DAX+0,09 % EUR/USD-0,15 % Gold-0,23 % Öl (Brent)+0,42 %

CEO John Chen behauptet, BlackBerry sei gerettet, aber die Investoren sind nicht überzeugt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.07.2018, 15:00  |  621   |   |   

BlackBerrys (WKN:A1W2YK) CEO John Chen ist der ultimative konträre CEO. Vor Jahrzehnten übernahm Chen die CEO-Rolle des Softwareunternehmens Sybase in einer Zeit, in der sich die Umsätze des Unternehmens verlangsamten und es einige Bilanzskandale gab. Obwohl ein Analyseunternehmen die Chancen, dass das Unternehmen scheitern würde, mit 70 % prognostiziert hatte, riss Chen das Steuer herum und verkaufte das Unternehmen 13 Jahre später mit einem Wertanstieg von 1.500 % an SAP.

Bei diesem Lebenslauf war es logisch, dass Chen als gut geeignet für BlackBerry angesehen würde. Er übernahm die CEO-Rolle im Unternehmen im Jahr 2013 und die Aktie erholte sich im ersten Jahr. Damals war Chen weniger hoffnungsvoll als der Gesamtmarkt und verglich BlackBerry zunächst mit einem kranken Patienten.

Jetzt ist Chen deutlich bullischer und sagte in einem Interview mit CNBC im März 2018, dass die Trendwende geschafft ist. Die Investoren sind aber nicht so optimistisch: Nach der Rally des ersten Jahres mit Chen an der Spitze sind die Aktien seit November 2014 im Wesentlichen stagniert.

Die Investoren nehmen eine abwartende Haltung ein

Man kann den Investoren nicht vorwerfen, dass sie ungeduldig sind, da das Unternehmen weiterhin Probleme hat, den Umsatz zu erhöhen. Der Umsatz von BlackBerry ist in fünf Jahren um 92 % gesunken, von 11 Mrd. US-Dollar auf 932 Mio. US-Dollar im letzten Jahr.

Es war immer Chens Absicht, das Unternehmen von der Hardware mit niedrigeren Margen auf die Software mit höheren Margen umzustellen, aber es scheint nicht so schnell zu gehen, wie die Investoren es sich erhofften. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen ein positives Betriebsergebnis. Dies geschah jedoch aufgrund eines positiven Schiedsspruchs im Streit mit Qualcomm, nicht aufgrund des laufenden Geschäfts.

Wo ist das Wachstum?

Ironischerweise könnte sich genau jetzt das Blatt wenden. Die starke Leistung von BlackBerry in den Bereichen Sicherheit und Software wurde nämlich unter Chens Führung durch anhaltende Verluste im Smartphone-Geschäft überschattet.

Zum Beispiel meldete das Unternehmen schon in Chens erstem Quartalsbericht als CEO einen Hardware-Umsatz von 476 Mio. US-Dollar und 632 Mio. US-Dollar an Servicegebühren. Im letzten Quartal betrugen diese Zahlen jeweils 8 Mio. US-Dollar und 16 Mio. US-Dollar. Zukünftig wird das Umsatzwachstum von BlackBerry nicht mehr durch die Rückgänge in diesen beiden Bereichen nach unten gezogen, was es dem Unternehmen erleichtern wird, seinen Umsatz zu steigern.

Obwohl BlackBerry vor kurzem ein weiteres Quartal mit rückläufigen Umsätzen gemeldet hat, wächst das Unternehmen, wenn man das alte Mobilfunkgeschäft (in dieser Grafik fett markiert) ausklammert, um 18 %.

Sparte Quartal mit Ende zum 31. Mai 2018 Quartal mit Ende zum 31. Mai 2017 Wachstum (Verlust) im Jahresvergleich
Unternehmenssoftware und Dienstleistungen 79,0 USD  92,0 USD (14,1 %)
BB-Technologielösungen 47,0 USD  36,0 USD 30,6 %
IP-Lizenzierung und sonstige 63,0 USD  32,0 USD 96,9 %
Handheld-Geräte 8,0 USD
 37,0 USD
(78,4 %)
SAF (Servicezugangsgebühren) 16,0 USD
 38,0 USD
(57,9 %)
Gesamt 213,0 USD  235,0 USD (9,4 %)
Ex-Handheld/SAF 189,0 USD  160,0 USD 18,1 %

Umsatzzahlen in Millionen. Quelle: BlackBerry.

Worauf freut sich Chen so sehr?

Chens Vision war es, das Unternehmen zu einem Software- und Dienstleistungsunternehmen mit dem Schwerpunkt auf die Unternehmenssicherheit und autonome Fahrzeuge zu machen. Die BlackBerry-Technologiegruppe, zu der auch die Umsätze aus dem QNX-Infotainment und der autonomen Fahrzeugsoftware gehören, wächst um 30 %, wobei im Quartalsbericht große gewonnene Aufträge, insbesondere von chinesischen Automobilherstellern, bekannt gegeben wurden.

Obwohl BlackBerry im Wesentlichen aus dem Hardware-Geschäft ausgestiegen ist, ist das Unternehmen immer noch gut positioniert, um vom Wachstum der Mobiltelefone zu profitieren. Chen beschloss, die Sicherheitstechnologie, Patente und geistiges Eigentum von BlackBerry an Dritthersteller zu lizenzieren, um höhere Lizenzeinnahmen zu erzielen. Im vergangenen Jahr unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit dem chinesischen Unternehmen NTD und im Laufe des Quartals einen Vertrag mit dem Schweizer Hersteller Punkt. Diese Sparte erzielte im Unternehmen das höchste Wachstum von fast 100 % im Jahresvergleich.

Als Führungskraft schwamm Chen immer gegen den Strom und war damit auch meistens erfolgreich. Obwohl diese Trendwende länger gedauert hat, als viele Investoren zunächst erwartet hatten, scheint das Unternehmen jetzt besser aufgestellt zu sein als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt unter Chens Führung.

So nimmst du die Finanzen eines Unternehmens richtig auseinander

Bist du nicht sicher, wie du die Bilanz eines Unternehmens richtig analysierst? Dann solltest du dir eine Kopie unseres Sonderberichts "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" schnappen, in dem dir Analyst Bernd Schmid genau zeigt, wie du das professionell machen kannst - und einige böse Überraschungen vermeidest. Klick einfach hier, um in diesen kostenlosen Sonderbericht zu einsteigen.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.
Wertpapier
BlackBerry


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel

Diskussionen zu den Werten

ZeitTitel
28.09.18