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Bitcoin: Nutzlos oder das Geld der Zukunft?

Gastautor: Nikolas Keßler
10.07.2018, 10:20  |  606   |   |   

Kaum hat sich der Bitcoin mit ersten Lebenszeichen aus der monatelangen Korrektur zurückgemeldet, wagen sich auch wieder die Auguren mit Zukunftsprognosen aus der Deckung. Die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung von Kryptowährungen gehen aber weit auseinander.

Wirtschaftsprofessor und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ist dabei klar dem Lager der Bitcoin-Bären zuzurechnen – und schlägt dabei in eine alte Kerbe: Er kritisiert die Anonymität, die kriminelle Handlungen Tür und Tor öffne.

„Es kann kein Zahlungsmittel geben, das auf Geheimhaltung basiert, wenn man versucht ein transparentes Bankensystem aufzubauen“, sagte er im Gespräch mit Financial News. Das Bild, das er für die Zukunft des Bitcoin zeichnet, ist düster: Noch sei der Kryptomarkt zu unbedeutend, doch sobald er eine kritische Größe erreicht, würden die Aufsichtsbehörden „den Hammer“ auspacken, so Stiglitz. Seiner Meinung nach werde der Bitcoin nutzlos und die Nachfrage danach gegen Null gehen, wenn tatsächlich wirkungsvolle Regeln gegen Geldwäsche und andere Verbrechen durchgesetzt werden.

Auf dem Weg zum Geld der Zukunft

Zu einem ganz anderen Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Londoner Imperial College und der Trading-Plattform eToro: Demnach seien Kryptowährungen der „nächste natürliche Schritt“ in der Entwicklung des Geldes und hätten das Zeug dazu, das Finanzsystem auf den Kopf zu stellen. „Innerhalb eines Jahrzehnts“ könnten sie zu einem allgemeinen Zahlungsmittel werden. Eine von drei fundamentalen Funktionen von Fiat-Geld würden Bitcoin & Co bereits heute erfüllen – die eines Wertspeichers. Der Funktionen eines Tauschmittels und einer Rechnungseinheit würden sie dagegen noch nicht ausreichend gerecht.

Iqbal Gandham, Mitautor der Studie, betont jedoch, dass solche Entwicklungen nicht über Nacht passieren und zieht Parallelen zur Entwicklung des Internets: Die erste E-Mail sei bereits im Jahr 1971 verschickt worden, doch es habe anschließend noch drei Jahrzehnte gedauert, bis die Technologie so benutzerfreundlich geworden ist, dass sie sich schließlich durchsetzen konnte. Rund acht Jahre nach der ersten Bitcoin-Transaktion stehen Kryptos also noch am Anfang – und erfüllen doch schon erste Anforderungen eines alltäglichen Zahlungsmittels.

Kryptomarkt überwiegend im Miuns

Obwohl sich der Bitcoin inzwischen klar von seinem Jahrestief absetzen konnte, sind ihm bislang nur kurze Abstecher über die Marke von 6.800 Dollar gelungen – der erhoffte, nachhaltige Ausbruch über diesen Widerstand lässt weiter auf sich warten. Am Dienstag steht ein Minus von rund 1,5 Prozent zu Buche. Damit hält sich der Bitcoin aber erneut stabiler als die meisten anderen Top-Coins – lediglich Tether auf Rang 10 notiert hauchdünn im Plus.

Deutlich unter Druck dagegen EOS. Hintergrund könnte ein Hackerangriff bei der Kryptobörse Bancor sein, bei dem am Montag Kryptos im Wert von rund 13,5 Millionen Dollar entwendet wurden. Zwar wurden dabei nach bisherigen Erkenntnissen keine EOS-Token, sondern Ether und NPXS-Token gestohlen. Bancor besitzt als Block-Producer jedoch eine große Menge EOS-Token – nun wird spekuliert, ob diese teilweise verkauft werden, um den Verlust auszugleichen und inwieweit dies zum aktuellen Kursrutsch beiträgt.

Größter Verlierer in den Top 100 ist Bitcoin Diamond mit einem Minus von rund 30 Prozent. Der Kurs hatte sich übers Wochenende zunächst verdoppelt und anschließend wieder halbiert – das riecht nach „pump and dump“. 

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Hinweis auf potenzielle Interessen­konflikte gemäß §34b WpHG:

Autor Nikolas Keßler hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Bitcoin. 

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