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Die größte Herausforderung für Öl-Aktien, über die niemand redet

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.07.2018, 11:00  |  453   |   |   

In den USA erzählt man sich gerne, dass man geradezu in Schieferöl schwimmt. Man erschließt mittlerweile Ölquellen, von denen man einst dachte, dass sie nicht zur Förderung taugen, und holt Milliarden Barrel aus dem Boden. Die Menge an Öl, die man in den USA täglich aus dem Boden holt, hat zweifellos die Verhältnisse auf dem Weltmarkt verändert.

Dieses ganze Schieferöl vertuscht jedoch die Probleme, mit denen die Ölindustrie in den nächsten Jahren konfrontiert sein wird: der schiere Mangel an Investitionen und der Mangel an neuen Ölfunden in den letzten 50 Jahren. Schauen wir uns dieses Thema doch einmal an und beleuchten, was dies für Investoren in der Zukunft bedeuten könnte.

Neue Entdeckungen sind rar

Das Konzept des Öl- und Gasgeschäfts ist ziemlich einfach. Unternehmen suchen nach neuen Quellen, bewerten die Wirtschaftlichkeit ihrer Funde und entwickeln die besten Möglichkeiten, mit der bestmöglichen Rendite zu produzieren. Diese Ölvorräte halten jedoch nicht ewig, so dass die Produzenten das produzierte Öl konsequent durch neue Entwicklungen und Entdeckungen ersetzen müssen.

Dies ist nie eine Eins-zu-Eins-Situation, wird ein Unternehmen doch stets mehr oder weniger vorfinden. Ein oder zwei Jahre ohne große Entdeckungen muss keine Katastrophe sein, da die meisten Produzenten große Portfolios mit potenziellen Werten zu erschließen haben. Wenn es aber einen längeren Zeitraum ohne adäquaten Ersatz gibt, könnte dies zu einem Problem werden.

Um Entdeckungen zu machen, muss ein Unternehmen große Summen für die Exploration ausgeben. In den letzten Jahren war das jedoch nicht der Fall. Als die Ölpreise von 2014 bis Anfang 2016 abstürzten, haben die Unternehmen die Explorationsbudgets extrem gekürzt, weil diese in harten Zeiten am einfachsten zu senken sind.

Nach Angaben der Forschungsgruppe Rystad Energy waren die Neuerschließungen im Jahr 2017 mit weniger als 7 Milliarden Barrel Öläquivalent die niedrigsten seit den 1940ern. Zum Vergleich: Im selben Jahr verbrauchte die Welt rund 36 Milliarden Barrel Öl. Wenn dies eine einmalige Situation wäre, dann wäre es vielleicht nicht allzu besorgniserregend. Doch leider sind die Entdeckungen in den letzten fünf Jahren zu kurz gekommen. Rystad sagt, dass zuletzt im Jahr 2006 die Neuerschließungen größer waren als der Verbrauch.

Diese Tabelle sagt nicht die ganze Wahrheit, zeigt sie doch nur die Funde ohne Schieferöl. Einige optimistische Einschätzungen gehen davon aus, dass die gesamten verfügbaren Schieferressourcen im Perm 160 Milliarden Barrel Öläquivalent (BOE) betragen, was schon mal das eine oder andere Problem lösen würde.

Außerdem ist der Perm nicht die einzige Schieferformation. Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration gibt es weltweit rund 418 Milliarden Barrel zwar nicht bewiesene, aber theoretisch technisch förderbare Schieferölressourcen. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Und es wird Milliarden an Explorations- und Bewertungskosten erfordern, um zu erforschen, ob diese Ressourcen überhaupt anzapfbar sind.

Was macht man da als Anleger?

Von der geschäftlichen Warte aus gibt es eigentlich nur einen Weg, wie wir dieses Defizit schließen können: Unternehmen müssen Geld für die Erforschung und Bewertung neuer Quellen ausgeben. Wenn nicht, müssen sie sich auf die Entwicklung von Vermögenswerten verlassen, die möglicherweise keine hohen Renditen erzielen, was natürlich die Gewinnmargen beeinträchtigen würde. Und wenn man Exploration und Entwicklung weiter hinauszögert, bedeutet dies noch höhere Ausgaben in der Zukunft, die sich dann auf die Renditen auswirken werden.

Es könnte einige Implikationen für die Ölpreise geben (teurere Quellen könnten höhere Preise bedeuten), aber es gibt so viele Faktoren, die den Ölpreis jederzeit beeinflussen, dass es schwierig ist, auf einen einzigen Faktor hinzuweisen, der diesen Markt in die eine oder andere Richtung lenken würde.

Für Anleger wird es jedoch wichtig sein, zu beobachten, welche Ausgaben die Unternehmen für neue Quellen aufwenden. Unternehmen, die heute versuchen, ihre Erträge zu steigern, indem sie auf Exploration verzichten, könnten am Ende einen hohen Preis dafür zahlen.

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