DAX+0,02 % EUR/USD-0,04 % Gold+0,03 % Öl (Brent)-0,06 %

1MDB Breaking News: Malaysischer Staatsfonds veruntreute 7 Mrd. US- Dollar

10.07.2018, 10:56  |  2132   |   |   

Dies ist ein Finanzkrimi, wie er im Buch steht. Schweizer Ermittler fanden heraus, dass bis zu 7 Milliarden US-Dollar durch den malaysischen Staatsfonds 1MDB veruntreut wurden, so der Schweizer Generalstaatsanwalt Michael Lauber.

In den Fall von 1MDB kommt Bewegung. Gestern hat sich ein ehemaliger Bankier von Goldman Sachs in einem Gesprächen mit US-Staatsanwälten für potenziell schuldig bekannt, wie das "Wall Street Journal" schreibt. Hierbei handelt es sich um den deutschen Tim Leissner. Dieser war bislang nicht in den Fall verwickelt. 

Analysten haben bislang herausgefunden, dass 1MDB vom ehemaligen Premierminister Najib Razak und von seinen Mitarbeitern als politischer "Slush-Fonds" missbraucht wurde, um Immobilien, Kunst und anderen Luxus von London bis Beverly Hills zu kaufen. Hierfür sollen 4,5 Mrd. US-Dollar aus dem Fonds genommen worden sein, so das US-Justizministerium.

Herr Leissner, ein deutscher Staatsbürger, der mit einem amerikanischen Modedesigner verheiratet war, war Goldmans Top-Banker des Fonds. In dieser Rolle schmiedete er eine enge Beziehung zu Jho Low, einem malaysischen Geschäftsmann, von dem die Staatsanwälte behaupten, er sei der Kopf des angeblichen Betrugs, der einer der größten in der Geschichte wäre. 

Bislang wurde Najib Razak vor Gericht wegen dreifachen Vertrauensbruchs angeklagt. Er plädierte auf nicht schuldig und hat jedes Fehlverhalten bei 1MDB bestritten. Zusätzlich zu Herrn Najibs Verhaftung letzte Woche, hat Malaysia auch einen Haftbefehl gegen Herrn Low erlassen, der sich vermutlich in China aufhält. Herr Low wurde bislang nicht angeklagt und hat jegliches Fehlverhalten bestritten. 

"Seit wir Herrn Leissner suspendiert haben, haben wir festgestellt, dass bestimmte Aktivitäten, die er unternommen hat, absichtlich vor der Firma verborgen waren, was wir den zuständigen Behörden zur Kenntnis gebracht haben", sagte ein Sprecher von Goldman Sachs. Die Rolle vom Goldman Sachs im Fall 1MDB wird von der Federal Reserve, der Securities and Exchange Commission und dem Department of Financial Services des Staates New York geprüft. Goldman sagte, dass es nichts falsch gemacht hat und keine Möglichkeit hatte, zu wissen, dass es Betrug im Fall von 1MDB geben könnte. Die Bank gab weiterhin an, dass ihre Hauptaufgabe darin bestand, Geld zu beschaffen, von dem sie dachte, dass es für die angegebenen Zwecke verwendet werden würde.

Dieser Fall wird die Gerichte noch einige Jahre beschäftigen, denn auch zwei Schweizer Banken, Falcon Private Bank und BSI SA, stehen im Verdacht der Beteiligung, sagte der Schweizer Generalstaatsanwalt Michael Lauber. 

Quellen:

The Wall Street Journal

Bloomberg

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel