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Die Überraschung des US-Arbeitsmarktberichtes

Gastautor: Sven Weisenhaus
09.07.2018, 11:10  |  787   |   |   

Der US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag hatte eigentlich kaum Potenzial, die Märkte stärker zu beeinflussen. Schließlich traf man in den vergangenen Monaten die Erwartungen ziemlich genau. Durch das Wirtschaftswachstum fiel auch der Arbeitsmarktbericht positiv aus und so kann die US-Notenbank ohne Probleme an ihrem geldpolitischen Pfad festhalten. Entsprechend hatte ich ursprünglich gar nicht vor, den Arbeitsmarktbericht zu thematisieren, aber am Ende gab es doch noch eine Überraschung.

Stellenaufbau in den USA geht weiter

Positiv war erst einmal, dass viele neue Stellen durch die wachsende US-Wirtschaft aufgebaut wurden. Denn das Bureau of Labor Statistics meldete allein für Juni 213.000 neue Arbeitsplätze (außerhalb der Landwirtschaft). Gleichzeitig revidierte man die die Werte für April von 159.000 auf 175.000 und für Mai von 223.000 auf 244.000.

neu geschaffene Stellen in den USA

Das macht 37.000 mehr Stellen als zunächst angenommen. Diese positive Nachricht ließ auch die Aktienmärkte einen kleinen Satz nach oben machen.

Arbeitslosenquote steigt überraschend

Die Überraschung war jedoch, dass die separat erhobene Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 % anstieg und das trotz des deutlichen Stellenzuwachses.

Arbeitslosenquote der USA

Dieser Fakt sollte aber nicht überbewertet werden. Denn der Kurssprung der Aktienmärkte direkt nach Veröffentlichung der Daten könnte auch darauf zurückführen sein, dass durch die leicht höhere Arbeitslosigkeit die US-Notenbank die Zinsen langsamer anheben wird als geplant. Dazu würde auch der Anstieg des Euro zum US-Dollar passen. Wirklich realistisch ist dieses Szenario jedoch nicht. Schließlich gleicht der hohe Stellenaufbau den Anstieg der Arbeitslosenquote wieder auf.

Kein Grund zur Planänderung

So wurden im Durchschnitt in den vergangenen 3 Monaten 211.000 neue Stellen geschaffen und in den vergangenen 12 Monaten waren es insgesamt 2,4 Millionen neue Stellen. Ein Jahr zuvor betrug die Arbeitslosenquote noch 4,3 % und markierte im Mai den niedrigsten Stand seit 2000. Entsprechend gilt es abzuwarten, wie die Daten im kommenden Monat aussehen. Denn eine Schwalbe macht noch keinen Sommer (ein einmaliger Anstieg der Arbeitslosenquote also noch keinen Trendwechsel).

Zumal auch des auch keine Auffälligkeiten bei den Stundenlöhnen gab. So erhöhten sich die Löhne im Jahresvergleich im Durchschnitt genauso wie im Vormonat um 2,7 %.

Entwicklung der Stundenlöhne in den USA
(Quelle: DekaBank)

Somit gibt es laut diesen Zahlen keinen triftigen Grund für die Notenbank etwas an ihrem Plan zu verändern. Entsprechend war es auch nicht überraschend, dass der erste Kurssprung an den Aktienmärkten nach wenigen Minuten wieder egalisiert und die Seitwärtstendenz fortgesetzt wurde. Bei dem kurzfristigen bullishen Ausbruch im DAX lässt sich also immer noch keine Nachhaltigkeit erkennen und die US-Indizes Dow Jones und S&P 500 bewegten sich zunächst weiter innerhalb ihrer Wimpelformationen (siehe Börse-Intern vom 05. Juli).

US-Indizes mit Schwung aus der Seitwärtsbewegung

Doch rund zwei Stunden nach dem Arbeitsmarktbericht kam es zu einem klar bullishen Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung in den US-Indizes. Die Anleger nahmen sich ein Herz und jagten die Aktienindizes in den USA nach oben (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart des Dow Jones).

Dow Jones - Chartanalyse

Damit haben sich die Bullen kurzfristig einen klaren Vorteil erarbeitet, obwohl der Arbeitsmarktbericht mit teilweise überraschenden Zahlen am Ende dann doch nur ein Non-Event war.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage

Ihr
Sven Weisenhaus

 (Quelle: www.stockstreet.de)

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