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Total, BP, BASF – wie läuft es am Ölmarkt?

Gastautor: Daniel Saurenz
12.07.2018, 07:00  |  580   |   |   

Total_Presse_2Bei den Unternehmen Total und BP stoßen steigende Ölpreise bei Anlegern auf gute Laune. Aufgrund der steigender Ölpreise hoben bereits einige Analysten ihre Einschätzungen an und prognostizieren hohe Cashflows. Andere Analysten sprechen aktuell bereits von einem “Worst Case-Szenario” von Ölpreisen bei bis zu 100 Dollar je Barrel, was den Trend fortsetzen könnte. Unplanmäßige Förderausfälle und eine steigende Nachfrage lassen das Szenario zur Realität werden. Der Discounter HX0YWQ auf Total ist mit einer Maximalrendite von 14,5 Prozent eine gute Wahl.

Auch bei BASF bleiben die Analysten optimistisch und belassen die Aktie nicht zuletzt aufgrund einer möglichen Investition für einen Standort in Südchina größtenteils auf “Buy”. Die Deutsche Bank beließ das Kursziel bei 105 Euro.

Wir blicken auf die ausführliche Rohstoffkolumne von Vontobel:

Rohöl: Angebot droht sich weiter zu verknappen

Vergangene Woche hatte Reuters gemeldet, dass Saudi-Arabien seine Ölproduktion im Juni um 458.000 Barrel/Tag (bpd) ausgeweitet hatte und dem Markt 10,58 Mio. bpd zur Verfügung stellt, was darauf schließen ließ, dass zusätzlich die Lager angezapft wurden, um die Marktsituation zu entspannen. Denn die Angebotssituation ist laut Sanford Bernstein nicht weniger als dramatisch: Laut dem Analysten hat das Überangebot über die letzten Jahre eine chronische Unterinvestitionen überdeckt, und jeder weitere Angebotsmangel hätte das Potenzial die Preise sogar stärker als 2008 in die Höhe zu treiben.

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Öl_Rohstoffe_FotoliaNicht wenige Analysten sprechen bereits in einem „Worst Case-Szenario“ von Ölpreisen bis zu 100 Dollar je Barrel als Folge des wachsenden Angebotdefizits. Die OPEC-Staaten haben sich auf ihrem halbjährlichen Treffen am 22. Juni zwar auf eine Anhebung der Fördermenge ab dem 01. Juli um 1 Mio. Barrel pro Tag im Vergleich zum Produktionsniveau im Mai dieses Jahres geeinigt. Doch zum einen ist es recht ambitioniert, anzunehmen, dass die Produktion in der Breite zeitnah ausgeweitet werden könnte, da in vielen Förderländern die technisch möglichen Produktionsgrenzen bereits jetzt erreicht sind.

Zum anderen gibt es in anderen Förderländern einige Probleme, die die Produktion behindern, vor allem in Venezuela, Kanada und im Iran. Von November an wollen die USA jene Länder, die Öl aus Iran importieren, mit Strafen belegen. Die Exporte des Landes würden entsprechend stark fallen und damit auch das Angebot auf dem Weltmarkt. „Nachdem die Trump-Administration eine maximale Konfrontation mit dem Iran andeutete und seitens Iran die Unterbrechung der Schiffspassage in der „Straße von Hormuz“ angedroht wurde, hat die Wahrscheinlichkeit von massiven Lieferausfällen und Brent-Notierungen bis zu 100 Dollar je Barrel zugenommen, urteilten die Analysten der Helaba.

Dazu kommen derzeit weitere, unplanmäßige Ausfälle in Kanada. Hier soll nach dem Ausfall der Ölsandverarbeitungsanlage die Produktion in drei Schritten langsam wieder hochgefahren werden. Erst im Herbst soll die Anlage wieder ihre ursprüngliches Produktionskapazität von 360.000 Barrel pro Tag erreichen. Derweil läuft die Weltwirtschaft trotz Handelsstreits noch gut und damit steigt die Nachfrage nach Öl. All das dürfte dafür sorgen, dass der Ölpreis bis auf Weiteres nicht mehr deutlich sinken wird.

Gold: Sprunghafte Erholungen nicht zu erwarten

Das gelbe Metall hatte zuletzt trotz erhöhter politischer und wirtschaftlicher Risiken keinen guten Stand. Vergangene Woche verbilligte sich Gold deutlich, die Notiz rutschte bis auf 1.239 US-Dollar je Feinunze ab. „Der robustere US-Dollar scheint doch größere Vorbehalte an den „Papiermärkten“ zu bewirken“, kommentierten die Experten der Helaba in einem Report zum Rohstoffmarkt. Das lokale Tief der Notierungen müsste aber nahe sein. Sprunghafte Erholungen seien aber nicht zu erwarten, hieß es weiter.

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goldbarren12Zu Wochenbeginn zeigte sich Gold wieder fester bei 1.262 US-Dollar je Unze. Nach Einschätzung der Commerzbank profitierte die Notiz von den Turbulenzen in der britischen Regierung. Am Montag hatten sowohl Brexit-Minister Davis als auch Außenminister und harter Brexit-Befürworter Johnson ihre Rücktritte eingereicht. Premierministerin Theresa May sei nun gezwungen, wichtige Ministerien neu aufzustellen, was die Unsicherheit erhöhe, so die Fachleute der Commerzbank. Großbritannien scheidet in knapp neun Monaten offiziell aus der EU aus.

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