DAX-0,54 % EUR/USD-0,44 % Gold-0,28 % Öl (Brent)-1,19 %

Ich habe im ersten Halbjahr 2018 so viele Aktien verkauft wie noch nie

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
11.07.2018, 10:00  |  844   |   |   

Ich hasse es, wenn ich Aktien verkaufen muss. Denn mein Anlagehorizont ist langfristig. Sehr langfristig sogar. Daher sind Verkäufe bei mir eher selten.

Trotzdem habe ich mich in der ersten Jahreshälfte von gleich drei Aktien getrennt, und zwar von der A.S. Création (WKN:A1TNNN)-Aktie, der BMW (WKN:519000)-Aktie und der Novo Nordisk (WKN:A1XA8R)-Aktie.

Im folgenden Artikel erfährst du, warum ich mich von diesen Aktien getrennt habe und warum diese Verkäufe nichts mit der Angst vor einem Crash zu tun haben!

Verkauf 1: A.S. Création

Fangen wir mit A.S. Création an. Der Tapetenhersteller aus Nordrhein-Westfalen war einer meiner ersten Aktienkäufe. Ich sehe auch heute noch, viele Jahre später, vielsprechende Ansätze bei A.S. Création.

Beispielsweise kann man das Unternehmen als Familienunternehmen bezeichnen, da der Gründer heute dem Aufsichtsrat vorsitzt und knapp ein Drittel der Aktien besitzt. Ich liebe es, in Familienunternehmen zu investieren!

Leider bringen die besten Ansätze nichts, wenn der Markt, in dem man tätig ist, stagniert oder sogar einbricht. Genau das ist bei A.S. Création passiert. Das Unternehmen begründet den vierten Umsatzrückgang in Folge – wohlgemerkt auf Jahressicht – mit einem rückläufigen Marktvolumen.

Zum einen wegen der Konkurrenz aus Asien und Osteuropa. Zum anderen sind Tapeten an sich wohl eher Geschmacksache und unterliegen daher gewissen Trends. Naja, derzeit scheint Farbe an der Wand wohl besser anzukommen.

Genau hier lag mein Fehler: Ich kenne mich im Tapetengeschäft nicht aus und ich habe mir keine Gedanken bezüglich der Konkurrenz gemacht. Da sich an diesen beiden Punkten bis heute nichts geändert hat, musste ich mir eingestehen, dass meine Analyse, und damit auch mein Kaufgrund, fehlerhaft waren.

Konsequenterweise habe ich die Aktie Anfang des Jahres verkauft, auch wenn es schmerzhaft war. Denn ich musste einen vierstelligen Verlust realisieren.

Mein erster Verkauf im Jahr 2018 hat also nichts mit dem Unternehmen an sich oder dem Markt allgemein zu tun. Ich habe damit einen Fehler aus der Vergangenheit korrigiert.

Verkauf 2: BMW

Bei der BMW-Aktie sieht die Sache etwas anders aus. Meiner Meinung nach habe ich hier keinen Fehler in der Analyse gemacht, als ich mir die Aktie 2014 und 2015 ins Depot gelegt habe. Aber ich bin anspruchsvoller geworden, was meine Investments betrifft.

In einem entscheidenden Punkt genügt die BMW-Aktie diesen neuen Ansprüchen nicht: der Kundenfokussierung. Ich stimme meinem Foolishen Kollegen Marlon voll zu (Link zu seinem Artikel): Bei BMW, und auch bei Daimler, scheint die Marge im Mittelpunkt zu stehen. Nicht der Kunde und nicht das Produkt. Nein, nur der Gewinn und die Marge.

Kurzfristig mag das wunderbar für uns Aktionäre sein. Hohe Gewinne, hohe Dividenden, steigende Kurse. Langfristig kann das allerdings dazu führen, dass man Entwicklung und Trends zu passiv angeht, weil man nicht bereit ist, einen Teil der Gewinne dort zu investieren. Das wäre mit einem gewissen Risiko verbunden.

Und man will ja auf gar keinen Fall den Gewinn und die Marge gefährden!

Das ist die Chance für Konkurrenten wie Tesla. Keine Ahnung, ob Musk und seine Truppe diese Chance tatsächlich nutzen. Aber die Tür steht offen, denn die Automobilbranche befindet sich im Umbruch. Gerade in solch einer Phase kann es gefährlich sein, sich nur auf Gewinne zu fokussieren und nicht auf seine Kunden und Produkte.

Versteh mich nicht falsch: Ich glaube nicht, dass BMW deshalb Pleite gehen wird. Die Münchener verfügen über extrem treue Kunden, eine starke Marke und bauen hervorragende Autos.

Aber ich hasse es, wenn ein Unternehmen sich allem Anschein nach nur auf seine Gewinne fokussiert.

Deshalb habe ich alle meine BMW-Aktien vor einigen Wochen verkauft. Wie eingangs erwähnt hatte also auch dieser Verkauf nichts mit der Angst vor einem Crash zu tun.

Verkauf 3: Novo Nordisk

Bei Novo Nordisk habe ich einen fatalen Fehler begangen: Ich habe meinen Circle of Competence verlassen! Das bedeutet, ich habe in ein Unternehmen investiert, dessen Geschäftsmodell ich nicht verstehe. Genau das trifft auf Novo Nordisk, einen auf Diabetes spezialisierten Gesundheitskonzern, zu.

Meine Kenntnisse im Bereich der Pharmaindustrie beschränken sich auf die Erfahrung, dass Aspirin nach einer durchzechten Nacht Wunder wirken kann. That’s it!

Klar sieht es so aus, als ob Novo Nordisk als einer der größten Diabetes-Konzerne der Welt von einem immer ungesünderen Lebensstil auf der ganzen Welt profitieren würde. Aber weiß ich das mit absoluter Sicherheit? Gibt es Konkurrenten, die den Dänen das Geschäft kaputt machen könnten? Warum ist Novo Nordisk überhaupt führend in seiner Branche?

All diese Fragen kann ich nicht beantworten. Und das konnte ich auch nicht, als ich mir die Novo Nordisk-Aktie im Sommer letzten Jahres gekauft habe. Wie bei der A.S. Création-Aktie habe ich mit dem Verkauf von Novo Nordisk also einen Fehler ausgebügelt.

Habe ich Angst vor einem Crash? Nein!

Ich habe in diesem Jahr so viele Aktien verkauft wie noch nie. Das hat aber, wie beschrieben, rein gar nichts damit zu tun, dass ich von einem baldigen Crash ausgehe.

Die Tatsache, dass ich das durch die Verkäufe freigewordene Geld sofort wieder in andere Unternehmen investiert habe, verdeutlicht, dass dieser Gedanke bei meinen Überlegungen überhaupt keine Rolle gespielt hat.

Vor allem dienten die Verkäufe einer Sache: der Korrektur von Fehlern aus der Vergangenheit. Mit zunehmender Börsenerfahrung entwickelt man sich als Anleger weiter. Wenn Käufe aus der Vergangenheit sich aufgrund dessen als Fehler herausstellen, dann sollte man den Mut aufbringen, diese Entscheidungen zu korrigieren.

Seite 1 von 3

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel