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Revolutioniert Blockchain-Startup Ternio den digitalen Werbemarkt?

Gastautor: Robby Schwertner
12.07.2018, 13:47  |  970   |   |   

Sie nervt, sie kostet Zeit und trotzdem ist sie da: die Werbung im Internet. Nachdem vermutlich vielen Usern die Online-Werbung gehörig auf den Nerv geht, sehen wir uns doch mal die aktuellen Problemfelder des Werbemarkts an, denn eines ist sicher: Werbung im Internet ist ein Multi-Milliardengeschäft.

Möchte jemand eine digitale Werbung schalten - wir nennen ihn „Advertiser“ - so sucht sich dieser einen Anbieter bzw. „Publisher", der die Werbeeinschaltung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Leider sind an diesem Prozess der Werbungsschaltung nicht nur diese beiden Akteure involviert. 

Möchte ein Advertiser zum Beispiel eine Banner-Werbung (Publisher) veröffentlichen, so sind auf dem Weg zum Publisher noch weitere Stationen zwischengeschalten: Werbeagenturen, Werbe-Banner-Hersteller, Webseiten-Designer, Cyber-Security-Firmen usw. wobei der Advertiser oftmals im Unklaren liegt, welchen Mehrwert diese Mittelsmänner für ihn bringen und ob diese auch tatsächlich notwendig sind. Dem Markt fehlt es an Leistungstransparenz. Diese Intermediäre sind nicht nur für den Advertiser ein Problem, sondern auch für uns Publisher. Und trotzdem müssen wir damit umgehen, denn der Markt ist historisch so gewachsen. Wurde die Werbung schließlich erfolgreich veröffentlicht, dann will der Publisher dafür Geld sehen. Nachdem keine Zwischenstation im Prozess die Leistung gratis anbietet, müssen auch diese bezahlt werden. Bis alle Stationen ihr Geld erhalten verstreicht Zeit, teilweise bis zu mehreren Monaten. 

Nun bietet die Blockchain durch ihre eine sogenannte dezentrale Organisation die Möglichkeit Mittelsmänner auszuschalten und Kunden direkt mit Lösungsanbietern in Verbindung zu bringen. Hier setzt das Blockchain-Startup Ternio an und hat sich zum Ziel gesetzt den digitalen Werbemarkt vollkommen transparent und vor allem effizient zu gestalten. Der Firmenname Ternio bedeutet übersetzt “eine Dreier-Serie". Damit sind die drei Player des digitalen Marketings gemeint: Advertiser, Publisher und die User. Die hinter Ternio stehende Firma Ad3 Media mit Sitz in Atlanta ist auf Video-Werbung spezialisiert, stammt direkt aus jenem Genre, welches mit Ternio revolutioniert werden soll.

Beseitigung von Ineffizienzen

Um Online-Werbung schalten zu können arbeitet eine Advertiser üblicherweise mit einer Demand Side Platform (DSP) zusammen, welche dafür sorgt, dass die Werbung an die Medien verkauft wird. Dazu kommen Software-Unternehmen, die Zielgruppen-Daten verkaufen und sich der Frage annehmen, wer die Werbung sehen soll. Zusätzlich sind Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung notwendig. Denn Computerviren, sogenannte Bots können automatisch auf Werbung klicken und generieren so Umsatz für die Medien. Ternio will nicht alles revolutionieren, allerdings will man laut Mitgründer Ian Kane vor allem eines: Transparenz schaffen.

Ternio ist ein Blockchain-basiertes System, das mit einer App verglichen werden kann. Das US-Startup fasst die Daten zusammen und kombiniert diese auf der Blockchain. Gleichzeitig erhalten alle Beteiligten Zugriff auf alle Informationen was zu maximaler Transparenz des gesamten Prozesses einer Werbeschaltung führt. Die Technologie der so genannten Lexicon Blockchain sorgt dafür, dass die Informationen nur jenen Beteiligten zugänglich sind, die auch tatsächlich darauf Zugriff haben sollen. Darüber hinaus bietet wird eine Ternio Advertising Exchange-Plattform geschaffen, über die Advertiser und Publisher direkt kommunizieren könne, ohne auf die Zwischenstellen angewiesen zu sein. Dies steigert nicht nur in erster Linie die Transparenz erheblich, sondern hilft, die Wertschöpfung dort zu belassen wo diese auch passiert und nicht unnötigerweise Gebühren an ineffiziente Bestandteile der Supply Chain zahlen zu müssen.

A propos Ineffizienzen: Es gibt mittlerweile eine Reihe von Startups am Markt, die das digitale Marketing ebenfalls auf die Blockchain bringen wollen. Ternio ist damit nicht der einzige, aber einer der ersten Player am Markt. Interessant finde ich, dass man die Blockchain Stellar.org(coin $XML) nutzt um Leistungen innerhalb des Ternio-Ökosystems abzurechnen. Stellar zeichnet sich durch besonders hohe Transaktionsgeschwindigkeiten aus. Und damit erklärt sich auch die Entscheidung des Ternio-Teams für Stellar. Werbungen scheinen sehr oft auf, wenn ich Webseiten öffne, damit man diese im Hintergrund schnell abrechnen kann, braucht es schnelle Blockchains. Mit der am meisten verwendeten Ethereum-Blockchain wäre dies nicht zu lösen gewesen, weil zu langsam und zu auch zu teuer!

Um dem Publishern zusätzlich die Möglichkeit zu geben, auf die erhaltenen Token sofort zugreifen zu können — ohne diese in Wallets oder auf Exchanges verschieben zu müssen — arbeitet Ternio unter der Bezeichnung „Ternio Block Card“ auch an einer VISA/Mastercard Kreditkarte. Mit dieser wird es möglich sein, dass die Publisher ihr Geld auch sofort nach Erhalt im herkömmlichen Zahlungssystem verwenden können. Mal sehen wie sich das entwickelt.

Die vorherrschenden Probleme im Bereich der digitalen Werbung wie Intransparenz, verschleppte Zahlungen und schwerfällige Abwicklungen von Geschäften sind allgegenwärtig. Genau diese Probleme möchte Ternio mittels durchaus revolutionären Konzepten über die Blockchain lösen. Ich sehe für Publisher durchaus einen Mehrwert wenn sich ein blockchain-basiertes System für digitale Werbung etabliert um Transparenz in den völlig unübersichtlichen digitalen Werbemarkt zu bringen.

 

Quelle: Ternio.io Medium.com

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