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CEO John Chen behauptet, BlackBerry sei gerettet, aber die Investoren sind nicht überzeugt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.07.2018, 15:00  |  484   |   |   

BlackBerrys (WKN:A1W2YK) CEO John Chen ist der ultimative konträre CEO. Vor Jahrzehnten übernahm Chen die CEO-Rolle des Softwareunternehmens Sybase in einer Zeit, in der sich die Umsätze des Unternehmens verlangsamten und es einige Bilanzskandale gab. Obwohl ein Analyseunternehmen die Chancen, dass das Unternehmen scheitern würde, mit 70 % prognostiziert hatte, riss Chen das Steuer herum und verkaufte das Unternehmen 13 Jahre später mit einem Wertanstieg von 1.500 % an SAP.

Bei diesem Lebenslauf war es logisch, dass Chen als gut geeignet für BlackBerry angesehen würde. Er übernahm die CEO-Rolle im Unternehmen im Jahr 2013 und die Aktie erholte sich im ersten Jahr. Damals war Chen weniger hoffnungsvoll als der Gesamtmarkt und verglich BlackBerry zunächst mit einem kranken Patienten.

Jetzt ist Chen deutlich bullischer und sagte in einem Interview mit CNBC im März 2018, dass die Trendwende geschafft ist. Die Investoren sind aber nicht so optimistisch: Nach der Rally des ersten Jahres mit Chen an der Spitze sind die Aktien seit November 2014 im Wesentlichen stagniert.

Die Investoren nehmen eine abwartende Haltung ein

Man kann den Investoren nicht vorwerfen, dass sie ungeduldig sind, da das Unternehmen weiterhin Probleme hat, den Umsatz zu erhöhen. Der Umsatz von BlackBerry ist in fünf Jahren um 92 % gesunken, von 11 Mrd. US-Dollar auf 932 Mio. US-Dollar im letzten Jahr.

Es war immer Chens Absicht, das Unternehmen von der Hardware mit niedrigeren Margen auf die Software mit höheren Margen umzustellen, aber es scheint nicht so schnell zu gehen, wie die Investoren es sich erhofften. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen ein positives Betriebsergebnis. Dies geschah jedoch aufgrund eines positiven Schiedsspruchs im Streit mit Qualcomm, nicht aufgrund des laufenden Geschäfts.

Wo ist das Wachstum?

Ironischerweise könnte sich genau jetzt das Blatt wenden. Die starke Leistung von BlackBerry in den Bereichen Sicherheit und Software wurde nämlich unter Chens Führung durch anhaltende Verluste im Smartphone-Geschäft überschattet.

Zum Beispiel meldete das Unternehmen schon in Chens erstem Quartalsbericht als CEO einen Hardware-Umsatz von 476 Mio. US-Dollar und 632 Mio. US-Dollar an Servicegebühren. Im letzten Quartal betrugen diese Zahlen jeweils 8 Mio. US-Dollar und 16 Mio. US-Dollar. Zukünftig wird das Umsatzwachstum von BlackBerry nicht mehr durch die Rückgänge in diesen beiden Bereichen nach unten gezogen, was es dem Unternehmen erleichtern wird, seinen Umsatz zu steigern.

Obwohl BlackBerry vor kurzem ein weiteres Quartal mit rückläufigen Umsätzen gemeldet hat, wächst das Unternehmen, wenn man das alte Mobilfunkgeschäft (in dieser Grafik fett markiert) ausklammert, um 18 %.

Sparte Quartal mit Ende zum 31. Mai 2018 Quartal mit Ende zum 31. Mai 2017 Wachstum (Verlust) im Jahresvergleich
Unternehmenssoftware und Dienstleistungen 79,0 USD  92,0 USD (14,1 %)
BB-Technologielösungen 47,0 USD  36,0 USD 30,6 %
IP-Lizenzierung und sonstige 63,0 USD  32,0 USD 96,9 %
Handheld-Geräte 8,0 USD
 37,0 USD
(78,4 %)
SAF (Servicezugangsgebühren) 16,0 USD
 38,0 USD
(57,9 %)
Gesamt 213,0 USD  235,0 USD (9,4 %)
Ex-Handheld/SAF 189,0 USD  160,0 USD 18,1 %

Umsatzzahlen in Millionen. Quelle: BlackBerry.

Worauf freut sich Chen so sehr?

Chens Vision war es, das Unternehmen zu einem Software- und Dienstleistungsunternehmen mit dem Schwerpunkt auf die Unternehmenssicherheit und autonome Fahrzeuge zu machen. Die BlackBerry-Technologiegruppe, zu der auch die Umsätze aus dem QNX-Infotainment und der autonomen Fahrzeugsoftware gehören, wächst um 30 %, wobei im Quartalsbericht große gewonnene Aufträge, insbesondere von chinesischen Automobilherstellern, bekannt gegeben wurden.

Obwohl BlackBerry im Wesentlichen aus dem Hardware-Geschäft ausgestiegen ist, ist das Unternehmen immer noch gut positioniert, um vom Wachstum der Mobiltelefone zu profitieren. Chen beschloss, die Sicherheitstechnologie, Patente und geistiges Eigentum von BlackBerry an Dritthersteller zu lizenzieren, um höhere Lizenzeinnahmen zu erzielen. Im vergangenen Jahr unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit dem chinesischen Unternehmen NTD und im Laufe des Quartals einen Vertrag mit dem Schweizer Hersteller Punkt. Diese Sparte erzielte im Unternehmen das höchste Wachstum von fast 100 % im Jahresvergleich.

Als Führungskraft schwamm Chen immer gegen den Strom und war damit auch meistens erfolgreich. Obwohl diese Trendwende länger gedauert hat, als viele Investoren zunächst erwartet hatten, scheint das Unternehmen jetzt besser aufgestellt zu sein als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt unter Chens Führung.

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