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Sensationelles Urteil in China: Beweise auf Blockchain anerkannt!

Gastautor: Robby Schwertner
10.07.2018, 14:08  |  1543   |   |   

Ein Gericht in der chinesischen Stadt Hangzhou hat letzte Woche entschieden, dass Blockchain-Daten zur Beweissicherung zulässig sind. Der Richter stellte fest, dass "das Gericht sich dazu entschlossen hat, die Blockchain Technologie als Hilfsmittel zur Analyse von Beweisen anzuerkennen". Man solle die Möglichkeit der Nutzung von Blockchain nicht ausschließen, nur weil es komplex ist. 

Für mich ist diese Entscheidung eine kleine Senstation! China hatte in den letzten Jahren eine rigorose Gangart gegen Kryptowährungen - allen voran Bitcoin, eingeschlagen. Viele Start-ups verließen daraufhin das Land. Mit diesem Gerichtsurteil ist nun ein Unterschied im Umgang mit der Blockchain-Technologie festzustellen. Während Kryptowährungen weiterhin starker Kontrolle unterworfen sind, wird die Blockchain-Technologie gefördert. 

Die vorliegende Gerichtsentscheidung ist ein weiteres Indiz dafür, dass seitens der chinesischen Regierung die Technologie der "Verteilten Datenbanken" nicht generell verteufelt wird. 

Im vorliegenden Fall klagte das chinesische Medienunternehmen Huatai Yimei einen in der Millionenstadt Shenzhen firmierenden Mitbewerber auf Copyright-Verletzung. Während des Verfahrens brachte der Kläger Screenshots von diversen Webseiten und Texte als Beweise ein, um die illegalen Praktiken des Konkurrenten zu beweisen. Dabei wurde ein auf Blockchain basiertes Verschlüsselungssystem der Plattform  baoquan.com verwendet.

Laut Urteil ist eine der Hauptfragen dieses Falls gewesen, inwieweit die  Blockchain-Technologie als eine legale Methode verwendet werden kann, um die Echtheit von Beweismitteln zu belegen. Das von baoquan.com verwendete Prinzip ist dem eines Notars ähnlich: Daten werden gespeichert und können später verifiziert, d. h. auf Echtheit geprüft werden.

Auch wenn die umstrittenen Daten vom beschuldigten Unternehmen von der Webseite entfernt wurden, hat das Gericht beschlossen, dass die auf Blockchain gespeicherten Datensätze ausreichen, um eine Verletzung der Copyrights zu belegen. Damit hat sich der Richter zugunsten des Klägers entschieden. Die Entscheidung des chinesischen Gerichts - die sicherlich nur mit Zustimmung der chinesischen Regierung erfolgte - ist damit eine der ersten, bei der auf Blockchain gespeicherte Daten als Beweismittel anerkannt werden. 

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