderte von Aktien, ETFs und Investmentfonds zur Auswahl.

Aber zu bestimmen, was eine Aktie oder einen Fonds gegenüber einer Alternative zu einer guten Investition macht, kann schwierig sein. Wie sollte ein Investor die inhärenten Risiken in einer Branche, die alles andere als vorhersehbar ist, bewerten und mögliche Fallstricke vermeiden? Mit geschätzten 180 Mrd. US-Dollar, die bis 2022 in die pharmazeutische Forschung und Entwicklung fließen sollen – wie soll man da erkennen, ob man die nächste große Sache gefunden hat?

Obwohl das Investieren in diesen Bereich echt vertrackt sein kann, ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen. Wir werden uns diese wesentlichen Aspekte ansehen, die jeder kennen sollte, bevor er in pharmazeutische Aktien investiert:

Was ist die Pharmaindustrie?

  • Warum solltest du in die Pharmaindustrie investieren?
  • Wie muss man pharmazeutische Aktien bewerten
  • Welche Risiken bestehen bei der Anlage in Pharma-Aktien?
  • Was sind die besten ETFs und Investmentfonds?
  • Auf welche disruptiven Trends sollten die Anleger achten?
  • Sollte man jetzt Pharma-Aktien kaufen?

Was ist die Pharmaindustrie?

Die pharmazeutische Industrie umfasst Unternehmen, die Medikamente zur Behandlung, Vorbeugung oder Heilung von Krankheiten entwickeln, herstellen und vermarkten. Die Industrie lässt sich in zwei Hauptklassen von Therapeutika einteilen: Pharmazeutika und Biologika.

Pharmazeutische Arzneimittel bestehen aus pflanzlichen und synthetischen Chemikalien, die in Tabletten- oder Pillenform verkauft werden. Zum Beispiel ist Pfizers (WKN:852009) Lipitor, eine oral einzunehmende Pille zur Behandlung von hohem Cholesterinspiegel, ein Medikament aus einem Nebenprodukt von Pilzen zusammen mit einer Vielfalt synthetischer Inhaltsstoffe. Aufgrund der geringen Größe ist die Herstellung von Hunderttausenden von Tabletten und Pillen im industriellen Maßstab relativ einfach.

Aber die Einfachheit der Herstellung dieser kleinmolekularen Medikamente bedeutet auch, dass sie einfache Ziele für den Wettbewerb sein können – besonders wenn sie den Blockbuster-Status erreichen, was bedeutet, dass sie einen Jahresumsatz von über 1 Mrd. US-Dollar generieren. Sobald ein Medikament das Ende seiner Patentlaufzeit oder Marktexklusivität erreicht (mehr dazu später), können Generika, die chemische Kopien eines zugelassenen Medikaments sind, leicht Marktanteile stehlen. Wenn Markenmedikamente nicht mehr geschützt sind, kann der Umsatzrückgang dramatisch sein, da sich Ärzte und Patienten für billigere Alternativen entscheiden. Nach dem Verlust des Patentschutzes im Jahr 2011 verzeichnete Lipitor, das einst über 13 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz erzielte, im folgenden Jahr einen Umsatzrückgang von fast 20 %; bis 2017 brachte das Medikament nur noch 1,9 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz.

Biologika hingegen sind große, proteinbasierte Moleküle aus lebenden Zellen. Mit einer komplexeren Struktur geht ein umfangreicherer Herstellungs- und Genehmigungsprozess einher. Produkte wie Impfstoffe, Medikamente gegen Bluterkrankungen wie Hämophilie und Gentherapien gelten als Biologika. Es überrascht nicht, dass biologische Behandlungen wie AbbVies (WKN:A1J84E) Humira zur Behandlung von rheumatoider Arthritis und Psoriasis tendenziell teurer sind als chemisch hergestellte Medikamente; es ist nicht unüblich, sechsstellige Preise dafür zu verlangen. Darüber hinaus erfordern diese Medikamente in der Regel einen eingeschränkten Vertrieb durch Spezialapotheken.

Die mit der biologischen Herstellung verbundenen höheren Kosten und die größere Komplexität halten die Eintrittsbarrieren hoch und den Biosimilar-Wettbewerb relativ gering. Biosimilars sind Produkte, die als nahe, aber nicht identische Kopien von Marken-Biologika gelten. Um sein Medikament als Biosimilar anzusehen, muss ein Wettbewerber zudem nachweisen, dass es keinen klinisch relevanten Unterschied zwischen den beiden Produkten gibt.

Der Weg zur Zulassung von Biosimilars in den USA ist relativ neu. Das Verfahren wurde im Affordable Care Act festgelegt, der 2010 verabschiedet wurde, und es dauerte weitere fünf Jahre, bis die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) ihr erstes Biosimilar zugelassen hat. Seitdem haben nur neun Biosimilar-Medikamente die Marktzulassung erhalten.

Obwohl diese Medikamente ihren biologischen Gegenstücken ähnlich sind, sind sie keine richtigen Kopien. Daher können Biosimilars nicht als austauschbare Äquivalente angesehen werden, wie es bei Generika der Fall ist. Das bedeutet, dass das Risiko eines auslaufenden Patentschutzes für Marken-Biologika verringert wird, wenn auch nicht vollständig entfällt.

Die größten Pharma-Aktien nach Marktkapitalisierung

Unternehmen Marktwert Dividende
Johnson & Johnson 328  Mrd. USD 2,9%
Pfizer 212  Mrd. USD 3,6%
Novartis (WKN:907122) 174  Mrd. USD 4,0%
AbbVie 146  Mrd. USD 3,2%
Amgen (WKN:867900) 121  Mrd. USD 2,7%
GlaxoSmithKline (WKN:940561) 99  Mrd. USD 5,3%
Merck & Co (WKN:A0YD8Q) 162  Mrd. USD 3,1%
Novo Nordisk (WKN:A1XA8R) 112  Mrd. USD 2,8%
Sanofi (WKN:920657) 99  Mrd. USD 4,6%
Gilead Sciences (WKN:885823) 92  Mrd. USD 3,1%
AstraZeneca (WKN:886455) 88  Mrd. USD 4,0%
Bristol Myers Squibb (WKN:850501) 90  Mrd. USD 2,9%
Biogen (WKN:789617) 61  Mrd. USD k.A.
Celgene (WKN:881244) 55  Mrd. USD k.A.

DATENQUELLE: YAHOO! FINANCE.

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